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NUSO-Archiv - Umweltgeschichtliches Zeitungsarchiv für Osnabrück
Umweltgeschichtliches Zeitungsarchiv für Osnabrück
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Erscheinungsdatum:
aus Zeitung:
Inhalt:
Überschrift:
Leistungskiller oder Sportart?
Zwischenüberschrift:
Friedensgespräch: Experten diskutieren über Computerspiele
Artikel:
Kleinbild
Originaltext:
Osnabrück. Verführen Computerspiele mit brutalen Inhalten Jugendliche dazu, gewalttätig zu werden? Diese Frage stand im Zentrum des ersten Osnabrücker Friedensgesprächs in diesem Jahr. Die Veranstalter von Stadt und Universität hatten als Experten den Kriminologen und Spielekritiker Christian Pfeiffer und den Direktor der internationalen Spielervereinigung " SK Gaming", Alexander T. Müller, eingeladen.
" Killerspiele" seien zunächst einmal Leistungskiller. Erst, wenn andere Faktoren hinzukämen, verführten sie zusätzlich zu Gewalttaten diese These vertrat Christian Pfeiffer. Noch 1990 hätten gleich viele Jungen und Mädchen das Abitur gemacht, heute erhielten bundesweit 32 000 mehr Mädchen die Hochschulreife. Die Ursache dieser " Krise, die voll das Leistungsherz unserer Gesellschaft trifft", sieht Pfeiffer im Medienkonsum der Jungen. " Je brutaler die Spielinhalte, desto schlechter die schulischen Resultate." Mittlerweile gebe es keinen Zweifel mehr am Zusammenhang zwischen exzessiver Beschäftigung mit gewaltreichen PC-Spielen und einer Minderung der Mitleidsfähigkeit, unterstrich der Leiter des Kriminologischen Forschungsinstituts Niedersachsen.
Wer neben dieser " Medienverwahrlosung" Frustrationen und Gewalterfahrungen aus dem eigenen Umfeld mitbringe, der könne zum Täter werden. Pfeiffer plädierte für eine Ausweitung der Ganztagsschulen, um die Jungen " zu einem niveauvollen Handeln zu verführen. Mit Sport, Musik und Theater eben allem, was Spaß macht".
Er habe die Teilnahme an öffentlichen Diskussionen über Computerspiele und Jugendgewalt lange abgelehnt, weil den anderen Teilnehmern oftmals Kenntnisse über die Spiele fehlten, erläuterte Alexander T. Müller seine Sichtweise. Ältere Pädagogen und Eltern müssten mehr Medienkompetenz erlernen. " Wie sollen sie denn gegen möglichen Missbrauch einschreiten, wenn sie nichts über die Geräte und Einzelheiten der Spiele wissen?", fragte Müller.
Kritisierte Spiele wie " World of Warcraft" funktionierten beispielsweise mit zeitlich limitierbaren Sperren. Damit könnte zu langem Spielen ein Riegel vorgeschoben werden. Die Stigmatisierung einer schon lange existenten Jugendkultur führe nur zur Verhärtung der Fronten. " Computerspielen ist eine Sportart, und die Cyber-Athleten stehen Spitzensportlern in nichts nach", betonte Müller. Mittlerweile fänden internationale und hoch dotierte Turniere und Wettkämpfe statt, für die hartes Training, Mathematikkenntnisse sowie Teamfähigkeit nötig seien.
Autor:
steb


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