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NUSO-Archiv - Umweltgeschichtliches Zeitungsarchiv für Osnabrück
Umweltgeschichtliches Zeitungsarchiv für Osnabrück
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Erscheinungsdatum:
aus Zeitung:
Inhalt:
Überschrift:
Vorne Bus, hinten Plus
Zwischenüberschrift:
Stadtwerke setzen Anhänger ein
Artikel:
Kleinbild
Originaltext:
Osnabrück. Zwei Busse mit Anhängern setzen die Stadtwerke ab heute ein, um dem erhöhten Fahrgastaufkommen in Spitzenzeiten gerecht zu werden. Der Name für die auffälligen 23-Meter-Gefährte wurde gestern verkündet: " Bus-Plus".
Osnabrück. " Im Bus darf man nicht essen", bemerkt Cora spitzfindig, als Mitarbeiter der Stadtwerke großzügig Laugenstangen verteilen. Die Siebenjährige hat gerade im Anhänger des Bus-Plus Platz genommen, ganz vorne, von wo aus sie die Deichsel beobachten kann. Neben ihr kniet Günter Nordmann auf der Sitzbank, um das Gleiche zu tun. " Ich komme aus der Technik", sagt der Ex-Eisenbahner, " und ich frage mich gerade, wie der Anhänger gelenkt wird."
In der Tat, das Interesse am neuen Gefährt der Stadtwerke ist groß. Dutzende Schaulustige haben sich auf dem Bahnhofsvorplatz versammelt, um die ungewöhnlichen Doppel-Busse zu bestaunen; später, bei der " Jungfernfahrt", wird der Bus-Plus die Blicke von Autofahrern, Passanten und Bauarbeitern auf sich ziehen.
Dabei ist die Idee denkbar einfach und nicht einmal neu: Hinter einen Bus wird ein Anhänger gekuppelt, um mehr Fahrgäste transportieren zu können. Der Anhänger sieht aus wie ein Bus und ist eingerichtet wie ein Bus bloß, dass Fahrersitz und Lenkrad fehlen. Statt 72 kann der Bus-Plus 178 Passagiere mitnehmen, verbraucht dabei aber weniger Benzin als zwei oder gar drei einzelne Busse. Für Martin Meyer-Luu von den Stadtwerken geht die Rechnung deshalb voll auf: " Wir haben ein sehr ökonomisches und sehr ökologisches Fahrzeug." Hinzu kommt: Außerhalb der Spitzenzeiten kann der Fahrer den Anhänger in nur drei Minuten abkuppeln und sozusagen " solo" weiterfahren. Gerade auf der viel gefragten Hochschullinie 21 über den Westerberg sei diese Flexibilität ausgesprochen nützlich.
Seinen Namen verdankt der Bus-Plus einem Wettbewerb, zu dem die Stadtwerke nach einer ersten erfolgreichen Testphase im vergangenen Mai aufgerufen hatten. 16 Mal tauchte der Vorschlag unter den mehr als 1000 Einsendungen auf. Die Jury aus Werbepartnern, Pressevertretern und Stadtwerke-Mitarbeitern bevorzugte ihn letztlich vor Ideen wie " Das rote Krokodil" oder " Pistoribus".
Technikfreund Nordmann hatte ebenso an dem Wettbewerb teilgenommen wie die kleine Cora, und selbst, wenn sie nicht gewonnen haben, können sie nun eine Menge über den neuen Bus erfahren. Nordmann etwa ist fasziniert, dass der Anhänger eine eigene Lenkung hat: Biegt der Bus um eine Kurve, fährt der Anhänger noch ein klitzekleines bisschen weiter geradeaus, bevor auch er die Richtung ändert. So kommt das 23 Meter lange Fahrzeug auch um enge Kurven vorausgesetzt, man fährt ganz langsam, wie Busfahrer Karl-Heinz Kreke betont. Gemeinsam mit acht Kollegen wurde er speziell für den Einsatz im Bus-Plus geschult. Schließlich erfordert das überlange Gefährt nicht nur eine Ausnahmegenehmigung für den Betrieb im Stadtverkehr, sondern auch einiges an Geschick.
Davon abgesehen, sollen sich die Fahrgäste im hinteren Teil, dem " Plus", genauso sicher fühlen wie in jedem anderen Bus auch. Der Anhänger lässt sich für Rollstühle und Kinderwagen absenken, hat eine Klimaanlage und ist videoüberwacht. Per Knopfdruck kann der Fahrer im vorderen Teil angefunkt werden. Zumindest am Anfang sollen Mitarbeiter der Stadtwerke mitfahren, um zu helfen und Fragen zu beantworten. Dann werden sie allerdings zu Coras Beruhigung keine Laugenstangen im Bus verteilen.
Ein Video zum neuen Bus gibt es unter www.os1.tv ».

Bildtexte: 23 Meter lang ist der Bus-Plus, dessen Konzept denkbar einfach ist: Hinter einen Bus wird ein Anhänger gekuppelt, um mehr Fahrgäste transportieren zu können. Der Name lädt offenbar zu Wortspielen ein: Die Stadtwerke ließen die Anzeige zwischen " BusPlus" und " PlusBus" wechseln. Fotos: Gert Westdörp
Stopp! Zwischen diesen Bussen kann man nicht durchgehen: Passanten bestaunen den Bus-Plus am Hauptbahnhof.
Autor:
Constantin Binder


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