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NUSO-Archiv - Umweltgeschichtliches Zeitungsarchiv für Osnabrück
Umweltgeschichtliches Zeitungsarchiv für Osnabrück
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Erscheinungsdatum:
aus Zeitung:
Inhalt:
Überschrift:
Wer hat den Eisvogel gesehen?
Zwischenüberschrift:
Maskottchen der Ursulaschule bleibt Brutplatz am Haseufer fern
Artikel:
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Originaltext:
Osnabrück. Der Gesuchte hat kurze Beine, einen großen Kopf und zudem eine ziemlich große Klappe. Wer ihn gesehen hat, wird gebeten, sich bei der Ursulaschule zu melden. Die vermisst nämlich ihr Maskottchen einen Eisvogel.
Jahrelang lebte das Tier am Haseufer in unmittelbarer Nähe zur Ursulaschule. Biologie-Lehrer und Ornithologe Peter Pietschmann erinnert sich: 1999 habe der Vogel zum ersten Mal gebrütet. " An einer Mauer unterhalb eines Parkplatzes hat er ein blindes Abwasserrohr gefunden."
Das Rohr diente als Eingang. Von hier aus schuf sich das Tier vermutlich quasi unterhalb eines Parkplatzes eine Art Höhle, in der er jedes Jahr seine Jungen großzog. 12- bis 13-mal hat der Vogel in all den Jahren gebrütet, fünf bis acht Eier legt der gemeine Eisvogel jedes Mal, sagt Pietschmann. Ordentlich Nachwuchs also von dem Tier, das als streng geschützte Art gilt.
Der Eisvogel wurde zu einer kleinen Attraktion. Hinweistafeln an der Hasebrücke informierten über den kleinen Kerl mit dem blauen Kopf, Paddelboottouren auf der Hase wurden untersagt, wenn die Brutzeit anstand. Auch die Medien berichteten. Die Neue OZ titelte 2004: " Wie ein vermeintliches Rotkehlchen ein Star wurde."
Ist dem Vogel der Ruhm zu Kopf gestiegen? Unwahrscheinlich. Fest steht nur, dass er seit Herbst verschwunden ist. Ornithologe Pietschmann nennt dafür zwei Gründe. Erstens: Die Bauarbeiten am Haseufer, die quasi direkt vor der Haustür des Eisvogels stattgefunden haben. Sämtliche Bäume und Sträucher entlang des Flusses wurden entfernt. " Jetzt hat er natürlich keine Versteckmöglichkeiten mehr."
" Ein bisschen Hoffnung"
Doch Pietschmann hält noch eine andere Möglichkeit für sehr wahrscheinlich: " Der harte Winter wird viele Eisvögel das Leben gekostet haben." Ist das Maskottchen der Ursulaschule tot? Pietschmann weiß es nicht. An die Rückkehr des Tieres will er aber nicht so recht glauben. " Natürlich ist da aber noch ein bisschen Hoffnung." Wünschenswert wäre es, ansonsten wäre Osnabrück um eine kleine gefiederte Attraktion ärmer.

Bildtext: Alles Ausschau halten nützt nichts. Biologie-Lehrer und Ornithologe Peter Pietschmann vermisst den Eisvogel, der in einer tristen Wand am Haseufer jahrelang gebrütet hat. Das Tier ist verschollen. Foto: Dirk Fisser

Strenge Winter können sein Verhängnis sein
Auch wenn er Eisvogel heißt: Schnee und Eis können für dieses gefiederte Kerlchen zum Verhängnis werden. Auf der Suche nach einer freien Wasserfläche verliert der Eisvogel viel Energie und gerät in Lebensgefahr. Deshalb hängt die Größe des Brutbestandes wesentlich von der Strenge des Winters ab. Des Vogel der Jahre 2009 und 1973 hat seit 25 Jahren in Niedersachsen einen stabilen Bestand. Der Naturschutzbund Deutschland schätzte im vergangenen Herbst den Bestand auf 700 Brutpaare. Das lag auch daran, dass es in dieser Zeit meist milde Winter oder nur relativ kurze Frostperioden gegeben hatte. Deshalb konnte der Vogel mit den türkis-blau schillernden Federn seinen Hunger ohne größere Unterbrechungen an Kleinfischen stillen. Der Winter 2008/ 2009 war für den Eisvogel schon hart, der vergangene wurde für ihn zum Überlebenskampf. Früher hatte ihn zudem sein farbenprächtiges Gefieder in Gefahr gebracht. Im 19. Jahrhundert etwa waren seine Federn ein sehr begehrter Schmuck für Damenhüte.
Autor:
df


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