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NUSO-Archiv - Umweltgeschichtliches Zeitungsarchiv für Osnabrück
Umweltgeschichtliches Zeitungsarchiv für Osnabrück
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Zwischennutzung ist das Zauberwort
Zwischenüberschrift:
Teil 4: Limbergkaserne – Entwicklung der größten britischen Militärfläche kann noch 20 Jahre dauern
Artikel:
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Originaltext:
Osnabrück. Die Doppelkaserne am Limberg ist nach wie vor durch Stacheldrahtzäune und blickdichte Plastikplanen von der Außenwelt abgeschirmt. Es wird eine wahre Herkulesaufgabe sein, das 70 Hektar große Gelände der früheren " Mercer and Imphal Barracks" in der Dodesheide sinnvoll zu entwickeln. Städteplaner gehen davon aus, dass es 20 Jahre dauern wird. Es gibt zwar einen Perspektivplan, der Wohnen, Freizeit und Gewerbe vorsieht. Konzepte im Detail sind allerdings noch nicht vorhanden. Derzeit ist Zwischennutzung das Zauberwort.
Von Holger Jansing
Osnabrück. Mit Kirche, Krankenhaus, Supermarkt und einer eigenen Wasserversorgung war die mit Abstand größte Militärfläche in Osnabrück so etwas wie eine Stadt am Stadtrand eine Welt für sich. Nach dem Zweiten Weltkrieg besetzten die britischen Streitkräfte zunächst ein kleineres Areal am Südhang des Limberges, wo die Teutowerke Munition für die Wehrmacht produziert hatten. Es waren meist Frauen und ausländische Zwangsarbeiter (bis zu 1750 Beschäftigte), die monatlich rund zehn Millionen Patronen herstellten. Annahmen, es habe auch eine unterirdische Fabrik gegeben, haben sich inzwischen als falsch herausgestellt. Es gab lediglich einen Bunker und mehrere Luftschutzgräben. Offenbar gibt es weder durch die Munitionsfabrik noch durch die spätere militärische Nutzung größere Bodenverunreinigungen (sogenannte Altlasten).
In den Fünfzigerjahren bauten die Briten das Gelände zur Kaserne um und erweiterten es nach Norden. Dafür wurde ein Teil des Waldes am Limberg gerodet. Das Areal war schließlich 1, 2 Kilometer lang und bis zu 750 Meter breit. Im Endausbau gab es 167 Gebäude und Zweckeinrichtungen, wozu auch die beiden Exerzier- und Paradeplätze sowie ein Trainingsgelände für Hunde zählen. Die Kaserne wurde als letzte in Osnabrück am 26. März 2009 an die Bundesanstalt für Immobilienaufgaben (Bima) übergeben. Die britischen Streitkräfte hatten das Gelände zuvor vor allem für logistische Zwecke genutzt. Die großen Hallen im Norden und Süden boten Platz für Panzerwerkstätten und Garagen. Die am Limberg stationierten Soldaten rückten regelmäßig in den Irak und nach Afghanistan aus.
Englischer Rasen
Durch weiträumige Grünflächen, zahlreiche Birken und den angrenzenden Wald im Osten hat das Areal einen parkähnlichen Charakter. Früher war auch der Rasen bestens gepflegt echt englisch eben. Mittlerweile haben Moos und Unkraut die Oberhand gewonnen.
Ein Großteil der Bauten stammt von 1952 und befindet sich in einem " altersgerechten Zustand", wie es die Bima vornehm formuliert. Dazu gehören die 40 eingeschossigen Mannschaftsquartiere sowie zahlreiche nicht unterkellerte Büros und Lagerräume, die durchaus einen Charme auf Besucher ausüben. Sie seien auf Dauer aber nicht zu nutzen und müssten daher abgerissen werden, sagt Claudia Bierbaum vom Projekt Konversion der Stadt.
Andere Bauten seien dagegen gut in Schuss etwa die moderne Sporthalle von 2002, die voriges Jahr der Stadtsportbund angemietet hat (siehe auch den gelben Kasten). Ebenfalls erst acht Jahre alt ist eine moderne Mannschaftsküche mit Speisesaal, die für eine dauerhafte Nutzung interessant sein könnte. " Ideen sollten von demjenigen kommen, der auch investieren will", hält sich Claudia Bierbaum mit eigenen Gedankenspielen zurück.
DRK lagert Hilfsgüter
Nicht nur in der Sporthalle und auf dem großen Kunstrasenplatz ist inzwischen wieder Leben eingekehrt. Ein Autohändler hat Hallen im Norden des Geländes angemietet und stellt dort gebrauchte Fahrzeuge unter. Das Deutsche Rote Kreuz in Vehrte nutzt eine Garage, um dort auf 150 Quadratmetern Hilfsgüter für Krisenregionen zu lagern. Der DRK-Ortsverein engagiert sich seit Jahren in Abstimmung mit dem Generalsekretariat in Berlin auf diesem Gebiet, sammelt zum Beispiel ausgemusterte Rollstühle, medizinische Untersuchungsgeräte und Zelte, bevor sie im Katastrophenfall wieder zum Einsatz kommen. Bisher mangelte es den Vehrtern an Lagerkapazitäten. Es gibt auch kleinere Beispiele für eine gelungene Zwischennutzung etwa wenn die Osnabrücker Polizei mit ihren Streifenwagen den ehemaligen Exerzierplatz für Übungsfahrten nutzt.
Fest etabliert hat sich inzwischen am südlichen Rand des Geländes das " Hundetrainingszentrum am Limberg" eine abgetrennte Fläche mit eigenem Zugang. Alle anderen Mieter, die zeitweise Einrichtungen der Kaserne nutzen, bekommen einen Schlüssel für das Haupttor am Ickerweg und müssen dafür sorgen, dass Unbefugte das Gelände nicht betreten.
Ein Großinvestor für das gesamte Areal ist nicht in Sicht und wird es wohl auch nicht geben zu heterogen ist die Fläche. Inzwischen hat die Bima, die am Limberg mit einem Büro vertreten ist, ein zwölf Hektar großes Teilstück im Norden europaweit für die Gewerbenutzung ausgeschrieben. Bis Montag konnten Angebote abgegeben werden, die derzeit ausgewertet werden. Offenbar ist das Interesse sehr überschaubar.
Neue Durchgangsstraße
Die Städteplaner halten sich derweil an den Perspektivplan. Die Straße Am Limberg im Westen, die sich im Eigentum des Bundes befindet, soll zurückgebaut und nur noch für Fußgänger und Radfahrer zur Verfügung stehen. Daran anschließen könnte sich eine weitere Wohnbebauung mit Doppel- und Reihenhäusern. Eine neue Erschließungsstraße soll künftig quer über das Kasernengelände von der Hauptzufahrt am Ickerweg bis zum seit Jahren geschlossenen Tor an der Vehrter Landstraße führen. Freiflächen sollen erhalten und renaturiert werden, um den " Grünen Finger" Sandbachtal zu stärken. Eine weitere Überlegung geht dahin, die bestehenden Sportanlagen durch weitere Freizeiteinrichtungen sinnvoll zu ergänzen.

Bildtexte:
Im Süden und Norden der Kaserne stehen zahlreiche Garagen und Werkstätten ursprünglich für Panzer und Militärlastwagen. Zwischenzeitlich könnten sie als Lager genutzt werden.
Bilder einer Kaserne: Die Mannschaftsquartiere von 1952 sind nicht mehr nutzbar und werden auf Dauer verschwinden (großes Bild). Der Rasen ist längst nicht mehr englisch gepflegt. Entweiht ist bereits die Kirche. Auch sie dürfte abgerissen werden. In einem guten Zustand ist dagegen das Hockey-Feld mit Kunstrasen, auf dem auch Fußballmannschaften trainieren. Fotos: Michael Hehmann

Zwischenartikel:
Trainingszeiten in der Vereinssporthalle am Limberg zu vergeben
Bereits im Sommer 2009 hat der Stadtsportbund die erst sieben Jahre alte Sporthalle auf dem Gelände der Limberg-Kaserne angemietet. Die moderne Halle bietet hervorragende Trainingsmöglichkeiten. Sie bietet zusätzlich drei Squash-Courts, eine Indoor-Kletterwand und einen großzügigen Mehrzweckbereich. Vereinen wird die Möglichkeit geboten, sich neuen Zielgruppen und Sportarten zu öffnen. In der Vereinssporthalle stehen, anders als es in städtischen Sporthallen sein kann, die Interessen und Bedürfnisse der Osnabrücker Sportvereine im Vordergrund. Dieses Konzept ist von den Vereinen gut angenommen worden. Während des Winterhalbjahres trainierten neun Vereine regelmäßig in der Vereinssporthalle, die über eine erstklassige Geräteausstattung verfügt. Erstmalig wird der Stadtsportbund in diesem Monat einen gemeinsamen Übungsplan für das Sommerhalbjahr herausgeben, in dem alle Vereinsangebote in der Vereinssporthalle verzeichnet sind. Bisher gehörten dazu außer Fußball, Jazz-Dance und anderen klassischen Sportarten auch Kickboxen und Qigong. Bedingt durch den Wechsel verschiedener Gruppen, die im Sommerhalbjahr ihr Training zurück auf die Sportplätze verlegen, sind aktuell attraktive freie Hallenzeiten zu belegen. Vereine mit Interesse melden sich bitte in der Geschäftsstelle des Stadtsportbundes bei Ralf Dammermann unter Telefon 05 41/ 9 82 59-13 oder perE-Mail: ralf.dammermann@
ssb-osnabrueck.de.
Autor:
Holger Jansing


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