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NUSO-Archiv - Umweltgeschichtliches Zeitungsarchiv für Osnabrück
Umweltgeschichtliches Zeitungsarchiv für Osnabrück
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Erscheinungsdatum:
aus Zeitung:
Inhalt:
Überschrift:
Trutzburg für die Unabhängigen
Zwischenüberschrift:
Das Schinkeler Gemeindehaus
Artikel:
Kleinbild
Originaltext:
Osnabrück. Auffällig war die Architektur des Gemeindehauses in Schinkel. Mit Zwiebeltürmchen, Fachwerk, Freitreppe und Rundbogenfenstern zog es die Blicke auf sich. Erbaut wurde es 1908 für damals 40 000 Mark an der Ecke Tannenburgstraße und Heiligenweg. Das Wachstum der Gemeinde hatte den Bau erforderlich gemacht.
10 000 Einwohner zählte Schinkel damals. Die Gemeinde hatte Probleme, die sie allein nicht finanzieren konnte. Der größte Knackpunkt war die fehlende Kanalisation in der Gegend am Rande Osnabrücks. Ein Großteil Schinkels war bereits dicht bebaut, doch die hygienischen Verhältnisse ließen zu wünschen übrig.
Dennoch lehnte der Gemeinderat es ab, die Selbstständigkeit Schinkels aufzugeben. Eine Eingemeindung nach Osnabrück hatte die Regierung bereits 1907 angeregt. Dies war der Grund dafür, warum ein eigenes Wappen abgelehnt wurde, das auf Wunsch des Gemeinderates das neue Verwaltungsgebäude zieren sollte.
Als Schinkel dann am 1. April 1914 tatsächlich Osnabrück zugerechnet wurde, arbeiteten an der Tannenburgstraße nicht nur der Gemeindevorsteher Hafkemeyer, sondern auch ein Gemeindesekretär, drei Bürogehilfen (darunter eine Frau), zwei Gemeindediener, ein Feldhüter und ein Haus- und Wegewärter.
Wie die historische Aufnahme, die kurz nach der Fertigstellung des Hauses entstanden ist, zeigt, war die Tannenburgstraße damals an dieser Stelle noch ein sandiger Weg. Auch das spiegelt das rasante Wachstum des Stadtteils wider.
Zu Beginn des 20. Jahrhunderts war aus der ehemaligen Landgemeinde eine Art Arbeitervorstadt geworden. Hier wohnten viele Eisenbahnarbeiter, die im Bahnbetriebswerk an der Bremer Straße tätig waren.
Das Gemeindehaus wurde 1942 zerbombt. 21 Menschen wurden dabei getötet, darunter mehrere Beamte, aber auch Polizisten und Zivilisten. Das fast vollständig zerstörte Haus wurde nicht wiederaufgebaut. Eine Tafel, die zum 75. Jubiläum der Eingemeindung aufgestellt worden war, erinnert heute noch an das Gebäude. Auf seinem Grundstück steht nun ein mehrstöckiges Wohnhaus.
Wie das Gemeindehaus wurden im Zweiten Weltkrieg auch fast alle anderen Häuser dieses Viertels durch Bomben zerstört. Die Gebäude hatten zumeist einen gründerzeitlichen Charakter, Vorgärten schmückten manche von ihnen.
Die Tannenburgstraße erstreckt sich von der Oststraße bis zur Weberstraße, wo sie in die Windthorststraße übergeht. Ihren Namen hat sie von der früheren Besitzung Tannenburg, die in Höhe der heutigen Hausnummer 107 gestanden hat.

Bildtext: Zwiebelturm und Fachwerk zierten das Gemeindehaus im Stadtteil Schinkel, das 1908 für 40 000 Mark erbaut wurde. Die Ansichtskarte stammt aus der Sammlung von Helmut Riecken, Osnabrück.
Ein Wohnhaus steht heute an der Stelle des Gemeindehauses an der Tannenburgstraße. Foto: Gert Westdörp
Autor:
Marie-Luise Braun


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