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NUSO-Archiv - Umweltgeschichtliches Zeitungsarchiv für Osnabrück
Umweltgeschichtliches Zeitungsarchiv für Osnabrück
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Erscheinungsdatum:
aus Zeitung:
Inhalt:
Überschrift:
Wie Religionen das Zusammenleben prägen
Zwischenüberschrift:
Gastprofessur "Frieden und globale Gerechtigkeit" beginnt an der Uni Osnabrück
Artikel:
Kleinbild
Originaltext:
Osnabrück. Die Universität Osnabrück startet jetzt ein Programm " Gastprofessur Frieden und globale Gerechtigkeit", das an die Friedenstradition der Stadt Osnabrück anknüpft und die bestehende Friedensforschung an der Universität Osnabrück bündeln soll. Erste Gastdozentin im Sommersemester 2010 ist Dr. Dr. h.c. Eveline Goodman-Thau, Professorin für jüdische Religions- und Geistesgeschichte, Jerusalem.
Am Montag, 12. April, beginnt sie ihre Vorlesungstätigkeit in Osnabrück. Unter dem Titel " Kulturphilosophie aus den Quellen der Religionen" wird die Forscherin montags ab 16 Uhr im ehemaligen Gewerkschaftshaus am Neuen Graben 39, Raum NG 109, sprechen.
In dieser Vorlesung präsentiert und analysiert Goodmann-Thau die kulturelle Prägekraft der großen okzidentalen Religionen in Vergangenheit und Gegenwart. Und sie vergleicht sie. Der Fokus liegt einerseits auf der religiösen Kultur wie Brauchtum Lehre, Ethik und Ritus und andererseits auf ihren Veränderungen in mentale und institutionelle Strukturen. Dies zeigt sich am Beispiel der Literatur, der Malerei und an den Gedenk-, Schuld- und Erinnerungsstätten. Der Schwerpunkt liegt auf der Kulturphilosophie aus den Quellen des Judentums.
Ebenfalls sprechen werden aus christlicher und islamischer Perspektive Prof. Dr. Beate Ego, Prof. Dr. Arnulf von Scheliha sowie Prof. Dr. Rauf Ceylan. Das Thema aus Sicht der Literaturwissenschaft behandelt Prof. Dr. Christoph König.
Das Programm der Gastprofessur sieht vor, dass zunächst über vier Jahre in jedem Sommersemester ein ausländischer Vertreter der Friedensforschung für einen einsemestrigen Gastaufenthalt gewonnen wird. Die erste Gastdozentin, Goodman-Thau, engagiert sich wissenschaftlich und praktisch seit vielen Jahren im interreligiösen Dialog und in der Versöhnungsarbeit zwischen Juden, Christen und Muslimen.
Geboren wurde Goodman-Thau 1934 in Wien. Fünf Jahre später flohen ihre Eltern und Großeltern mit ihr und ihren Geschwistern nach Holland. Goodman-Thau wurde 1945 niederländische Staatsbürgerin. Sie studierte Englische Literatur, Philosophie und Judaistik an den Universitäten Amsterdam und Jerusalem. Später arbeitete sie im Schwerpunkt in der feministisch-religiösen Bildungs- und Kulturarbeit sowie zu jüdischen Studien über Bildung, jüdische Geschichte, Bibel, Midrasch und Gesetzesverkündigung.
1993 wurde sie an der Universität Kassel promoviert. Eveline Goodman-Thau übernahm Gastdozenturen, unter anderem in Tübingen, Heidelberg, Berlin und Oldenburg. 2000 habilitierte sie sich im Bereich Jüdische Philosophie und Geistesgeschichte an der Universität Kassel. Im gleichen Jahr erfolgte in Jerusalem ihre Ordination zur orthodoxen Rabbinerin.
Gegenwärtig ist sie Gründungsdirektorin der Hebraic Graduate School of Europe, die auf ihre Initiative und mit Unterstützung des Deutschen Bundestages in Berlin eingerichtet werden soll.

Bildtext: Prof. Dr. Eveline Goodman-Thau Foto: Marie-Luise Braun


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