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NUSO-Archiv - Umweltgeschichtliches Zeitungsarchiv für Osnabrück
Umweltgeschichtliches Zeitungsarchiv für Osnabrück
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Erscheinungsdatum:
aus Zeitung:
Inhalt:
Überschrift:
Multireligiöse Schule ohne Mehrheit
Zwischenüberschrift:
Erste Beratungen im Schulausschuss: Grüne schwenken um
Artikel:
Kleinbild
Originaltext:
Osnabrück. Das Konzept einer " abrahamischen Schule" für Kinder der drei Religionen Judentum, Christentum und Islam an der Johannisschule bleibt weiter strittig. Erstmals lag in dieser Woche das Konzept der katholischen Schulstiftung für eine solche Privatschule dem städtischen Schulausschuss auf dem Tisch. Erste Reaktionen der Parteien lassen erkennen: SPD und Grüne lehnen den Plan ab.
Von Frank Henrichvark
Osnabrück. Fünf Seiten umfasst das Rahmenkonzept für eine Weiterentwicklung der jetzigen Bekenntnisgrundschule zu einer gemeinsamen Grundschule für Juden, Muslime und Christen. Es stammt vom 19. Februar und ist unterzeichnet von Dr. Winfried Verburg, dem Leiter der Schulabteilung im Bischöflichen Generalvikariat. Damit wird nun erstmals der Plan für eine " abrahamische Schule" jener drei Religionen, die auf den Kirchenvater Abraham zurückgehen, präzisiert, den Verburg im September letzten Jahres zusammen mit Vertretern der Jüdischen Gemeinde und der muslimischen Schura vorgestellt hatte.
Angesprochen werden darin beispielsweise die Einsetzung eines Beirats aus Lehrern, Eltern und Vertretern der beteiligten Religionsgemeinschaften, die Aufnahmekriterien, Stellung der Lehrkräfte, die Bedeutung des Religionsunterrichts und des religiösen Profils sowie die Finanzierung der Schule.
Bei der Aufnahme von Schülerinnen und Schülern wird grundsätzlich Drittelparität angestrebt. Falls die Zahl aus einer Religionsgemeinschaft geringer wäre, sollen die Plätze anteilig vergeben werden. Grundsätzlich solle die Schule ein schulgeldfreies Angebot sein, heißt es in dem Konzept. Das Bistum wolle jährlich 50 000 Euro aus Eigenmitteln bereitstellen, erwarte aber von der Stadt die Übernahme der Betriebskosten und auch vom Land die volle Personalkostenerstattung. (In Paragraf 149 des Niedersächsischen Schulgesetzes ist die Finanzhilfe erst drei Jahre nach der Genehmigung vorgesehen.)
Dieses Konzept hatte Verburg auch in Elternversammlungen an der Johannisschule vorgestellt. Eine vom Schulelternrat durchgeführte Elternbefragung ergab dann jedoch nur 23 Prozent Zustimmung für die abrahamische Schule, 25 Prozent für die bestehende katholische Bekenntnisschule und 51 Prozent für die Umwandlung in eine Gemeinschaftsschule.
Damit sei das neue Konzept " tot", weil es gegen den erklärten Willen von Eltern und Lehrern an diesem Standort nicht durchzusetzen sei, sagte dazu im Schulausschuss Birgit Strangmann für die Grünen. Ihre Partei hatte sich bislang positiv zu dem Konzept geäußert.
Die SPD erneuerte ihre ablehnende Haltung, während CDU und FDP weitere Erläuterungen und darauf basierend eine erneute Beratung im Ausschuss forderten. Der wird voraussichtlich wieder am 3. Juni tagen. Dabei müsse auch die kommende Grundschul-Entwicklungsplanung für die gesamte Stadt berücksichtigt werden.
Um die drohende Einzügigkeit der Johannisschule abzuwenden, hat die Stadt zum nächsten Schuljahr die Zulassungsquote für nicht-katholische Kinder auf 25 Prozent angehoben.
Unterdessen sammeln die katholische Kirche und ihre Kooperationspartner Unterschriften für das Projekt. 380 Unterstützer hätten am letzten Wochenende unterschrieben, berichtete Bistums-Sprecher Hermann Haarmann.
Autor:
Frank Henrichvark


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