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NUSO-Archiv - Umweltgeschichtliches Zeitungsarchiv für Osnabrück
Umweltgeschichtliches Zeitungsarchiv für Osnabrück
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Erscheinungsdatum:
aus Zeitung:
Inhalt:
Überschrift:
Wissenssuche im Dunkeln
Zwischenüberschrift:
Angebot des Museums Industriekultur – Hauptschüler auf den Spuren der Bergleute
Artikel:
Kleinbild
Originaltext:
Osnabrück. Licht flackert über unebene Wände, Kies knirscht unter den Füßen, wenn nicht gerade Pfützen den Weg zum Zickzack-Kurs werden lassen. Es ist dunkel, es ist kalt. Und von links dröhnt eine körperlose Stimme: " Macht mal nicht so schnell da vorne." Sechs Achtklässler stolpern durch den Haseschacht. Sie sind auf der Suche nach Wissenswertem über die Industriegeschichte.
Im Haseschachtgebäude angekommen, schüttelt der 15-jährige Chris halb begeistert, halb ungläubig den Kopf. So also haben die Bergleute früher mal gearbeitet: im Schein einer Froschlampe, die nur wenige Meter und die auch nicht wirklich beleuchtet. " Immerhin konntet ihr aufrecht stehen", setzt Jan Tönnies noch eins drauf. Die meisten Stollen seien sehr viel niedriger, sagt der Volontär des Museums Industriekultur. " Deshalb wurden früher oft Kinder in die Bergstollen geschickt", ruft einer der Schüler.
Die Gruppe ist gut vorbereitet. Im Fach " Geschichtliche und soziale Weltenkunde" nimmt Klassenlehrerin Regina Hillebrandt von der Thomas-Morus-Hauptschule mit ihren Zöglingen derzeit das Thema Industriegeschichte durch. Und das Museum Industriekultur bietet ein passendes Paket für einen Schulausflug an.
" Wir sind noch absolut in der Erprobungsphase", sagt Museumsdirektor Rolf Spilker. Seine Idee: die museumspädagogischen Angebote seines Hauses an den Themen auszurichten, die gerade in den Schulen durchgenommen werden. " Bislang haben wir uns auf die Grundschulen konzentriert", erzählt Spilker. Jetzt sind die weiterführenden Schulen dran. Und eben nicht nur die Gymnasien.
Um zum Unterricht Genaueres herauszufinden und auch altersgemäße Angebote erarbeiten zu können, hat Jan Tönnies einige Zeit die Arbeit in Schulen beobachtet und ein Konzept für die Museumsangebote entwickelt. " Wir wollen die Schüler nach Möglichkeit selbst machen lassen. Wir geben nur die Struktur und das Material vor", erläutert Spilker.
Dazu werden die Achtklässler der Thomas-Morus-Schule in sechs Gruppen eingeteilt und bekommen Arbeitsblätter in die Hand gedrückt. Unter Namen wie " Untertage", " Dampfmaschine", " Industrie" oder auch " Grubenunglück" machen sich die Jugendlichen im Museum auf die Suche nach Informationen, beobachten, halten Eindrücke fest und tragen die Ergebnisse später ihren Mitschülern vor. " Welche Vorteile bringt die Industrialisierung für ein Dorf", so lautet eine Frage der Gruppe " Industrie". Die Gruppe " Grubenunglück" hat Gedichte erhalten, die sie interpretieren soll.
Für die Achtklässler ist der Ausflug nichts Neues. Regina Hillebrandt legt Wert auf Lernorte außerhalb der Schule. " Sie sollen lernen, neugierig zu sein", sagt sie zu ihrer Idee. Das Konzept der Thomas-Morus-Schule lässt ihr Raum für solche Extras. Hier kann Unterricht flexibel gehandhabt und Zeiten mit Kollegen getauscht werden.
Die Schüler sind bei der Sache und schwärmen nach einer kurzen Einführung aus. Sie recherchieren an den Stationen des Museums oder mithilfe der Netbooks im Eingangsbereich. " Und uns Menschen könnt ihr auch gern fragen", sagt Jan Tönnies und schmunzelt. " Ich will nur die von euch an den Netbooks sehen, die eine bestimmte Frage beantworten wollen", fügt er noch hinzu. Aber das scheint tatsächlich überflüssig zu sein.
Mehr: www.industriekultur-museumos.de »

Bildtext: Im Schein von Froschlampen erforschten Ivo Valerio, Lucas Weide und Lara Hörnschemeyer (vorne, von links) von der Thomas-Morus-Hauptschule den Haseschacht. Jan Tönnies, Volontär des Museums, begleitete sie. Foto: Hermann Pentermann
Autor:
Marie-Luise Braun


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