User Online: 1 | Timeout: 02:16Uhr ⟳ | Ihre Anmerkungen | NUSO | Info | Auswahl | Ende | AAA  Mobil →
NUSO-Archiv - Umweltgeschichtliches Zeitungsarchiv für Osnabrück
Umweltgeschichtliches Zeitungsarchiv für Osnabrück
Datensätze des Ergebnis
Suche: Auswahl zeigen
Treffer:1
Sortierungen:
Anfang der Liste Ende der Liste
1. 
(Korrektur)Anmerkung zu einem Zeitungsartikel per email Dieses Objekt in Ihre Merkliste aufnehmen (Cookies erlauben!)
Erscheinungsdatum:
aus Zeitung:
Inhalt:
Überschrift:
Wann wird Lärm unerträglich?
Zwischenüberschrift:
Voxtruper beschweren sich über Gewerbebetriebe – Grenzwerte werden aber eingehalten
Artikel:
Kleinbild
Originaltext:
Osnabrück. Lärmbelästigung oder nicht? Diese Frage ist hierzulande durch Grenzwerte bestimmt. Subjektives Empfinden spielt hingegen keine Rolle, wie Anwohner des Wellmannsweges in Voxtrup jetzt erfahren mussten.
Eine von ihnen ist Manuela Mitthöfer. Wenn die Mutter aus dem Fenster ihres Wohnzimmers schaut, dann guckt sie nicht nur auf die Lärmschutzwand der Autobahn 33, sondern auch auf zwei Gewerbehallen. Die stehen auf einem Grundstück zwischen dem Wohnhaus der Mitthöfers und der Autobahn.
Erschlossen ist das Gewerbegrundstück über eine kleine Stichstraße, die täglich von den Lkw der Firmen befahren wird." Wenn die hier vorbeifahren, dann klirrt das Geschirr in meinem Schrank", sagt Mitthöfer. Seit 2007 beschwert sie sich regelmäßigüber den Krach hinter und neben ihrem Haus.
Sie hat sich an die Firmen gewandt, an die Stadt Osnabrück, an das örtliche Gewerbeaufsichtsamt. Und doch konnte sie immer nur Teilerfolge feiern. So haben sich die Unternehmen bereit erklärt, nachts keine Lkw mehr hinter dem Haus der Mitthöfers zu beladen. Ladeverkehr findet jetzt nur noch in der Zeit von 6 bis 17 Uhr statt. Einen Wecker braucht die Familie nach eigener Aussage nicht.
Mit der Beschränkung der Ladezeit sei aber ein neues Problem aufgetreten, so Mitthöfer: Das Tor zu dem Gelände sei frühmorgens verschlossen. Kämen Lkw vor 6 Uhr morgens an, dann warteten sie mit laufendem Motor in der kleinen Stichstraße direkt vor dem Schlafzimmerfenster von Ehepaar Mitthöfer.
Nach Rücksprache mit dem Unternehmen habe man auch dieses Problem größtenteils in den Griff bekommen. Doch dann das: Zum Jahreswechsel siedelte sich eine kleine Spedition auf einer Freifläche hinter dem Haus der Mitthöfers an. Bis zu neun Kleintransporter seien jeden Morgen um 3.30 Uhr gestartet. Beschwerde beim Gewerbeaufsichtsamt: Jetzt beschränkt das Unternehmen seine Ab- und Anfahrt nach Aussage der Mitthöfers weitgehend auf die Tageszeit.
Zufrieden ist die Familie damit aber noch nicht. 15 Lkw hat Manuela Mitthöfer am Dienstagmorgen gezählt, die die Stichstraße durchfahren haben. Den Lärm, der beim Beladen entsteht, findet wohl nicht nur sie unerträglich: Die Mitthöfers haben am Wellmannsweg noch zwei Mietshäuser, ebenfalls den Gewerbebetrieben quasi vorgelagert. Einer der Mieter suche sich jetzt eine neue Wohnung, sagt Mitthöfer. Er habe es seinen Kindern nicht länger zumuten wollen, dass sie jeden Morgen um 6 Uhr von Lkw-Lärm aus dem Bett geworfen werden. Mitthöfer:" Das ist der erste, und ich befürchte, dass noch mehr Mieter folgen."
Unsere Zeitung fragte noch einmal beim Gewerbeaufsichtsamt nach. Das nahm sich gut einen Monat Zeit, stellte neue Messungen an und kam zu dem Ergebnis: Am Wellmannsweg geht alles mit rechten Dingen zu. Das Grundstück der Mitthöfers liegt laut Bebauungsplan in einem Mischgebiet, sowohl Wohnhäuser als auch Gewerbebetriebe sind hier zulässig.
Allerdings sind die Lärmemissionen, die ein Gewerbebetrieb in einem Mischgebiet verursachen darf, begrenzt: Tagsüber maximal 60 Dezibel, abends 45 Dezibel. Nach den Messungen des Gewerbeaufsichtsamtes werden diese Werte durch die Betriebe am Wellmannsweg" sicher eingehalten". Zum Verständnis: 60 Dezibel entsprechen ungefähr einem Gespräch oder der Geräuschkulisse in einem Großraumbüro. Im Fall Mitthöfer sind es aber Lkw, die den Lärm verursachen.
Die Voxtruperin ist nicht zufrieden mit den Messergebnissen. Sie beklagt, dass das Gewerbeaufsichtsamt zu einer Zeit gemessen habe, als gerade wenig Verkehr auf dem Wellmannsweg unterwegs gewesen sei. Jetzt überlegt Manuela Mitthöfer, ob sie eine längerfristig angelegte Geräuschmessung aus eigener Tasche bezahlen soll. Denn klein beigeben will sie auf alle Fälle nicht. Ihrer Meinung nach ist die Geräuschkulisse am Wellmannsweg unzumutbar auch wenn die Grenzwerte etwas anderes sagen.
 
Autor:
df


Anfang der Liste Ende der Liste