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NUSO-Archiv - Umweltgeschichtliches Zeitungsarchiv für Osnabrück
Umweltgeschichtliches Zeitungsarchiv für Osnabrück
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Erscheinungsdatum:
aus Zeitung:
Inhalt:
Überschrift:
Das Jugendzentrum und die Gesamtschule
Zwischenüberschrift:
Im Jugendhilfeausschuss blieb Wichtiges ungesagt
Artikel:
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Originaltext:
Osnabrück. Soll das Jugendzentrum Westwerk zur neuen Gesamtschule verlegt werden? Nach Ansicht der CDU-Fraktion sollte eine solche Verlagerung von der Verwaltung geprüft werden. Der Jugendhilfeausschuss sagte aber mehrheitlich" Nein".
Erst vor vier Wochen hatte der Rat die Jugendverwaltung beauftragt zu prüfen, ob die Jugendangebote und die Gemeinschaftszentren dem Bedarf entsprechen. Nun richtete die CDU-Fraktion ihr Augenmerk auf das Westwerk: Die Verwaltung möge prüfen, ob das Jugendzentrum in die Nachmittagsangebote der künftigen Gesamtschule im Schulzentrum Eversburg einbezogen werden könnte.
Die bisherigen Aufträge seien nicht konkret genug, erläuterte Ratsfrau Eva-Maria Westermann (CDU): Ihrer Fraktion gehe es dabei nur" um eine rein räumliche Verlagerung" des Westwerkes. Eine frühzeitige Prüfung sei nötig, um mögliche Veränderungen in die Planungen für die Integrierte Gesamtschule aufzunehmen.
Ausschussvorsitzender Uli Sommer (SPD) sah das anders: Die Kernzeiten der Kinder- und Jugendarbeit lägen am Nachmittag, am Abend und am Wochenende, wenn die Schule aus oder geschlossen sei. Zudem stehe der Treff allen Kindern und Jugendlichen im Stadtteil und nicht nur den Schülern der künftigen IGS offen.
Auch Jugenddezernentin Rita Maria Rzyski äußerte Bedenken. In der Schule sei bis auf einen Raum kein Platz für Jugendangebote, höchstens später in einem Neubau. Sie erinnerte daran, dass Schulräume keine Freizeiträume seien:" Lehrer bekommen sofort hysterische Schnappatmung, wenn sie nur daran denken."
Was während der Sitzung nicht angesprochen wurde, ist die Form der künftigen IGS. Bisher hat das Land lediglich eine Halbtags-Gesamtschule genehmigt. Der Antrag der Stadt auf eine Ganztagsschule ist nach Auskunft der Schulverwaltung noch nicht entschieden. Sollte die Schulbehörde einen Ganztagsbetrieb bewilligen, gibt es zwei mögliche Varianten: die offene und die gebundene Form. Bei der offenen Ganztagsschule zahlt das Land einige zusätzliche Lehrerstunden, die Ausgestaltung des Nachmittags ist aber generell dem Schulträger der Stadt überlassen.
Eine gebundene, also verpflichtende Ganztagsschule wie die Gesamtschule Schinkel wird vom Land finanziert. Angesichts der Tatsache, dass alle neuen Gesamtschulen in Niedersachsen als offene Ganztagsschulen genehmigt wurden, wächst in Osnabrück die Vermutung, dass dies auch für die IGS Eversburg zutreffen wird.
Die offene, hämisch" Ganztagsschule light" genannte Form würde für die Stadt in den kommenden Jahren kontinuierlich höhere Kosten für die Nachmittagsbetreuung bedeuten. Gestartet wird zum kommenden Schuljahr mit vermutlich fünf fünften Klassen, dann folgen die weiteren Jahrgänge.
All das kam während der Ausschusssitzung nicht zur Sprache. Stadtjugendpfleger Hans-Georg Weisleder warf lediglich ein, dass für den CDU-Antrag keine besondere Dringlichkeit bestehe, da die Gesamtschule erst mit dem fünften Jahrgang an den Start gehe und langsam wachse.
 
Komentar:

Freizeit in der Schule? Nein danke!
Das Jugendzentrum Westwerk ist das jüngste aller Zentren. Als es 1997 aus der Taufe gehoben wurde, gab es gute Gründe. Der sehr aktive Runde Tisch Eversburg hatte schon seit Jahren Freizeitangebote für Kinder und Jugendliche gefordert. Ausdrücklich lobten die Mitglieder damals das freiwillige Nachmittagsangebot des Schulzentrums Eversburg. Aber: Am Nachmittag und Abend tue sich eine große Lücke auf. Sie wurde mit dem Westwerk geschlossen.
Seit Jahren arbeitet das Westwerk mit dem Schulzentrum zusammen. Eine Verlagerung der Angebote von der Atterstraße an den Grünen Weg wäre aber wenig sinnvoll. Schule ist alles andere als der bevorzugte Ort, an dem Kinder und Jugendliche ihre Freizeit verbringen wollen. Das erlebte die Gesamtschule Schinkel vor 20 Jahren: Mit attraktiven Freizeitangeboten wie Medienlabor und Kino wollte die Schule zum Anziehungspunkt für alle Kinder und Jugendlichen aus Schinkelund Schinkel-Ost werden. Der große Erfolg blieb aus.
Die Erfahrungen von Ganztagsschulen zeigen: Schüler nehmen die Hausaufgabenbetreuung gerne mit, weil sie dann die unliebsame Arbeit erledigt haben. Dann noch etwas Sport und nix wie weg. Erst recht an den Wochenenden oder während der Ferien wollen Schüler ihre Penne nur aus der Ferne sehen.
Nachdem der Vorstoß der CDU, eine Verlagerung des Westwerkes zu prüfen, im Jugendhilfeausschuss abgelehnt wurde, sollte nun die Verwaltung sorgfältig die Arbeit aller städtischen Zentren überprüfen.
Viel wichtiger als alle Standortfragen ist die Einrichtung eines Jugendhilfeplaners. Das hat auch Stadträtin Rita Maria Rzyski deutlich gemacht: Die Arbeit für Jugendliche und mit ihnen ist viel zu wichtig, um nur nebenher geplant zu werden.
Autor:
S.
 
Ulrike Schmidt


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