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NUSO-Archiv - Umweltgeschichtliches Zeitungsarchiv für Osnabrück
Umweltgeschichtliches Zeitungsarchiv für Osnabrück
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Erscheinungsdatum:
aus Zeitung:
Inhalt:
Überschrift:
Ziel: Bürgernähe und stabile Gebühren
Zwischenüberschrift:
Osnabrücker Servicebetrieb: Straßenbauer, Müllwerker und Stadtgärtner unter einem Dach
Artikel:
Kleinbild
Originaltext:
Osnabrück. Wenn im Winterdienst Not am Mann ist, und bei der Grünflächenpflege herrscht gerade Flaute, dann könnte doch eine Kolonne beim Schneefräsen und Streuen aushelfen. Solche Synergie-Hoffnungen verbindet die Stadt mit der Fusion verschiedener Dienststellen zum Osnabrücker Servicebetrieb. Das Ziel dabei: Gebührenstabilität und mehr Bürgernähe.
Straßenunterhaltung und Bauhof, Müllabfuhr und Straßenreinigung, Grünflächen, Spielplätze und Friedhöfe: " Alle unter einem Dach", so stellt sich der Osnabrücker Servicebetrieb (OSB) in einem Faltblatt vor. Bei einem Pressetermin machte Stadtrat Dr. Horst Baier deutlich, was mit der Zusammenlegung bezweckt wird: In der Vergangenheit hätten sich immer wieder Zuständigkeitsüberschneidungen ergeben. Mit der neuen Struktur solle effizienter gearbeitet werden.
Fast alle gewerblichen Mitarbeiter der Stadt, derzeit 450, sind zum Jahresbeginn unter das Dach des Osnabrücker Servicebetriebes gekommen. Im Pressegespräch wurde deutlich, dass die Fusion von oben angeordnet und bis zur Vorarbeiterebene vorangetrieben wurde. Zweifel bestehen jedoch, ob sie schon an der Basis angekommen ist. Ein sensibles Thema, denn die Beschäftigten fürchten, dass Arbeitsplätze abgebaut werden. Stadtrat Horst Baier wies diese Sorge zurück. Ziel sei es, mit dem vorhandenen Personal mehr zu machen.
Nach seiner Auffassung gibt es zwei Möglichkeiten, mit der angepeilten Kostenentlastung umzugehen. Zum einen lasse sich damit der Haushalt ein Stück weit konsolidieren, zum anderen seien Qualitätsverbesserungen denkbar, etwa in der oft beanstandeten Grünflächenpflege.
Mit der Fusion verbindet sich die Hoffnung auf mehr Bürgernähe. Betriebsleiter Axel Raue sprach von Überlegungen, eine einheitliche Servicenummer zu installieren. Am Telefon soll sich dann jemand melden, der Bescheid weiß, wenn es um Sperrmüllabfuhr, Bestattungstermine oder verschmutzte Spielplätze geht.
" Den Satz, , Ich bin nicht zuständig′, wird man in Zukunft nicht mehr oft hören, kündigte Kurt Santjer, Abteilungsleiter für die Straßenunterhaltung, beim Pressegespräch an. Vorteile erhoffen sich die Fusionsstrategen aber auch von einer besseren Auslastung der Maschinen und beim Einkauf, zum Beispiel von Schüttgütern.
Der Osnabrücker Servicebetrieb mit Betriebsleiter Axel Raue an der Spitze gliedert sich in folgende Abteilungen auf: Abfallwirtschaft (Leitung: Karsten Schrödter), Straßenunterhaltung (Kurt Santjer), Grünflächen (Frank Bludau), Fuhrpark (Manfred Töpler), Friedhöfe (Eva Güse), Planung und Bau/ Kinderspielplätze (Hartmut Damerow), Verwaltung (Martin Donnermeyer).

Bildtext: An einem Strang wollen sie ziehen: Stadtrat Horst Baier (rechts) stellte die Führungsmannschaft des Osnabrücker Servicebetriebes vor. Von links: Hartmut Damerow, Eva Güse, Manfred Töpler, Frank Bludau, Martin Donnermeyer, Karsten Schrödter, Kurt Santjer und Axel Raue. Foto: Jörn Martens

Kommentar:
Höhere Standards?

Nein, an Personalabbau sei natürlich nicht gedacht, versicherte Stadtrat Horst Baier, als er den Osnabrücker Servicebetrieb vorstellte. Seine Zurückhaltung ist verständlich, weil die Fusion den Beschäftigten mit dieser Zusicherung schmackhaft gemacht wurde. Synergieeffekte könnten ja auch der Qualitätssteigerung zugutekommen, sagt Baier. Aber als städtischer Kassenverwalter kommt er gar nicht umhin, auf Einsparungen zu drängen.
Wer jetzt darauf baut, dass die Grünflächen besser gepflegt, die Radwege häufiger gereinigt oder die Spielplätze in kürzeren Abständen inspiziert werden, mag schon bald eine bittere Enttäuschung erleben. Der Kostendruck wird noch zunehmen.
Wenn die Stadt vor personellen Grausamkeiten zurückschreckt, wird sie vom Land dazu gezwungen. Da bietet sich die neue Struktur als Stellschraube an, im Zweifel als Daumenschraube. Höhere Qualitätsstandards sind da reine Traumtänzerei.
Autor:
Rainer Lahmann-Lammert


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