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NUSO-Archiv - Umweltgeschichtliches Zeitungsarchiv für Osnabrück
Umweltgeschichtliches Zeitungsarchiv für Osnabrück
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Erscheinungsdatum:
aus Zeitung:
Inhalt:
Überschrift:
Ausstellungsprojekt ohne Mehrheit
Zwischenüberschrift:
Kunstwerk Leben: Verwaltung zieht Vorlage für Schau mit der Prof.-Grönemeyer-Stiftung zurück
Artikel:
Kleinbild
Originaltext:
Osnabrück. Stimmungswechsel innerhalb weniger Tage: Im Kulturausschuss hatte es vergangene Woche noch ein einstimmiges Votum für das vorgesehene gemeinsame Ausstellungsprojekt " Kunstwerk Leben" mit der Stiftung für Weltmedizin von Prof. Dr. Dietrich Grönemeyer gegeben. Dienstagabend im nicht öffentlichen Teil der Ratssitzung zog die Verwaltung jedoch die Vorlage kurz vor der entscheidenden Abstimmung zurück nachdem klar war, dass es keine breite Mehrheit gibt.
Die Fraktionsvorsitzenden von SPD und Grünen hatten zuvor deutlich gemacht, dass sie nur zustimmen, wenn alle Fraktionen das Konzept mittragen. Doch diese Chance war dahin, nachdem sich die CDU-Frakltion auf ein Nein festgelegt hatte. Auch der Vorschlag von Stadträtin Rita Maria Rzyski, erst in drei Monaten endgültig über das Projekt zu entscheiden, wenn sich absehen lässt, ob die Finanzierung des rund eine Million Euro betragenden Gesamtetats bei Deckelung des städtischen Anteils auf 67 000 Euro realistisch ist, hatte keine Chance, die Fronten aufzubrechen. " Weil sich im Laufe der intensiven Diskussion keine stabile Mehrheit für das Ausstellungsprojekt abgezeichnet hat, hat die Verwaltung die Vorlage zurückgezogen", lautete gestern die offizielle Erklärung des städtischen Presseamtes zum Ausstellungsvorhaben " Kunstwerk Leben". das von April bis Juli 2011 im Felix-Nussbaum-Haus und im Kulturgeschichtlichen Museum anlässlich der Fertigstellung des Anbaus gezeigt werden sollte.
Der CDU-Fraktionsvorsitzende Fritz Brickwedde erklärte gestern zur Position seiner Fraktion: " Inhaltlich gibt es erhebliche Vorbehalte gegen das Finanzierungskonzept. Wir können uns nach den großen Defiziten bei , Verborgene Spur′ und . Colossal′ keine weiteren Verlustprojekte leisten, deren Kosten dann zu Einsparzwängen bei den lokalen Kulturträgern führen. Außerdem ist es zur Eröffnung des Anbaus aus meiner Sicht sinnvoll, die Nussbaum-Bilder in den Vordergrund zu rücken."
Wenn es überzeugend gelungen wäre, das Ausstellungsprojekt in die Botschaften des Nussbaum-Hauses zu integrieren und all dies auch finanziell auf stabile Fundamente zu stellen, hätte die SPD-Fraktion " eine gute Grundlage gesehen", das Projekt voranzutreiben", machte der SPD-Fraktionsvorsitzende Ulrich Hus deutlich. Aber " in Anbetracht der desaströsen Situation des Haushalts und der ablehnenden Haltung eines erheblichen Teils des Stadtrats verbiete es sich, derartige Entscheidungen mit knapper Mehrheit durchzusetzen".
Grünen-Fraktionschef Michael Hagedorn verweist darauf, dass die geplante Ausstellung " sicher interessant wäre, allerdings Zweifel bleiben, ob sie zur Wiedereröffnung des Nussbaum-Hauses auch das passende Thema ist".
Der FDP-Fraktionsvorsitzende Thomas Thiele findet es dagegen " schade", dass es keine Bereitschaft gab, neue Ausstellungswege zu gehen: " Das Konzept hätte auch Besucher angezogen, die sonst nicht ins Museum gehen."

Kommentar:
Keine Risikobereitschaft

Dass am Ende selbst der Kompromiss, den städtischen Betrag festzuschreiben und dem prominenten Partner drei Monate Zeit für die Umsetzung des Finanzierungskonzepts zu geben, nicht mehrheitsfähig war, macht deutlich: Ein Teil des Rates zeigte der Kulturverwaltung wegen der zuletzt bei Ausstellungen eingefahrenen Defizite die Rote Karte. Außerdem wollten SPD und Grüne vor dem Hintergrund der 2011 anstehenden Kommunalwahlen ohne die CDU im Boot keine Risiken eingehen. Bleibt zu hoffen, dass dies nicht bei interessanten Ausstellungsansätzen zur Regel wird.
Autor:
Wolfgang Elbers


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