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NUSO-Archiv - Umweltgeschichtliches Zeitungsarchiv für Osnabrück
Umweltgeschichtliches Zeitungsarchiv für Osnabrück
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Erscheinungsdatum:
aus Zeitung:
Inhalt:
Überschrift:
Maisfelder, so weit das Auge reicht
Zwischenüberschrift:
Fachtagung zum Thema "Vermaisung"
Artikel:
Kleinbild
Originaltext:
Sonnenenergie, umgewandelt in Biomasse: Dafür steht der großflächige Maisanbau. Foto: dpa
hmd Osnabrück. Wissenschaftler, Landwirte, Naturschützer. Die Veranstalter hatten für die Osnabrücker Umweltgespräche Dozenten aus verschiedenen Fachrichtungen eingeladen. Das Thema: " Maisanbau und ökologische Forschung was ist davon praxistauglich?". Die Tagung zeigte: Es muss nicht " bunt statt Mais", sondern kann auch " bunt mit Mais" heißen.
Diese Ansicht stellte die Biologin Gisela Wicke vom Niedersächsischen Landesbetrieb für Wasserwirtschaft, Küstenschutz und Naturschutz (NLWKN) vor, der zusammen mit der Stiftung Tierärztliche Hochschule Hannover (TiHo) die Tagung veranstaltete. Zum Beispiel in den Ackerrandbereichen könnten Landwirte auf Dünger und Pflanzenschutz verzichten und auch die Wege neben dem Acker so bewirtschaften, dass Artenvielfalt möglich ist. Das Umweltgespräch in der Deutschen Bundesstiftung Umwelt drehte sich somit um neue Wege, damit Maisanbau und vielfältige Natur sich nicht ausschließen.
Denn der Vorteil von Mais wurde in der Fachrunde nicht angezweifelt. Bioenergie, Futterqualität und einfacher Anbau sind das Plus der Getreidesorte. Doch auf der anderen Seite stehen negative Aspekte: So berichtete Dr. Rainer Gießübel (Bundesministerium für Ernährung, Landwirtschaft und Verbraucherschutz), dass die Anbaufläche in der Bundesrepublik zwischen 2005 und 2009 um 400 000 auf 2, 1 Millionen Hektar angewachsen sei. In den Landkreisen Cloppenburg, Emsland, Grafschaft Bentheim und Vechta liegt der Anteil von Mais an der landwirtschaftlichen Nutzfläche bei über 50 Prozent. Maisfelder stellten keinen echten Lebensraum für Wild dar und seien in der Regel mit weniger Pflanzenarten verbunden, zeigte Dr. Sabine Aboling (TiHo) auf. Der Maisanbau sei wie jede Monokultur problematisch, fasste die Biologin zusammen.
Dazu kommen wirtschaftliche Erwägungen, wie Landwirt Conrad Schulte ausführte. Die Betriebe müssten die Fläche optimal nutzen. Sein Vorschlag: Die Ausgleichsflächen von Baugebieten sollten für entsprechende natürliche Lebensräume verwendet werden. Dr. Birgit Vollrath von der Bayerischen Landesanstalt für Wein- und Gartenbau stellte die Ergebnisse mit Wildkräutern vor. Mit ihnen könne annährend so viel Energie erzeugt werden wie mit Mais. Prof. Josef Kamphues (TiHo) empfahl, Untersaaten in den Maisfeldern anzupflanzen. Prof. Lütke Entrup (Deutsches Maiskomitee) berichtete zudem, dass achtjährige Fruchtfolgen nur geringfügig weniger wirtschaftlich seien als Maismonokulturen.
Schulte behandelte in seinem Beitrag " Viel Mais, viel Schwarzwild, viel möglich?" noch einen weiteren Aspekt: In den vergangenen Jahren sei ein deutlicher Anstieg von Wildschweinpopulationen zu verzeichnen gewesen. Derzeit würden neue Ansätze getestet, um diesen einzudämmen. In Maisfeldern könnten Schneisen mit Sommergerste eingezogen werden, die die Bejagung erleichtern würden. Dazu könnten umliegende Wälder mit einer schwarzwildfreundlichen Ansaatmischung helfen, die Tiere aus den Feldern zu locken.


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