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NUSO-Archiv - Umweltgeschichtliches Zeitungsarchiv für Osnabrück
Umweltgeschichtliches Zeitungsarchiv für Osnabrück
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Erscheinungsdatum:
aus Zeitung:
Inhalt:
Überschrift:
Baum gerammt und einfach weitergefahren
Zwischenüberschrift:
Osnabrücker wegen Unfallflucht verurteilt
Artikel:
Kleinbild
Originaltext:
Osnabrück. Ein Baum als Unfallgegner? Nein, meinte der Angeklagte. Doch, befand jetzt der Richter in einer Berufungsverhandlung vor der Strafkammer des Landgerichts. Und bestätigte damit ein Urteil des Amtsgerichts, das einen 47-Jährigen bereits wegen Unfallflucht zu 1500 Euro Strafe verurteilt hatte.
Dagegen hatte der Mann Berufung eingelegt zunächst mit Erfolg. Mit Blick auf den drohenden Verlust des beruflich benötigten Führerscheins und wegen Geringfügigkeit stellte ein Richter das Verfahren vorläufig ein. Einzige Auflage: Der Mann hätte 950 Euro zahlen müssen. Doch das Geld traf trotz mehrerer Mahnungen nie beim Gericht ein, sodass der Fall nun vor dem Landgericht erneut aufgerollt werden musste.
Laut Anklage war der Mann mit einem Auto auf der Meller Landstraße in einem Kreisverkehr gegen einen Baum gestoßen. An der noch jungen Buche, deren Eigentümer die Stadt war, entstand Totalschaden in Höhe von 659 Euro.
" Am Rand des Kreisverkehrs stand ein Auto, das plötzlich auf die Fahrbahn fuhr. Ich musste ausweichen und habe deshalb den Baum touchiert", schildert der Angeklagte seine Sicht des Geschehens. Dies sei in der ersten Verhandlung gar nicht berücksichtigt worden.
Er habe nach dem Unfall angehalten und zunächst den Schaden an seinem Leihwagen begutachtet, dann den an der Buche. " Ich sah, dass ein Stück Borke abgefallen war, und bin dann weiter- gefahren. Es war doch nur ein kleiner Baum", rechtfertigte sich der Angeklagte.
Das fasste ein Zeuge offenbar anders auf und verständigte die Polizei. Die nahm den Schaden auf und erhielt zwei Tage später vom Autoverleih eine Unfallmeldung. Denn erst bei der Rückgabe des Leihwagens hatte der Angeklagte auf das Problem hingewiesen. Die Version eines zweiten Autofahrers im Kreisverkehr überzeugte den Staatsanwalt nicht.
" Sie haben Unfallflucht begangen, das ist so klar wie Kloßbrühe", lautete am Ende das Fazit des Angeklagevertreters. Diesem Plädoyer folgte auch der Richter: " Der große Schaden am Leihwagen hätte Ihnen als erfahrenem Autofahrer deutlich machen müssen, dass Sie sich nicht einfach vom Unfallort entfernen durften." Aus Rücksicht auf die prekäre finanzielle Lage des Angeklagten verurteilte er ihn zu 50 Tagessätzen à 20 Euro.


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