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NUSO-Archiv - Umweltgeschichtliches Zeitungsarchiv für Osnabrück
Umweltgeschichtliches Zeitungsarchiv für Osnabrück
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Erscheinungsdatum:
aus Zeitung:
Inhalt:
Überschrift:
Wie ein Adelshaus in Italien
Zwischenüberschrift:
Die Villa Schlikker am Heger-Tor-Wall hat eine wechselvolle Geschichte
Artikel:
Kleinbild
Originaltext:
Osnabrück. Sein Maßstab waren die prunkvollen Adelshäuser der Renaissance und des Barock: Als der Commerzienrat Edo Floris Schlikker seine Villa am damaligen Kanzlerwall erbaute, ließ er sich nicht lumpen. 22 Räume, ein ausladender Balkon und eine in den Boden eingelassene Badewanne größeren Ausmaßes bezeugen das bis heute.
Neoklassizistischer Stil mit Anleihen aus Italien, wie das Flachdach mit seiner abschließenden Balustrade, zeichnen die Villa aus, die sich der wohlhabende Textilfabrikant errichten ließ. Italien war vor rund 100 Jahren ein beliebtes Winterziel der Betuchten. Eine Wanne im italienischen Stil muss Schlikker deshalb verlockend vorgekommen sein. In ganz Osnabrück ist keine zweite dieses Stils zu finden. Wohl aber in der Villa Stahmer in GMHütte.
Einige Jahrzehnte war die Wanne vergessen, bis das Bad 1986 restauriert wurde. Heute ist dieses Bad Zeuge des Badestils der sehr gehobenen Klasse um 1900.
Edo Floris Schlikker verstarb im Jahr 1926. 1932 übernahmen die Nationalsozialisten den repräsentativen Bau und richteten hier am Braunauer Wall bis 1945 die Osnabrücker Parteizentrale der Nationalsozialistischen Deutschen Arbeiterpartei (NSDAP) ein. Einige Zeit wurde es deshalb das " Braune Haus" genannt.
1945 besetzten die Briten die Villa und richteten dort eine Militärverwaltung ein. Demonstrativ wehte nach dem Einmarsch von dem Haus am Heger-Tor-Wall die britische Fahne und kündete vom Machtwechsel: Osnabrück war aus dem Verband des Dritten Reiches ausgeschieden. Als 1960 das Naturwissenschaftliche Museum einzog, wurden Fenster zugemauert, Stuckdecken abgehängt, die große Eingangshalle umfunktioniert. Doch Mitte der 1980er-Jahre, mit dem Einzug der Volkskundlichen Abteilung des kulturgeschichtlichen Museums, wurde der ursprüngliche Zustand der Villa wiederhergestellt. 1, 1 Millionen Mark kostete es, Stuckdecken freizulegen, PVC herauszureißen und Parkett zu schleifen.
Bildtext: Kanzlerwall hieß der Heger-Tor-Wall im Jahr 1918, als diese Aufnahme gemacht wurde. Rechts ist die Villa zu sehen, die Edo Floris Schlikker 1900/ 01 samt ihrem markanten Balkon hatte erbauen lassen. Postkarte der H. Lorch Kunstanstalt Dortmund

Das Kulturgeschichtliche Museum befindet sich heute in der Villa Schlikker am Heger-Tor-Wall. Foto: Michael Hehmann
Autor:
Marie-Luise Braun


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