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NUSO-Archiv - Umweltgeschichtliches Zeitungsarchiv für Osnabrück
Umweltgeschichtliches Zeitungsarchiv für Osnabrück
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aus Zeitung:
Inhalt:
Überschrift:
Warum Osnabrück eine große Halle braucht
Zwischenüberschrift:
Neue Analyse: Schlosswallhalle nicht mehr geeignet – Neubau für 13 Millionen Euro?
Artikel:
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Originaltext:
Osnabrück. Das Thema Arena steht wieder auf der politischen Tagesordnung, jetzt aber eine Nummer kleiner: Als Ersatz für die altersschwache Schlosswallhalle braucht die Stadt mittelfristig eine Großsporthalle mit 3000 Zuschauerplätzen, die auch für Messen und Konzerte nutzbar wäre.
Zu diesem Schluss kommt eine hausgemachte Bedarfsanalyse, die Jörg Schirmbeck vom Fachdienst Sport und Oliver Mix, Chef des Stadtmarketings, im Auftrag von Oberbürgermeister Boris Pistorius und des Rates erstellt haben. Sie wird am kommenden Donnerstag dem Schul- und Sportausschuss vorgestellt.
Osnabrücks größte Sporthalle, die Schlosswallhalle, erfülle " nur in sehr begrenztem Maße die Anforderungen". Die Halle, die Platz für maximal 1864 Zuschauern bietet, sei nicht zukunftsfähig, die " bauliche Situation" und Infrastruktur seien " grenzwertig", heißt es in der Bestandsaufnahme. Eine Renovierung mit Sanierung der Sanitäranlagen, Dämmung und Lüftung würde rund eine Million Euro kosten, aber die grundsätzlichen Probleme nicht lösen.
Was das in der Praxis bedeutet, spüren besonders die Giro-Live Ballers. Das Team, das in der Basketball-Bundesliga Pro A spielt (das ist das Unterhaus der Basketball-Bundesliga mit den Artland Dragons), darf in der kommenden Saison die Schlosswallhalle nicht mehr nutzen. Die Basketballbundesliga verlangt unter anderem eine Kapazität von mindestens 3000 Zuschauern und einen besonderen Boden. Die Giro-Live Ballers suchen zurzeit in der Stadt nach einer leer stehenden Industriehalle, die als Zwischenlösung für den Liga-Betrieb hergerichtet werden könnte. Mittelfristig wollen die Ballers in die erste Liga und in eine erstligataugliche Halle.
Bei einer Größenordnung von 3000 Sitzplätzen (plus 1500 Stehplätze) biete es sich an, die Halle multifunktional zu planen, um sie auch für Konzerte, Kongresse und Messen nutzen zu können. Es dürfe aber keine Konkurrenz zur Osnabrückhalle entstehen, heißt es in der Bedarfsanalyse. Die Autoren kommen nach Gesprächen mit regionalen Konzertveranstaltern und auf der Basis der Arena-Machbarkeitsstudie von 2008 zu dem Schluss, dass acht Konzerte mit etwa 4500 Zuschauern pro Jahr möglich wären. Es müsste allerdings klar geregelt werden, welchen Stellenwert die Konzerte im Hallenkonzept haben sollen. Auf- und Abbauten kosten Zeit und würden den Sportbetrieb zeitweise einschränken.
Die Halle könnte auch dem Messe-und Kongressgeschäft in Osnabrück Impulse geben. Die Stadthalle kann Kongresse mit etwa 900 Teilnehmern aufnehmen. Die Machbarkeitsstudie für die Arena sieht einen Bedarf von zwei bis vier Kongressen mit mehr als 1000 Besuchern im Jahr. Darüber hinaus haben Firmen aus der Region ein Interesse an größeren Präsentationen, für die es in Osnabrück keinen Raum gibt.
Die Autoren der elfseitigen Bedarfsanalyse weisen ausdrücklich darauf hin, dass die Wirtschaftlichkeitsprüfung nicht Gegenstand der Untersuchung war. Auf der Grundlage der Arena-Machbarkeitsstudie schätzen sie die Kosten grob auf 13, 4 Millionen Euro. Folgekosten werden nicht taxiert. Als Standort kämen der Güterbahnhof oder die ehemalige Briten-Kaserne am Limberg infrage. Der Platzbedarf für Halle, Parkplatz und Verkehrswege wird auf 2, 5 Hektar geschätzt.
Im vergangenen Jahr scheiterte der Plan für eine 7500-Plätze-Arena in Osnabrück, weil sich kein Nutzer für die Osnabrückhalle fand. Das Land Niedersachsen hatte eine Übernahme und Nutzung der Stadthalle für die Hochschulen abgelehnt. Der parallele Betrieb von Stadthalle und Arena wäre wirtschaftlich nicht möglich.

Bildtext: Schauplatz Schlosswallhalle: Hallenmasters im Fußball, Tanzwettbewerb " Dance4Fans", zweite Basketball-Liga der GiroLive Ballers und Volleyball-Regionalliga mit den OTB-Damen. Fotos: Helmut Kemme/ Gert Westdörp/ Jörn Martens/ Uwe Lewandowski

Kommentar:
Neue Prioritäten

Gerade hat der Stadtrat den Haushalt mit dem größten Minus aller Zeiten verabschiedet, da wachsen neue, teure Pläne in den Himmel. Eine Halle planen und bauen ausgerechnet in einer Zeit, in der Stadtteilbibliotheken geschlossen werden und Gebühren steigen? Kritische Fragen sind berechtigt. Aber genauso berechtigt ist der Hinweis, dass die Stadt über Jahrzehnte ihre sportliche Infrastruktur vernachlässigt und den Anschluss im Vergleich zu Lingen, Nordhorn oder Quakenbrück verpasst hat. Von Bielefeld und Münster ganz zu schweigen.
Die Politiker müssen nicht akut über eine neue Halle entscheiden, aber sie sollten gedanklich schon mal die Prioritäten bei den Investitionen der nächsten Jahre ordnen. In diesem Jahr stärkt die Stadt ihren kulturellen Leuchtturm, das Nussbaum-Haus, mit einer Millionen-Investition. Wie wäre es, wenn der Sport der nächste Förderschwerpunkt würde? Es wäre wirklich an der Zeit.
Autor:
Wilfried Hinrichs


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