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NUSO-Archiv - Umweltgeschichtliches Zeitungsarchiv für Osnabrück
Umweltgeschichtliches Zeitungsarchiv für Osnabrück
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Erscheinungsdatum:
aus Zeitung:
Inhalt:
Überschrift:
Stammkunden ließen anschreiben
Zwischenüberschrift:
Die Jahnstraße in der vorderen Wüste
Artikel:
Kleinbild
Originaltext:
Osnabrück. Auch diese Zeitreise führt uns wieder in die vordere Wüste. Diesmal geht der Blick des Betrachters über die Parkstraße hinweg in die Jahnstraße.
Um das Jahr 1905 entstand die historische Postkarte. Damals war jenes Viertel erst vor wenigen Jahren bebaut worden. Die Gasuhrenfabrik Kromschröder (hier im Rücken des Betrachters) bildete außerdem seit ihrer Erbauung 1897 den industriellen Kern des Viertels.
Bis heute hat die vordere Jahnstraße nur wenig von ihrem ursprünglichen Charakter verloren. Das liegt auch daran, dass die beiden markanten Eckbauten erhalten geblieben sind und nur wenig von ihrem gründerzeitlichen Fassadenschmuck eingebüßt haben. Das linke Gebäude bekam allerdings neue und großflächige Isolierglasfenster verpasst, rechts wurden die beiden sehr prägnanten Balkons abgeschlagen.
Von Anfang an und bis in die frühen 80er-Jahre des vergangenen Jahrhunderts gab es im Hochparterre dieses Eckhauses Jahnstraße 17 einen typischen Tante-Emma-Laden. Diese Familienbetriebe boten Lebensmittel, " Kolonialwaren" wie Kaffee, Tee oder Kakao, aber auch Waschpulver und eingelegte Heringe an also alle Waren des täglichen Bedarfs für die Nachbarschaft. Und selbstverständlich konnte die Hausfrau gegen Monatsende, wenn das Haushaltsgeld knapp wurde, auch anschreiben lassen.
1983 eröffnete dort dann das Frauenbüchercafé Mother Jones. Es war eine private Initiative der beiden Lehrerinnen Hela Lahrmann und Maria Kolostori, die einen Frauenbuchladen als Treffpunkt und Veranstaltungsort konzipierten.
In den 80er-Jahren herrschte Aufbruchstimmung unter den Osnabrückerinnen, und die Auseinandersetzung mit der " Frau in der Gesellschaft" stand im Mittelpunkt der Arbeit. 20 Jahre später hatte sich die Situation innerhalb der feministischen Bewegung wie auch der Gesamtgesellschaft gewandelt. Gegen manche Proteste kürzte die Ratsmehrheit den Zuschuss, und die Initiatorinnen gaben das Café entnervt auf. Der Frauenkulturverein blieb allerdings bestehen.

Bildtext: Ein Kolonialwarenladen war ursprünglich im Hause Jahnstraße 17 auf der rechten Seiten eingerichtet. Das Foto zeigt die Straße kurz nach dem Jahr 1905. Foto: Sammlung Riecken

Die markanten Eckbauten sind bis heute fast unverändert erhalten geblieben. Foto: Michael Hehmann
Autor:
Frank Henrichvark


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