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NUSO-Archiv - Umweltgeschichtliches Zeitungsarchiv für Osnabrück
Umweltgeschichtliches Zeitungsarchiv für Osnabrück
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Erscheinungsdatum:
aus Zeitung:
Inhalt:
Überschrift:
2,4 Millionen Euro für Angelaschule
Zwischenüberschrift:
Schulstiftung des Bistums saniert die Klassenräume
Artikel:
Kleinbild
Originaltext:
Osnabrück. Die Hürde ist hoch gelegt: " 70 Prozent Energieeinsparung muss möglich sein", sagt Karl Große-Kracht, der Leiter der Angelaschule, " das ist die Bedingung für den Zuschuss aus dem Umweltministerium." In Geld ausgedrückt, bedeutet das: 785 000 Euro oder fast ein Drittel von insgesamt 2, 4 Millionen Euro zur Sanierung des Klassentraktes im Park von St. Angela übernimmt das Umweltministerium. Immer vorausgesetzt, das ehrgeizige Klimaschutzziel ist zu erreichen.
Immerhin wurde der Klassentrakt im Park hinter der Bramstraße Mitte der 60er-Jahre gebaut. Damals kostete der Liter Heizöl vielleicht zehn oder 15 Pfennig, und CO2 - Reduktion war ein Fremdwort. Dementsprechend wurde auch gebaut: Holzfenster mit Einscheiben-Verglasung, aus Sicherheitsgründen nur zu kippen, aber nicht zu öffnen. Der Klinkerbau hat durchgehende Betondecken, die als Wärmebrücken die Heizenergie förmlich heraussaugen, und obendrauf noch eine überdimensionierte Heizungsanlage.
" Eine Schule ist mit herkömmlichen Verfahren gar nicht richtig zu lüften", sagt dazu auch der Schulleiter, " spätestens nach 20 Minuten ist die Luft im Klassenraum verbraucht, dann werden die Fenster aufgerissen. Die Schüler am Fenster stöhnen, jetzt sei es zu kalt, also wird die Heizung noch weiter aufgedreht. Und spätestens während der Pause strömt alle Wärme auf den Schulhof."
Deshalb wird bei der Sanierung des Klassentrakts der Angelaschule der umgekehrte Weg eingeschlagen: Das Gebäude bekommt eine kontrollierte Be- und Entlüftung mit Wärmerückgewinnung. Damit soll ein einwandfreier hygienischer Luftaustausch durch eine kontrollierte Lüftung erreicht werden. Eingesetzte CO2 - und Raumtemperaturfühler stellen eine optimale Anpassung der Luftqualität und Raumtemperatur sicher. In den Sommermonaten können die Lüftungsgeräte auch zu Kühlzwecken dienen, berichtet Georg Schomaker von der Schulstiftung des Bistums Osnabrück.
Wesentlich zur Reduzierung des Heizwärmebedarfs wird eine umfangreiche Fassaden-Dämmung der Gebäudehülle von innen beitragen, da der äußere Charakter des Objektes erhalten bleiben soll. Die Fenster sind allerdings abgängig und müssen komplett durch eine energiesparende Verglasung ersetzt werden. Auch das Flachdach wird saniert und gedämmt.
Die trotz guter Dämmung noch benötigte Wärme soll dabei, auch das ist Teil der Klimareduzierung, nachhaltig aus Erdwärme gewonnen werden. " Wir denken an einen Entnahmebrunnen für Grundwasser, das abgekühlte Wasser könnte direkt in die Nette geleitet werden", sagt Diplom-Ingenieur und Architekt Thomas Göckel, der für das bischöfliche Stephanswerk die Bauleitung übernimmt. Zwölf Kubikmeter Wasser und eine nutzbare Temperaturdifferenz von zwölf Grad könnten schon ausreichen, rechnete Göckel gestern vor.
Der Schulleiter Karl Große-Kracht fügt noch eine weitere Energiequelle hinzu. Man dürfe die Körperwärme nicht unterschätzen, sagt er: " 32 Schüler in einem Klassenraum bringen jeweils 80 Watt ein, das bedeutet immerhin 2560 Watt pro Stunde." Die Lehrperson nicht mitgerechnet, " denn der Lehrer bleibt natürlich immer cool", lächelt Große-Kracht.
Mitte Mai soll es mit der Sanierung losgehen. Dann ist der Abi-Jahrgang durch und das Raumprogramm etwas entlastet. Immerhin fehlen der Schule bis zum Herbst 18 Klassenräume. Und auch dann noch sei es ein " ehrgeiziges Programm", so Ulrich Saremba vom Stephanswerk, " notfalls werden wir in zwei Schichten arbeiten".

Bildtext: Einscheiben-Verglasung in maroden Holzrahmen: Nur eine der Schwachstellen im Klassentrakt der Angelaschule, der im kommenden Sommer mit Millionenaufwand saniert werden muss. Foto: Gert Westdörp
Autor:
fhv


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