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NUSO-Archiv - Umweltgeschichtliches Zeitungsarchiv für Osnabrück
Umweltgeschichtliches Zeitungsarchiv für Osnabrück
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Erscheinungsdatum:
aus Zeitung:
Inhalt:
Überschrift:
23 Kinder, viele Länder, eine Klasse
Zwischenüberschrift:
Die Hauptschule Innenstadt bekam einen Preis des Bundesinnenministeriums
Artikel:
Kleinbild
Originaltext:
Osnabrück. Für ihr selbst gedrucktes Buch " Wir kommen aus verschiedenen Ländern und sind doch alle hier" haben die Schülerinnen und Schüler aus der Klasse 5a der Hauptschule Innenstadt einen Preis in Höhe von 1000 Euro bekommen. Er wurde ihnen am 28. Januar im Deutschen Historischen Museum in Berlin von Bundesinnenminister Thomas de Maizière übergeben. Der Titel des Buchs ist für die Fünftklässler Alltag.
Lume (12) stammt aus dem Kosovo, Adrian (10) aus Deutschland, Tugce (11) aus der Türkei, und Ali (11) kommt aus dem Libanon. Sie gehen mit 19 anderen Kindern aus Montenegro, Serbien, Bosnien und Russland in die 5a der Hauptschule Innenstadt. " Es gibt ein paar Doofe und ein paar Gute", sagen sie. Wer doof und wer gut ist, wollen sie nicht sagen. Nur eins ist klar: Mädchen und Jungen finden in diesem Alter keinen gemeinsamen Nenner.
Die 5a ist eine normale Klasse wie viele andere auch. Sie hebt sich jetzt jedoch von anderen Klassen ab, weil sie den Schülerwettbewerb " 60 Jahre Herzlichen Glückwunsch, Deutschland" gewonnen hat. Den Preis in Höhe von 1000 Euro haben sie für ihr Buch gewonnen, das sie in der Musik- und Kunstschule in der Nobbenburger Straße gedruckt haben. Es zeigt Szenen aus den Ländern, in denen ihre Eltern geboren wurden. " In der Türkei gibt es viele Moscheen", sagt Tugce und zeigt auf ihr Bild, auf dem Minarette abgebildet sind. Adrian hat die Nordsee und Parks gedruckt. Darüber lacht die Sonne. " In Deutschland scheint oft die Sonne", meint er. " Bei uns gibt es viele arme Menschen, die betteln", sagt Lume. Ali hat die Fahne des Libanon gemalt und erzählt von seinem letzten Besuch bei seiner Oma vor vier Jahren, kurz nach dem Libanonkrieg 2006. " In ihrem Haus waren noch Einschusslöcher zu sehen", sagt er.
" Kunst ist nicht schwer", meint Lume. Ein Vierteljahr lang haben die Kinder unter der Anleitung des stellvertretenden Leiters der Musik- und Kunstschule, Manfred Blieffert, an dem Buch gearbeitet. Die Texte und Bilder wurden von Kindern der einzelnen Nationalitäten produziert. Das Drucken haben sie gemeinsam besorgt. " Das hat die Klasse zusammengeschweißt", sagt Blieffert. Er verweist darauf, dass die Kinder über die Arbeit das Kulturgut Buch kennenlernen sollten. Das hat geklappt. " Es ist mit viel Liebe gemacht worden", sagt Adrian.
Das haben wohl auch die Juroren des Wettbewerbs erkannt. " Das Projekt hat einen sozialintegrativen Charakter und ist damit gleichzeitig ein Beispiel für die Integration durch schulische und außerschulische kulturelle Bildung", hieß es in der Begründung der Jury.
Insgesamt nahmen 270 Klassen und mehr als 10 000 Schüler an dem Wettbewerb teil. Die 1000 Euro werden zwischen der Kunstschule und der Hauptschule Innenstadt aufgeteilt. Die Kunstschule kauft davon Nähmaschinen für eine Textilwerkstatt. Die Fünftklässler fahren davon auf Klassenfahrt nach Belm-Vehrte.

Bildtext: Das selbst gedruckte Buch aus dem Kunstprojekt der Hauptschule Innenstadt stellen hier Adrian (10) und Lume (12, rechts) vor. Die Klasse 5a der Hauptschule Innenstadt bekam dafür einen Preis des Bundesinnenministeriums. Foto: Egmont Seiler
Autor:
tw


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