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NUSO-Archiv - Umweltgeschichtliches Zeitungsarchiv für Osnabrück
Umweltgeschichtliches Zeitungsarchiv für Osnabrück
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Erscheinungsdatum:
aus Zeitung:
Inhalt:
Überschrift:
Ärger über glatte Gehsteige und Radwege
Zwischenüberschrift:
Bürgerkritik an der Stadt und Anliegern: Nehmen Sie sich ein Beispiel an den Umlandgemeinden
Artikel:
Kleinbild
Originaltext:
Osnabrück. " Leise rieselt der Schnee." Wer bisher dachte, das rührselige Lied sei eine Erfindung des Einzelhandels, um die vorweihnachtliche Kauflust zu stimulieren, sah sich gestern wieder eines Besseren belehrt. Erneut rieselte es in natura, und vor allem Fußgänger und Radfahrer haben die Nase langsam voll davon. An der Qualität des Winterdienstes in der Stadt scheiden sich unterdessen die Geister.
Eine Leserin beschwerte sich zum Beispiel darüber, dass vor dem VfL-Stadion bisher nicht geräumt worden sei und viele sich dort auf die Nase gelegt hätten. Aber jetzt, wo das Pokalspiel gegen Schalke anstehe, habe die Stadt damit angefangen.
Ein anderer Leser kommt täglich aus Wallenhorst mit dem Fahrrad und rät dem Osnabrücker Räumdienst: " Nehmen Sie sich ein Beispiel an den Umlandgemeinden. Denn ab Ortseingang Osnabrück ist Schluss mit sicherem Radweg." Am Radweg an der Hansastraße würden Schnee und Eis durch den Räumdienst von der Straße auf die Fahrradwege zu beiden Seiten " draufgeräumt". Es komme niemand auf die Idee, mit einem der kleinen, extra angeschafften Schieber auch diese Wege frei zu machen. Auch Oldenburg wird oft als Beispiel genannt: Arno Traut, Leiter des dort zuständigen Abfallwirtschaftsbetriebes, sieht eine Problemquelle in aufgemalten Radwegen. Hier lande oft der Schnee von der Fahrbahn, eher als bei Hochbord-Radwegen. Die Oldenburger räumen wichtige Fuß- und Radwege mit insgesamt sechs Kleinstreuern. Die haben bewegliche neue Bürsten und eignen sich, so Traut, sehr gut bei Neuschnee. Geräumt und gestreut wird bei Bedarf auch vor 5 Uhr und bis etwa 20 Uhr nach einer Prioritätenliste.
Eine ältere Osnabrückerin berichtete: Jeder Gang über die Straße sei für sie ein Abenteuer. Zu Tränen gerührt war sie deshalb über die freundliche Geste einer Arzthelferin, die ihr persönlich eine Überweisung in den Briefkasten steckte so hatte die Seniorin diese Rutschpartie schon mal gespart.
Bernd Schneider, Vorsitzender des Kreisverbands Osnabrück des Allgemeinen Deutschen Fahrradclubs (ADFC), lobte dagegen die Deutsche Bahn, die es mit der Räumpflicht auf Rad- und Fußwegen in ihrem Zuständigkeitsbereich sehr genau nehme. An der Unterführung Buersche Straße zum Beispiel könne man am Eis erkennen, wo die Bahn nicht mehr räumpflichtig sei.
Gefährlich wird es dagegen oft an Bushaltestellen. Hier, so die Stadtwerke, seien aber nicht sie, sondern die Anlieger verpflichtet, die Verkehrssicherheit zu gewährleisten, und zwar nicht nur die privaten. Wer aber zum Beispiel am Landgericht aus dem Bus steigt, freut sich, wenn er von der dortigen Eispiste heil herunterkommt. Einige private Anlieger orientieren sich inzwischen auch an diesen Negativbeispielen und lassen Schnee und Eis einfach liegen. Andere werden erfinderisch: Ob die Absperrung des Gehsteigs vor der Haustür mit der Aufforderung, den gegenüberliegenden Gehweg zu benutzen, von der Räumpflicht befreit? Wohl nicht.
Der Verkehrsclub Deutschland (VCD) kritisiert, dass die Kommunen auf die Räumung großer Straßen zwar Wert legten, andere Verkehrsteilnehmer aber unnötigen Gefahren ausgesetzt würden. Doris Neuschäfer vom VCD-Bundesvorstand: " Besonders Menschen mit Gehbehinderung sind darauf angewiesen, dass die Wege möglichst gefahrlos benutzt werden können, um sich wie gewohnt am gesellschaftlichen Leben beteiligen zu können." Für Radler gelte: Sind gekennzeichnete Radwege oder Radfahrstreifen unbenutzbar, dürfen Radler auf der Fahrbahn fahren.
Für die FDP im Stadtrat steht die Kostenfrage beim Winterdienst auf Radwegen im Vordergrund. Die Antwort des Servicebetriebs auf die FDP-Anfrage: knapp 26 000 Euro. Die Grünen interessieren sich vor allem für die Erfahrungen mit dem sparsamen Umgang mit Salz. Sie sehen bei der Radwegräumung zwar auch noch Verbesserungsbedarf. " Angesichts der erheblichen Arbeitsbelastung der Mitarbeiter des Osnabrücker Service-Betriebs war im ersten Schritt aber nicht mehr möglich. " Ausdrücklich muss der unermüdliche Einsatz der Kollegen bei der Schneeräumung gelobt werden", betonen aber Fraktionsvorsitzender Michael Hagedorn und der umweltpolitische Sprecher Volker Bajus.

Bildtext: Mit voller Kraft in den Schnee viele Fußgänger und Radfahrer hätten sich von der Stadt, aber auch von privaten Anliegern mehr Einsatz gewünscht, um Geh- und Radwege passierbar zu halten. Foto: Michael Hehmann

Trick 17 am Bergerskamp werden Fußgänger auf die andere Straßenseite geschickt. Foto: Michael Schwager
Autor:
swa


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