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NUSO-Archiv - Umweltgeschichtliches Zeitungsarchiv für Osnabrück
Umweltgeschichtliches Zeitungsarchiv für Osnabrück
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Erscheinungsdatum:
aus Zeitung:
Inhalt:
Überschrift:
"Einfach toll! Hier ist alles neu"
Zwischenüberschrift:
Der erste Schultag in der neu errichteten Herman-Nohl-Schule
Artikel:
Kleinbild
Originaltext:
Osnabrück. " In der Herman-Nohl-Schule sollen sich alle wohlfühlen", lautet eine von sechs Grundregeln in der Förderschule für emotionale und soziale Entwicklung. Die räumlichen Bedingungen für das Wohlbefinden sind jetzt gegeben: Gestern war der erste Schultag in dem funkelnagelneuen Gebäude an der Lerchenstraße.
S. Osnabrück. " Die Wände sind neu, die Treppe ist neu, und die Toiletten sind neu", freuen sich die Kinder aus der Klasse 2a von Bettina Böhmer. Im Vergleich zu dem heruntergekommenen ehemaligen Gebäude an der Stüvestraße spricht die Klassenlehrerin von einem " Quantensprung."
Zwei 50 Meter lange Flügel rechts und links vom gemeinsamen Mittelteil wirken wie ausgebreitete Arme. " Ihr seid willkommen. Wir machen euch stark" ist das Motto der Schule für die Kinder und Jugendlichen, die andernorts wegen ihre Verhaltensauffälligkeiten weder willkommen sind noch mit ausgebreiteten Armen empfangen werden.
Vom Mittelteil mit Aula, Kiosk und Küche geht es rechts in die Primarstufe. Hier haben die 1. bis 4. Klassen ihre Zimmer, auf der anderen Seite die Sekundarstufe. Für die Großen und die Kleinen gibt es getrennte Schulhöfe. Alle wichtigen Räume sind nach Süden ausgerichtet. Funktionsräume und Toiletten gehen nach Norden.
Mit 73 Quadratmetern gibt es viel Platz in den Klassen mit jeweils zehn bis zwölf Schülern. Im Eingangsbereich sind Fächer für die Schultaschen und eine Garderobe, drinnen Fächer mit Ablagekörben. Klare Regeln und Strukturen seien das A und O für die Schüler, die von Zuhause beides nicht kennen, sagt Schulleiter Hanno Middeke. Die Kinder erlebten im Alltag viele Unregelmäßigkeiten. 23 Lehrkräfte, sieben Sozialpädagogen und der Schulsozialarbeiter stünden deshalb für Verlässlichkeit. " Ungezogene Kinder gab es schon immer", erläutert Middeke, " heute gibt es aber immer mehr unerzogene Kinder."
Gute Luft für gutes Lernen: Osnabrücks erstes öffentliches Gebäude, das dem Passivhausstandard entspricht, verfügt über eine Lüftungsanlage, die automatisch für Frischluft sorgt. Middeke erzählt von einer Studie über das Lüftungsverhalten in deutschen Schulen. Ergebnis: Ab der 3./ 4. Stunde wurde in den Klassenräumen ein CO2 - Gehalt gemessen, der dem an viel befahrenen Ausfallstraßen um nichts nachstand. Auch Kreidestaub gehört der Vergangenheit an. Die Tafeln wurden durch Weißwandtafeln ersetzt, die mit Filzmarkern beschrieben werden.
Früher hatte die Schule keinen einzigen Fachraum. Jetzt gibt es einen Musikraum, einen Raum für Physik, Chemie und Biologie, einen Bewegungsraum mit Judomatten und einen Werkraum mit Fahrradwerkstatt für die Schülerfirma. Einzig eine Turnhalle hat die Schule nicht. Zum Sport fahren die Schüler in eine Halle auf dem ehemals von den Briten genutzten Gelände an der Landwehrstraße.
Der Abzug der Briten machte den Neubau auf dem Gelände der einstigen Derby Middle School erst möglich. Vorher hatten Middeke und sein Kollegium jahrelang nach einem neuen Standort für die überalterte Schule gesucht. 6, 9 Millionen hat der Bau gekostet, davon stammen gut vier Millionen aus einem Bundesprogramm.
Auch die Schüler fühlen sich für das neue Haus verantwortlich. Dafür wollen Anna, Melissa, Kevin und Steven von der Schülermitverantwortung sorgen. In einem zweitägigen Seminar haben sie Regeln aufgestellt, nach denen Vergehen stärker als bisher bestraft werden sollen. Wer etwa die Wände bekritzelt, muss die Farbe zahlen und selbst streichen.
Und was ist das Beste? " Dass alles neu ist", sagen die Schüler immer wieder. " Die Lehrer sind toll", ruft ein Junge dazwischen, auch wenn sie nicht neu sind. Ein Haar in der Suppe gibt es dennoch. Die meisten der 130 Schüler, vor allem die 80 aus dem Umland, haben einen längeren Schulweg und müssen früher aufstehen.

Bildtext: Erstmals in der 56-jährigen Schulgeschichte gibt es jetzt spezielle Räume für Fachunterricht.

Lichtdurchflutet wie alle Klassenzimmer ist auch die zentrale Aula im Mittelteil zwischen Primar- und Sekundarstufe.

Das Leitwort der Herman-Nohl-Schule.

Faxen machen fürs Foto: Die Klasse 4a mit Lehrer Jörg Elbel. Ziel der Förderschule für emotionale und soziale Entwicklung ist es, die Schüler zu stärken, damit sie in eine Regelschule zurückkehren können. Foto: Jörn Martens
Autor:
S.


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