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NUSO-Archiv - Umweltgeschichtliches Zeitungsarchiv für Osnabrück
Umweltgeschichtliches Zeitungsarchiv für Osnabrück
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Erscheinungsdatum:
aus Zeitung:
Inhalt:
Überschrift:
Selbstbewusst, symbolhaft, jüdisch
 
Kollekten für die Synagoge gestiftet
Zwischenüberschrift:
Die neue Synagoge: Architekt Alfred Jacoby und sein Trick mit dem Hufeisen
 
32 000 Euro als ökumenische Spende
Artikel:
Kleinbild
 
Kleinbild
Originaltext:
Osnabrück. Dieser Bau ist der Stein gewordene Ausdruck für das wiedergewonnene Selbstbewusstsein der Jüdischen Gemeinde. Jahrzehntelang bestand sie aus wenigen Dutzend Mitgliedern. Jetzt sind es 1000, so viele wie noch nie. Der Architekt Alfred Jacoby hat die neue Synagoge an der Barlage gestaltet. Und konsequent selbstbewusst den Eingang von der Rückfront an die Straße verlegt.
Von außen mag die Synagoge einer fliegenden Untertasse ähneln. Von oben eher einem überdimensionalen Hufeisen. Das Hufeisen umschließt die sechseckige Kuppel, die vom 40 Jahre alten Vorgängerbau übrig geblieben ist. Architekt Jacoby unterscheidet nach dem Vorbild seines amerikanischen Kollegen Louis Kahn zwischen dienenden und bedienten Räumen. Mit dem hufeisenförmigen Ring ordnete er die dienenden Funktionen rund um das Zentrum an.
Der 59-jährige Professor, der am Bauhaus in Dessau lehrt, hat zehn Synagogen in Deutschland und eine im US-Staat Utah gebaut. Mit Jacobys Kunstgriff hat sich die Jüdische Gemeinde Osnabrück den Platz geschaffen, den sie für eine lebendige Gemeindearbeit braucht. Außer dem Turm mit der grünpatinierten Kupferabdeckung ist nichts geblieben wie es war. Das sechs Meter dicke Hufeisen bietet Platz für eine Garderobe, Büros, Unterrichts- und Versammlungsräume. Zwischen Altem und Neuem bleibt eine schmale Fuge, die Licht ins Gebäude lässt und die bepflanzt werden kann.
Im eigentlichen Gebetsraum können jetzt 107 Gläubige Platz nehmen bisher reichte es nur für ein gutes Drittel davon. Für besondere Gottesdienste oder Großveranstaltungen wie die feierliche Eröffnung am Mittwoch lässt sich der große Saal nahtlos anschließen. Dann reicht die Bestuhlung für 300 Teilnehmer.
Hell und sachlich hat Jacoby das Innere der Synagoge gestaltet. Magisch angezogen wandert der Blick auf den Aron Ha Kodesch den Heiligen Schrank für die Torarollen. Das dunkle Gestühl und das Eichenparkett bilden einen feierlichen Kontrast zur hell erleuchteten Kuppel.
Eine Besonderheit, auf die die Juden in Osnabrück bislang verzichten mussten, ist die Mikwe, das Tauchbad für rituelle Waschungen. Sie befindet sich im Keller, direkt unterhalb des Turms. " Die Mikwe ist wichtiger als die koschere Küche", sagt Alfred Jacoby augenzwinkernd. Für viele Gläubige mache sie eine Synagoge erst vollkommen. Gestaltet wurde die Mikwe von einem Londoner Rabbiner, der sich darauf spezialisiert hat.
Architekt Jacoby sieht die neue Osnabrücker Synagoge nicht als das Ende einer Entwicklung, sondern als Teil eines Prozesses. Er hofft, dass die Jüdische Gemeinde weiter wächst und demnächst wieder einen Architekten braucht. Einen, der aus der großen Synagoge ein noch größeres Bauwerk formt.
Ein Video über die
Eröffnung der Synagoge finden Sie unter www.os1.tv »
Einen Tag der Offenen
Tür veranstaltet die Jüdische Gemeinde Anfang März. Wir werden den Termin ankündigen.

Bildtext: Der sechseckige Turm mit dem Kupferdach überragt den Neubau, der aus dieser Perspektive einer fliegenden Untertasse ähnlich sieht. Fotos: Jörn Martens

Der Heilige Schrank für die Torarollen unter der Kuppel zieht die Blicke magisch an.
Die Mikwe, das Tauchbad für rituelle Waschungen, gab es in der alten Synagoge nicht. Sie wurde im Keller angelegt.

Dienende und bediente Räume unterscheidet Architekt Alfred Jacoby. In seinem hufeisenförmigem Baukörper (rechtes Foto, von innen) hat er die dienenden Räume untergebracht.
Autor:
Rainer Lahmann-Lammert


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