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NUSO-Archiv - Umweltgeschichtliches Zeitungsarchiv für Osnabrück
Umweltgeschichtliches Zeitungsarchiv für Osnabrück
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Erscheinungsdatum:
aus Zeitung:
Inhalt:
Überschrift:
Bäume gefällt – jetzt droht Bußgeld
Zwischenüberschrift:
Grüne kritisieren Investor am Westerberg
Artikel:
Kleinbild
Originaltext:
Osnabrück. Exklusive Wohnhäuser sollen künftig auf dem riesigen Gelände der ehemaligen Karmann-Villa an der Gutenbergstraße 37 stehen. Doch dem Investor, der das Projekt in Osnabrücks bester und teuerster Wohnlage im Stadtteil Westerberg vorantreibt, droht jetzt ein hohes Bußgeld. Er hat offenbar ohne Genehmigung fünf alte Bäume abholzen lassen.
In der Stadt Osnabrück gibt es zwar keine Baumschutzsatzung mehr, doch die Bäume waren im gültigen Bebauungsplan 365 (Edinghäuser Straße/ Gutenbergstraße) aufgeführt. Damit hätten sie nicht so ohne Weiteres entfernt werden dürfen. Voraussetzung wäre eine Änderung des Bebauungsplans gewesen. Über die wird derzeit aber noch in den Ratsgremien beraten.
In einer Pressemitteilung haben die Osnabrücker Grünen nun auf den " Baumfrevel" hingewiesen. " Es gab Hinweise aus der Nachbarschaft", wird der umweltpolitische Sprecher der Ratsfraktion, Volker Bajus, zitiert. " Denen sind wir natürlich sofort nachgegangen. Leider zu spät, mindestens fünf alte Laubbäume sind gefällt worden."
Diese Angaben bestätigt auf Nachfrage der Leiter des Fachbereichs Umwelt, Detlef Gerdts. " Es handelte sich um einen Bergahorn, eine Stieleiche, zwei Rotbuchen und eine Esche." Eine der Rotbuchen sei zwischen 60 und 90 Jahren alt gewesen, die übrigen Bäume hätten vermutlich ein ähnliches Alter gehabt.
Gegen den Investor laufe nun ein Bauordnungsverfahren. Er bekomme zunächst Gelegenheit zur Stellungnahme. Anschließend werde gegebenenfalls ein Bußgeld gegen ihn festgesetzt, das sich etwa im vierstelligen Bereich bewegen könne.
Geht es nach dem grünen Politiker Bajus, wiegt der drohende Imageverlust für das Unternehmen allerdings deutlich schwerer als der finanzielle Schaden. Die Firma habe " wider besseres Wissen" gehandelt, ist der Ratsherr überzeugt. Der Investor sei im Vorfeld auf den Bestandsschutz für die alten Bäume hingewiesen worden. " Dieses Verhalten sorgt nicht gerade für Vertrauen im laufenden Bebauungsplanverfahren, das Voraussetzung für das Wohnprojekt ist", sagt der grüne Politiker. Es sei naheliegend, dass seitens der Nachbarschaft, der Verwaltung und der Politik " nun sehr genau geprüft und abgewogen" werde.
Dabei stünden die Grünen der geplanten Bebauung des 17 000 Quadratmeter großen Grundstücks eigentlich positiv gegenüber. Die Fraktion sei außerdem davon ausgegangen, mit dem Osnabrücker Investor partnerschaftlich zusammenarbeiten zu können.
Unter anderem ist auf dem neuen Filetstück am Westerberg ein öffentlicher Fußweg geplant, der eine direkte Verbindung zwischen Stadthaus/ Hotel Remarque und dem Botanischen Garten herstellen soll. Bislang sind der Park und die Villa, in der Firmenpatriarch Wilhelm Karmann bis zu seinem Tod im Jahr 1998 lebte, durch hohe Mauern und Zäune abgeschirmt. Auf einer 8600 Quadratmeter großen Baufläche sollen neun Einfamilienhäuser entstehen, während die restlichen 8400 Quadratmeter alsöffentliche Grünfläche ausgewiesen werden.
Für Volker Bajus ist das Verhalten des Investors nun ein Beleg dafür, " dass das Bewusstsein für den Baumschutz in der Stadt bei einigen unterentwickelt ist". Dazu habe auch die Abschaffung der Baumschutzsatzung beigetragen. " Höchste Zeit, dass wieder mehr für den Baumschutz getan wird."

Bildtext: Neun exklusive Häuser sollen auf der hellgrün gekennzeichneten Fläche entstehen. Die dunkelgrün markierte Fläche bezeichnet die öffentliche Grünfläche, auf der die Bäume standen.

Kahlschlag: Auf dem Gelände der ehemaligen Karmann-Villa wurden fünf alte Bäume abgeholzt. Foto: Michael Hehmann
Autor:
ack


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