User Online: 1 | Timeout: 06:20Uhr ⟳ | Ihre Anmerkungen | NUSO | Info | Auswahl | Ende | AAA  Mobil →
NUSO-Archiv - Umweltgeschichtliches Zeitungsarchiv für Osnabrück
Umweltgeschichtliches Zeitungsarchiv für Osnabrück
Datensätze des Ergebnis
Suche: Auswahl zeigen
Treffer:1
Sortierungen:
Anfang der Liste Ende der Liste
1. 
(Korrektur)Anmerkung zu einem Zeitungsartikel per email Dieses Objekt in Ihre Merkliste aufnehmen (Cookies erlauben!)
Erscheinungsdatum:
aus Zeitung:
Inhalt:
Überschrift:
Taxispur auf dem Prüfstand
Zwischenüberschrift:
Testphase auf dem Bahnhofsvorplatz läuft Ende Februar aus
Artikel:
Kleinbild
Originaltext:
Osnabrück. Was hat die Anfang September probeweise eingerichtete Taxispur am Bahnhof gebracht? Wie lässt sich das zu Stoßzeiten herrschende Verkehrschaos so in den Griff bekommen, dass alle Seiten, vor allem aber die Bahnnutzer, damit leben können? Ende Februar läuft die Testphase für die umstrittene Taxispur aus: Zeit für eine Zwischenbilanz.
Die wollen die hiesige Industrie- und Handelskammer (IHK) sowie der Gesamtverband Verkehrsgewerbe Niedersachsen (GVN) und die Stadt in einer Gesprächsrunde am 2. Februar ziehen allerdings erst einmal nur intern. Die Sitzung ist nicht öffentlich″, betonte Gerhard Dallmöller von der IHK auf Anfrage. Auf Einladung von IHK und GVN werde die Stadt Osnabrück einen Erfahrungsbericht abgeben. Eingeladen zu der Gesprächsrunde seien auch die Busleute″, also die Stadtwerke, die Branchenvertreter aus dem Taxi- und Mietwagengewerbe und Anlieger des Bahnhofsvorplatzes. Nicht alle offenbar, sondern die besonders frequentierten Betriebe″.
Taxifahrer sind sauer
Erstes Ziel sei die vorläufige Auswertung der Probephase, so Franz Schürings, Fachbereichsleiter Städtebau bei der Stadtverwaltung. Er unterstrich, dass der Erfahrungsaustausch noch keine abschließende Bewertung sein werde: Aber wir ziehen ein Zwischenfazit.″ Steht darin auch die übrige Gestaltung des Bahnhofsvorplatzes auf dem Prüfstand? Das könne man schlecht trennen, räumte Schürings ein, da ja auch eine Verlegung des Taxistandes immer wieder ins Gespräch gebracht werde: Das vermischt sich immer wieder.″
Taxifahrer Gerd Hermes, Mitbegründer des Taxi-Clubs Deutschland, ist sauer, dass er und seine Kollegen nicht eingeladen sind: Wir fühlen uns nicht vertreten″, unterstrich er. Schürings und Dallmöller betonten hingegen, dass die Hauptbetroffenen″ sehr wohl mit am Tisch säßen: Natürlich ist nicht jeder einzelne Taxifahrer eingeladen, aber die Zentralen″, so Schürings. Ja, zwei, drei große Unternehmen und der Schindler von Mini-Car, der damit gar nichts zu tun hat, aber wir nicht″, monierte Hermes und verwies darauf, dass die Mini-Car-Mietwagen im Gegensatz zu den Taxis nur auf Anruf fahren und deshalb auch nicht Leidtragende der Situation am Bahnhof seien.
Und die sei so nicht hinnehmbar″. Denn die Wege für Gehbehinderte, Ältere oder Reisende mit schwerem Gepäck seien viel zu weit, die Hälfte der Kurzzeitparkplätze für individuellen Zubringerverkehr weggefallen und der Parksuchverkehr dadurch noch schlimmer als vorher, denn das Parkhaus werde einfach nicht angenommen. Bei der Stadt, so Hermes, liegen schon ordnerweise Beschwerden. Nicht von uns, sondern von den Bürgern!
Dem Versuch mit dem vom Individualverkehr klar abgegrenzten Bereich für Taxis steht er dennoch nicht komplett ablehnend gegenüber: Positiv ist, dass wir eine eigene Spur haben″, sagte der Taxifahrer, machte zugleich aber unmissverständlich klar: Wir möchten auf die andere Seite, dahin, wo jetzt die Busse sind, so dicht am Eingang wie möglich.″
Die Besucher sollten doch einen guten ersten Eindruck von der Stadt bekommen″, meinte der Taxifahrer. Letztlich gehe es darum, den zeitweise chaotischen Verkehr hier zu entzerren: Es muss doch möglich sein, in einer Stadt wie Osnabrück eine Lösung zu finden, die von allen mitgetragen werden kann!
Zu Wort gemeldet hat sich auch die Osnabrücker Landtagsabgeordnete der Linken, Marianne König. Offensichtlich sei der Probelauf gescheitert: Da muss die Stadtplanung sofort umdenken.″ Die Landtagsabgeordnete fordert, dass insbesondere für Menschen mit Behinderungen und Senioren die Wegführung geändert wird: Der kürzeste Weg ist der richtige.″

Bildtext: Die Taxispur am Hauptbahnhof ist im September probehalber für sechs Monate eingerichtet worden. Die Taxler sind unzufrieden, Fahrgäste müssen lange Wege gehen, und die Stadt denkt über eine Neuordnung des Platzes nach. Foto: Gert Westdörp
Autor:
Angelika Hitzke


Anfang der Liste Ende der Liste