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NUSO-Archiv - Umweltgeschichtliches Zeitungsarchiv für Osnabrück
Umweltgeschichtliches Zeitungsarchiv für Osnabrück
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Erscheinungsdatum:
aus Zeitung:
Inhalt:
Überschrift:
Kamerun liegt an der Hase
Zwischenüberschrift:
Osnabrücker benannten das Bahnbetriebswerk nach dem afrikanischen Land
Artikel:
Kleinbild
Originaltext:
Osnabrück. Kamerun liegt in Afrika, an der Atlantikküste im Westen des Kontinents, um genau zu sein. Doch auch in Osnabrück, an der Bremer Straße, gibt es einen Ort solchen Namens.
Das Bahnbetriebswerk, rechts im Bild, heißt im Volksmund " Kamerun". Dafür gibt es zwei Gründe: So haben viele Osnabrücker vor 100 Jahren beim Anblick der rußgeschwärzten Arbeitergesichter an die Menschen in der deutschen Kolonie Kamerun gedacht. 1884 war das Werk eröffnet worden und damit in dem Jahr, in dem das Deutsche Reich seine Kolonien in Afrika proklamierte. Durch diese zeitliche Übereinstimmung habe das Bahnbetriebswerk von Beginn an den Beinamen " Kamerun" bekommen, so ist es in einer Chronik der Bahndirektion Münster von 1935 nachzulesen.
Die Arbeiter kamen hier zu ihren schwarzen Gesichtern, weil sie in dem Werk täglich die Dampflokomotiven mit Kohle beluden und die Rauchkammern der Loks reinigten. Bis 1968 wurden hier die Dampflokomotiven gewartet. Es folgten Elektrolokomotiven, heute sind es Dieselloks. Was blieb, ist der Name " Kamerun".
Was blieb, ist auch der Verlauf der Straßen, die auf der Ansichtskarte aus dem Jahr 1913 sandige Wege waren. Damals war es noch nicht notwendig, dass eine Ampel den Verkehr regelte. Doch im letzten Drittel des 19. Jahrhunderts entwickelte sich im Zuge der Industrialisierung aus der einstigen Bauerschaft Schinkel eine Arbeitervorstadt. 1914 wurde Schinkel in Osnabrück eingemeindet.
Und auch die alte Fernstraße, die von Osnabrück über Bohmte bis nach Bremen führte, wurde im Lauf der Zeit ausgebaut. Heute ist es eine mehrspurige Verkehrsachse, die von Rad- und Fußwegen flankiert ist. Dem Ausbau fielen die 1913 frisch gepflanzten Bäumchen zum Opfer, die damals noch Verstärkung brauchten, um nicht umzuknicken.
Das markante, gelb-rote Gebäude an der Kreuzung von Schützenstraße und Bremer Straße gibt es heute noch. Früher kehrten die Arbeiter des Bahnbetriebswerkes hier gern zum Feierabend in Wilhelm Tosbergs Gaststätte ein. Sonn- und Feiertags war sie Ziel vieler Familien aus dem Stadtteil Schin-kel. Zur Zeit der historischen Aufnahme trug die Kneipe passenderweise den Namen " Zur Erholung".
Nach einigen Wechseln befindet sich derzeit eine Musikkneipe im Erdgeschoss des Hauses.

Bildtext: Rechts liegt Kamerun: An der Bremer Straße befindet sich das Bahnbetriebswerk, das den Beinamen des afrikanischen Landes trägt. Der sandige Weg von 1913 wurde zur mehrspurigen Straße ausgebaut. Links biegt die Schützenstraße ein. Die Ansichtskarte stammt aus der Sammlung von Helmut Riecken/ Foto: Klaus Lindemann
Autor:
Marie-Luise Braun


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