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NUSO-Archiv - Umweltgeschichtliches Zeitungsarchiv für Osnabrück
Umweltgeschichtliches Zeitungsarchiv für Osnabrück
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Erscheinungsdatum:
aus Zeitung:
Inhalt:
Überschrift:
Nur Notration für den Winterdienst
Zwischenüberschrift:
Aber Nachschub für Baumärkte
Artikel:
Kleinbild
Originaltext:
Osnabrück. Morgen schon soll der Schnee in unsere Region zurückkehren, und die Winterdienste in den Städten und Gemeinden stehen noch immer ohne Streusalz da. Für den privaten Bedarf hat sich das Nachschubproblem unterdessen ein wenig entspannt.
ra Osnabrück. In einigen Verbraucher- und Baumärkten in der Region gibt es beispielsweise wieder frisches Taumittel. Ein Osnabrücker Baumarkt hat beispielsweise gestern eine Lkw-Ladung mit 15 Tonnen Streusalz bekommen. Wann der neue Vorrat wieder erschöpft ist, mochte Marktleiter Christian Stolle nicht spekulieren: " Wenn es wieder schneit, kann es schon am Wochenende weg sein." Zehn Tage lang war das begehrte Produkt für die Osnabrücker Niederlassung gar nicht zu bekommen.
Ähnliches berichtet Dirk Mettke, Leiter eines großen Verbrauchermarktes in Osnabrück. Vergangenen Donnerstag sind dort zwei Paletten mit Zehn-Kilo-Säcken geliefert worden. Gestern Nachmittag war davon nichts mehr übrig. In der Zwischenzeit wird Spielsand gegen die Rutschgefahr verkauft.
Damit können sich die kommunalen Streudienste allerdings nicht behelfen. Fachbereichsleiter Herbert Reinersmann aus der GMHütter Stadtverwaltung kann derzeit nur tatenlos zusehen: " Wir haben kein Salz, und wir bekommen auch keines." Vom Lieferanten, der praktisch eine marktbeherrschende Stellung habe, sei auf absehbare Zeit auch kein Nachschub zu erwarten. " Die gehen schon gar nicht mehr ans Telefon", berichtet Reinersmann. Kurz nach Weihnachten hat die Stadt GMHütte ihre vorerst letzte Bestellung platzieren können. Geliefert wurde seitdem aber nichts. " Obwohl wir es von der Firma schriftlich haben, dass sie innerhalb von zwei Tagen liefern kann."
Insgesamt passen 100 Tonnen Streusalz in die beiden Silos der Stadt GMHütte. Wenn dreimal am Tag komplett gestreut werden muss, ist der Vorrat allerdings schon nach zwei Tagen aufgebraucht. Für den Winterdienst hat GMHütte allein im Dezember schon mehr als 30 000 Euro ausgegeben.
In der Stadt Osnabrück wird die Rechnung noch viel höher ausfallen. Auch dort gibt es nach Angaben von Kurt Santjer nur noch die " absolute Notration" von fünf Tonnen Streusalz. Die wird nur angetastet, wenn beispielsweise Straßenabschnitte mit extremen Steigungen vereist sind. Nachschub ist auch für den Spezialisten vom Osnabrücker Servicebetrieb nicht in Sicht. Einen derart aufwendigen Räum- und Streudienst wie in diesem Winter hat Santjer in den vergangenen 25 Jahren noch nicht erlebt. Nach dem Verbrauch von bislang 2000 Tonnen Streusalz hält er es für sehr wahrscheinlich, das die Gebühren für die Straßenreinigung angehoben werden müssen. Der kommunale Winterdienst wird nämlich aus diesem Topf finanziert und hatte viele Jahre zuvor kaum Kosten verursacht. Und noch etwas wird am Ende dieses Winters mit auf die große Rechnung gesetzt: Mehr als 150 Tonnen Granulat, das zwischenzeitlich ersatzweise auf die Straßen gestreut worden ist, wird zusammengekehrt und kostenpflichtig auf einer Mülldeponie entsorgt: Santjer: " Dieses Gemisch aus Scherben, Silvesterraketen, Dreck und Granulat kann man nämlich nicht wiederverwenden."

Bildtext: Diese 15 Tonnen Streusalz hat ein Osnabrücker Baumarkt gestern geliefert bekommen, nachdem das Taumittel zehn Tage davor ausverkauft war. Foto: Jörn Martens
Autor:
ra


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