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NUSO-Archiv - Umweltgeschichtliches Zeitungsarchiv für Osnabrück
Umweltgeschichtliches Zeitungsarchiv für Osnabrück
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Erscheinungsdatum:
aus Zeitung:
Inhalt:
Überschrift:
Breite Front gegen Drei-Religionen-Schule
Zwischenüberschrift:
Elternrat der Johannisschule strebt Befragung zum Bistums-Konzept an
Artikel:
Kleinbild
Originaltext:
Osnabrück. Im September 2009 stellte das Bistum Osnabrück das Konzept vor, die Johannisschule in eine " abrahamische Grundschule" umzuwandeln: Kinder christlichen, jüdischen und muslimischen Glaubens sollen gemeinsam unterrichtet werden und ihren Glauben in Festen und Feiern leben können. Eine Elternversammlung machte jetzt deutlich: Der Vorschlag stößt an der Schule auf Skepsis, das Kollegium lehnt ihn sogar entschieden ab.
Montagabend im Musiksaal der Johannisschule: Es haben sich etwa 100 Eltern, Lehrer (auch von anderen Schulen) und Gäste versammelt. Auf dem Podium unter anderem Dr. Winfried Verburg, Leiter der Schulabteilung beim Bistum Osnabrück, sowie die städtische Schuldezernentin Rita-Maria Rzyski.
Zunächst stellte für die Schulelternschaft Stefan Kiefer noch einmal die Ausgangslage dar: Die Johannisschule ist eine städtische Grundschule für Kinder mit katholischem Bekenntnis. Schulen dieses Typs dürfen von maximal 20 Prozent " nichtkatholischen" Kindern besucht werden.
Weil aber die Zahl der katholischen Kinder rückläufig ist, kommt trotz über 50 Anmeldungen zum kommenden Schuljahr nur noch eine Klasse zustande. " Es besteht Handlungsbedarf", sagte Kiefer, " aus pädagogischen und organisatorischen Gründen sind einzügige Grundschulen nicht erwünscht."
Sollte die Unsicherheit über die Zukunft der Schule anhalten, werde sich bei den Anmeldungen im Mai der Abwärtstrend noch verschärfen. Deshalb hat sich eine Arbeitsgruppe von Eltern gebildet, um den Diskussionsprozess voranzutreiben und demnächst mögliche Alternativen abzufragen, erläuterte der stellvertretende Schulelternratsvorsitzende.
Demnach gibt es für die Zukunft der Johannisschule vier denkbare Szenarien: Die katholischen Eltern beschließen mit 2/ 3-Mehrheit die Aufhebung des katholischen Bekenntnisses. Oder die Eltern streben die Zusammenlegung mit einer benachbarten Grundschule an, wobei eine Gemeinschaftsschule oder eine Bekenntnisschule entsteht. Drittens: Die Stadt wandelt die Johannisschule in eine Privatschule nach dem Bistums-Konzept um. Oder vorläufig ändert sich nichts, die Schule wartet das angekündigte Grundschulkonzept der Stadtverwaltung ab.
Abwarten können die jetzigen Johannisschulen-Eltern nur schwerlich. Mehrfach wurde gefragt, wie sich denn der Übergang vollziehen könne und ob die jetzt angemeldeten Kinder im gewohnten Rahmen weiter unterrichtet werden.
Überraschender noch waren die Reaktionen aus dem Kollegium auf den Bistums-Vorschlag: Er sei in die Planung für die abrahamische Schule nicht eingebunden gewesen und habe von dem Konzept erst 24 Stunden vor der Bekanntgabe erfahren, klagte Schulleiter Klaus Feldkamp: " Das Kollegium hat in der Zwischenzeit beraten und würde die Schule verlassen, wenn es realisiert wird."
Die Gründe für diese ablehnende Haltung machte eine Lehrerin deutlich: Das Bistums-Konzept bedeute nicht nur Integration für die aufgenommenen, sondern auch Separation der abgewiesenen Schüler. " Wir wollen aber gerne alle aufnehmen." Und deshalb sehe die Lehrerschaft mehr Sinn darin, die 20-Prozent-Hürde aufzuheben und die Johannisschule zur Gemeinschaftsschule zu machen.
Ähnlich hat sich übrigens auch die Arbeitsgemeinschaft der Osnabrücker Grund-schulrektoren geäußert. Der Integrationsgedanke der abrahamischen Schule sei nicht neu und Integration vielmehr Grundlage jeder Bildungsarbeit in Schulen, heißt es in ihrem Statement. Durch ihre Aufnahmekriterien und Ablehnungen werde diese Privatschule den " Schulfrieden" gefährden.
Autor:
Frank Henrichvark


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