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NUSO-Archiv - Umweltgeschichtliches Zeitungsarchiv für Osnabrück
Umweltgeschichtliches Zeitungsarchiv für Osnabrück
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Erscheinungsdatum:
aus Zeitung:
Inhalt:
Überschrift:
Ist ihr Name eine politische Kritik?
Zwischenüberschrift:
Aus der Luft betrachtet: Die evangelische Kirche St. Michaelis
Artikel:
Kleinbild
Originaltext:
Osnabrück. 1909 wurde die evangelische Kirche St. Michaelis als Kapelle errichtet. Der Glockenturm kam erst später dazu.
Bergarbeiterfamilien waren die ersten Besucher der Gottesdienste in der Eversburger Kirche. Für sie war die damalige Kapelle zu St. Marien gebaut worden. Denn um die Wende zum 20. Jahrhundert waren für den Bergbau am Piesberg Arbeiter aus dem Harz und aus dem Saarland angeworben worden. Zehn Jahre lang mussten sie ihre Gottesdienste mit ihrem Pastor Hermann Johann Max Godefroy in einer Turnhalle feiern, bis im September 1909 die neu errichtete Marienkapelle geweiht wurde. Die Steine dafür hatte die Piesberger Bergbaugesellschaft gestiftet.
Die Kapelle war zunächst eine Außenstelle von St. Marien. 1940 benannte der damalige Pastor Hermann Meyer sie in St. Michaelis um. Hinter dem Namen versteckt sich möglicherweise eine Kritik an den Nazis. Denn der kommt von dem Erzengel Michael, dessen Wahlspruch lautet: " Wer ist wie Gott?"
Hermann Meyer hatte seine Gründe für die Kritik. Bevor er nach Eversburg kam, war er Pastor in Brome bei Hildesheim gewesen. Dort war er mit den Nazis aneinandergeraten, nachdem der Theologe Martin Niemöller dort eine Predigt gehalten hatte. Als Niemöller verhaftet wurde, drohte der Obersturmführer der SS-Ortsgruppe Meyer damit, dass auch er verhaftet werden könnte. Der Pastor ließ sich daraufhin versetzen.
Hermann Meyer war auch daran beteiligt, dass die Michaeliskirche ihr heutiges Äußeres bekam. In den Jahren 1952/ 53 wurden das Walmdach und der Dachreiter der Kapelle durch den Turm ersetzt. Das Langhaus wurde außerdem durch einen Altarraum erweitert. Sowohl der Turm als auch die Apsis wurden wie schon die Kapelle aus Piesberger Bruchstein gebaut.
Über der Kirche ist das Pfarrhaus zu sehen. Das bereits 1905 errichtete Gebäude mit Elementen des Jugendstils ist denkmalgeschützt. Demnächst soll es in seinen Originalzustand zurückversetzt werden: Die Fenster mit Kunststoffrahmen sollen durch stilechte Fenster ersetzt werden.
Auch dieses Motiv aus unserer Serie " Osnabrück aus der Luft betrachtet" ist in den Geschäftsstellen der " Neuen Osnabrücker Zeitung" in der Großen Straße und am Breiten Gang erhältlich. Eine Aufnahme in der Größe 20 x 30 cm kostet 14 Euro, ein Abzug im Format 40 x 60 cm 26, 50 Euro.

Bildtext: Der Glockenturm der 100 Jahre alten Michaeliskirche wurde erst 1953 gebaut. Er ersetzte das vorherige Walmdach. Foto: Gert Westdörp
Autor:
rei


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