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NUSO-Archiv - Umweltgeschichtliches Zeitungsarchiv für Osnabrück
Umweltgeschichtliches Zeitungsarchiv für Osnabrück
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aus Zeitung:
Inhalt:
Überschrift:
Erst skeptisch, dann total begeistert
Zwischenüberschrift:
Neue Gasteltern für Tschernobyl-Ferienkinder gesucht
Artikel:
Kleinbild
Originaltext:
Osnabrück. Hartmut und Gabriele Ross sind in diesem Jahr wieder Gasteltern für zwei Tschernobyl-Ferienkinder: " Wir sind total begeistert." Vom 26. Mai bis 23. Juni verbringen zum 19. Mal Kinder aus der von der Reaktorkatastrophe schwer betroffenen Region Gomel ihre Ferien in Osnabrück.
S. Osnabrück. In unserer Zeitung hatte das Ehepaar Ross vor einem Jahr den Aufruf zur Aufnahme von Kindern zwischen acht und zwölf Jahren gelesen. " Wir waren neugierig, aber auch etwas skeptisch wegen der Sprache", sagt Ross rückblickend. Ihre Versuche, im Vorfeld Russisch zu lernen, brachen die Osnabrücker wieder ab.
Und dann klappte alles reibungslos. Maria und Sandra, neun und zehn Jahre alt, hatten bereits in der Grundschule Deutsch gelernt. Die Verständigung machte auch mithilfe eines Wörterbuches keine großen Probleme. Die anfangs gut gemeinte russische Küche wurde schnell auf einheimische Kost umgestellt, die den Mädchen schmeckte.
" Die Organisation hat es uns aber auch leicht gemacht", sagt Ross. Schon seit Jahren bereitet die Ferienkinderaktion Osnabrück den Aufenthalt der Jungen und Mädchen gut vor. Während der Woche gibt es jeden Vormittag ein Programm mit Sport, Spiel und Spaß, um die Gasteltern zu entlasten. Für den Notfall sind Dolmetscherinnen ansprechbar.
Bei Familie Ross war das nicht nötig. Maria und Sandra verhalfen den Osnabrückern zu einem, wie sie selbst sagen, angenehmem Großeltern-Gefühl und begeisterten sie durch ihre offene, freundliche Art. Das Zusammensein mit den Kindern und die Begegnung mit anderen Gasteltern, die zum Teil schon selbst im weißrussischen Gomel waren, bedeuteten für Gabriele und Hartmut Ross eine Bereicherung: " Wir haben Einblicke in eine andere Kultur und in ein doch recht verschlossenes Land bekommen."
Der GAU von Tschernobyl im April 1986 ist Familie Ross weiter deutlich im Bewusstsein. Damals waren die eigenen Kinder noch klein. Bis heute leiden dort geborene Kinder unter dem Atomunfall. Bis zu 80 Prozent sind beeinträchtigt. Die Zahl der Erkrankungen steigt weiter. In den vergangenen Jahren wurden immer mehr Krebserkrankungen festgestellt. " Der Ferienaufenthalt bei uns stabilisiert die Kinder für ein Jahr", sagt Pastor Christian Baethge vom Organisationsteam. Eine Gastfamilie nimmt in der Regel zwei Kinder auf und sorgt für Unterkunft und Verpflegung. Die jungen Gäste sind versichert und erhalten ein kleines Taschengeld. Bisher stehen Gasteltern für 40 Kinder bereit. Die Organisatoren hoffen auf weitere Unterstützung.
Und was war das schönste Erlebnis mit den Ferienkindern? Hartmut Ross überlegt kurz: " Eigentlich alles. Und jetzt die Vorfreude auf das nächste Mal."
Informationen: Telefon: 05 41/ 77 08 64 91, E-Mail: team@ gomelkinder.de, www.gomelkinder.de »

Bildtext: Lebensfreude pur: Die Ferienkinder aus der bei der Reaktor-Katastrophe besonders verstrahlten Region Gomel genießen die Zeit in Osnabrück. Viele von ihnen lernen hier das Schwimmen, etwa im Nettebad. Foto: Archiv/ Lewandowski
Autor:
S.


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