User Online: 1 | Timeout: 17:13Uhr ⟳ | Ihre Anmerkungen | NUSO | Info | Auswahl | Ende | AAA  Mobil →
NUSO-Archiv - Umweltgeschichtliches Zeitungsarchiv für Osnabrück
Umweltgeschichtliches Zeitungsarchiv für Osnabrück
Datensätze des Ergebnis
Suche: Auswahl zeigen
Treffer:1
Sortierungen:
Anfang der Liste Ende der Liste
1. 
(Korrektur)Anmerkung zu einem Zeitungsartikel per email Dieses Objekt in Ihre Merkliste aufnehmen (Cookies erlauben!)
Erscheinungsdatum:
aus Zeitung:
Inhalt:
Überschrift:
Lernen unter Palmen
Zwischenüberschrift:
Umweltstiftung fördert Kooperationsprojekt des Botanischen Gartens
Artikel:
Kleinbild
Originaltext:
Osnabrück. Teufelskralle. Hinter diesem abschreckenden Namen verbirgt sich ein wohltuender Tee. Was aber kaum einer der Teetrinker in Deutschland weiß: Die Pflanze stammt aus der Kalahari-Wüste im Süden Afrikas. " Der Raubbau hat mittlerweile dazu geführt, dass die Teufelskralle-Bestände bedroht sind", warnt Susanne Menzel, Professorin für Biologie-Didaktik an der Uni Osnabrück.
So wird ein harmloser Tee zum Beispiel für den drohenden Verlust der Biodiversität und zu einem Politikum. Kaffee, Tee, Kakao und Palmöl oder eben die Teufelskralle: Die Zusammenhänge zwischen Pflanzen aus den Tropen und Subtropen als Handelsgut, derÖkologie der Ursprungsländer und den wirtschaftlichen und politischen Verflechtungen des Welthandels mit diesen Gütern sind Thema eines neuen Kooperationsprojekts. Dabei arbeitet der Botanische Garten Osnabrück mit dem " Weltgarten" der Uni Kassel im hessischen Witzenhausen sowie dem forstbotanischen Garten Silvaticum Tharandt in Dresden zusammen.
Die Deutsche Bundesstiftung Umwelt (DBU) unterstützt die Kooperation " Globales Lernen an lokalen Standorten in botanischen Gärten" mit rund 325 000 Euro. Es wurde ein Fototermin unter Palmen: DBU-Generalsekretär Dr. Fritz Brickwedde übergab die Bewilligung für das Projekt jetzt an Prof. Susanne Menzel von der Universität Osnabrück und Prof. Bernd Overwien von der Universität Kassel bei angenehmen 20 Grad im Tropenhaus des Botanischen Gartens auf dem Westerberg.
Hier hat die Grüne Schule, getragen vom Freundeskreis des Botanischen Gartens, seit geraumer Zeit Vorerfahrungen in der Vermittlung botanisch-ökologischer Zusammenhänge auch am Beispiel von Tropenpflanzen wie Kaffee, Kakao oder Baumwolle gesammelt. Darauf soll aufgebaut werden.
" In botanischen Gärten und Freilichtmuseen gibt es die Möglichkeit, den jungen Besuchern auf vielfältige Weise die Natur und ihre Beziehungen zum Menschen nahezubringen", sagte Brickwedde. Nirgendwo sonst sei es so einfach und naheliegend, die Einzigartigkeit und auch Bedrohung der Umwelt zu vermitteln, als dort, wo man die Natur hautnah sehen und erleben könne.
" Das Fachwissen der Mitarbeiter und die kultivierten Anlagen machen botanische Gärten zu ausgezeichneten Lernorten. Jedoch reichen die klassischen Umweltbildungsangebote zu einem umfassenden biologischen Wissen oft nicht mehr aus", weiß Menzel vom Fachbereich Didaktik der Biologie. Neben Pflanzenkunde müssten ebenso wirtschaftliche Leistungsfähigkeit, soziale Gerechtigkeit und Verantwortung im Sinne einer unbelasteten Umwelt in das praktische Lernen einfließen.
Das neue DBU-geförderte Konzept soll diese Bildungslücken schließen, indem Programme zu Bildung nachhaltiger Entwicklung in botanischen Gärten ermittelt, verbessert und neu entwickelt werden.
" In den drei Gärten in Osnabrück, Kassel und Tharandt wollen wir die neuen Bildungsangebote von geschulten Experten probeweise an die Schüler weitergeben", so Overwien. Schüler der fünften bis zehnten Klassen von Haupt-, Real-, Gesamtschulen und Gymnasien soll das Bildungskonzept erreichen. Die gerechte Nutzung natürlicher Ressourcen und nachwachsender Rohstoffe, die Ökologie und der Naturschutz am Beispiel des Regenwaldes sowie die Problematik um heimatfremde Pflanzen werden ebenfalls Thema sein.
" Botanische Gärten verfügen über umfangreiche Sammlungen exotischer Pflanzen, die ein idealer Anknüpfungspunkt für globales Lernen sein können. Jede Pflanze hat eine Geschichte, die erzählt werden will. So werden globale Aspekte an lokalen Lernorten erlebbar", führte Susanne Menzel aus. " Mit unserer Projektkooperation wollen wir vor allem die Qualität und die Bedeutung der Gärten als Bildungseinrichtung der breiten Öffentlichkeit deutlich machen", sagte Menzel.

Bildtext: Treffen unter Palmen: Biologie-Professorin Susanne Menzel und DBU-Generalsekretär Fritz Brickwedde mit der Bewilligungsurkunde im Botanischen Garten. Foto: Gert Westdörp
Autor:
Frank Henrichvark


Anfang der Liste Ende der Liste