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NUSO-Archiv - Umweltgeschichtliches Zeitungsarchiv für Osnabrück
Umweltgeschichtliches Zeitungsarchiv für Osnabrück
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Erscheinungsdatum:
aus Zeitung:
Inhalt:
Überschrift:
Abhärtung im Außengehege
Zwischenüberschrift:
Zootiere bei Minustemperaturen: Täglich eine Stunde Toben im Schnee
Artikel:
Kleinbild
Originaltext:
Osnabrück. Es ist ein wenig wie bei den Menschen: Die einen mögen den Winter mehr, die anderen weniger. Und so gibt es auch im Osnabrücker Zoo Tiere, die im Schnee tollen, während andere nicht einmal den Rüssel aus dem warmen Gehege strecken.
Besonders deutlich wird dieser Unterschied bei den Löwen. Als die Tierpfleger die Pforten auf das Freigelände öffnen, tapsen die sechs Tiere zunächst unsicher von ihrem 20 Grad warmen Gehege auf die verschneite Freifläche.
Erst nachdem ein Pfleger einen Ball hineinwirft, gibt es für die jüngeren Tiere kein Halten mehr. Sie stürzen sich auf die rollende Beute, während die älteren Löwen das wilde Spielen im Schnee aus kritischer und ebenso trockener Distanz beobachten.
" So eine kleine Abhärtung tut den Tieren gut", sagt Zoo-Tierärztin Dr. Susanne Klomburg. Die meisten Bewohner könnten trotz der Minustemperaturen etwa eine Stunde am Tag in die Außengehege. " Das stärkt das Immunsystem." Übertrieben werden dürfte es mit dem Ausgang allerdings nicht. " Wenn es den Löwen zu kalt wird, dann legen sie sich einfach auf den Boden", so Klomburg. Mögliche Konsequenz wären Erkältung oder Blasenentzündung.
" Aber solange die Tiere eine warme Rückzugsmöglichkeit haben, toben sie auch gerne im Schnee." Besonders gut haben es da die Seelöwen: Bei dem Wasser ihres Beckens handelt es sich um sieben bis acht Grad warmes Brunnenwasser. " Da bleibt Seelöwe Rico natürlich lieber im Wasser", erklärt Klomburg. Wenn der 500-Kilo-Koloss zur Fütterung dann doch ans verschneite Ufer robben muss, tut er das mit sichtlichem Unbehagen. " Das ist aber kein Problem. Seine Fettschicht ist dick genug."
Anders sieht es bei den Elefanten aus, die wesentlich kälteempfindlicher sind. Bei Minustemperaturen drohe die Gefahr von Erfrierungen an den Ohren. Klomburg: " Das sieht man zunächst gar nicht und wundert sich dann später, wenn ein Stück vom Elefanten-Ohr fehlt". Deswegen strecken die Dickhäuter derzeit höchstens den Rüssel aus dem Gehege.
Etwas überraschend: Auch die Pinguine des Osnabrücker Zoos bevorzugen ihre warmen Räumlichkeiten. Denn die Tiere stammen nicht vom Südpol, sondern aus Südamerika und sind Minustemperaturen daher kaum gewöhnt. Etwas flexibler geben sich die asiatischen Kurzkrallenotter. " Die Tiere haben sich an die Kälte gewöhnt."
Und so können die 50 bis 200 Menschen, die trotz des Winters den Zoo täglich besuchen, an dem Außengehege beobachten, wie sich die Otter durch den Schnee wuseln.
Eine Bildergalerie von
Zootieren im Schnee unter www.neue-oz.de »

Bildtexte:
Kühler Blick: Kritisch beäugt Seelöwe Robin die Besucher. Das Außengelände seines Gewässers ist von Schnee bedeckt, das Wasser im Becken hingegen bis zu acht Grad warm. Fotos: Gert Westdörp

Winterfest: Die asiatischen Kurzkrallenotter haben sich an den norddeutschen Winter gewöhnt.
Etwas unsicher tapsen die Löwen durch den Schnee in ihrem Außengehege.

Ob eine Halsentzündung bei dem Dromedar droht, ist nicht bekannt. Mit dem Winter haben die Tiere aber wenig Probleme.
Autor:
df


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