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NUSO-Archiv - Umweltgeschichtliches Zeitungsarchiv für Osnabrück
Umweltgeschichtliches Zeitungsarchiv für Osnabrück
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Erscheinungsdatum:
aus Zeitung:
Inhalt:
Überschrift:
Stühlerücken in der Osnabrückhalle
Zwischenüberschrift:
Sandra Gagliardi: Die neue Chefin und ihr Modernisierungsauftrag
Artikel:
Kleinbild
Originaltext:
Osnabrück. Die neue Stadthallen-Chefin bittet einen Techniker, das Licht im Europasaal der Osnabrückhalle für den Fototermin anzuknipsen. " Ich weiß noch nicht, wo der Lichtschalter ist", entschuldigt sich Sandra Gagliardi. Das muss sie auch nicht wissen, in der ersten Woche an ihrem neuen Arbeitsplatz. Es gibt Wichtigeres.
Osnabrück. Wichtiger ist zum Beispiel das Gespräch mit den Mitarbeitern der Osnabrückhalle, die nach der 30-Jahre-Ära von Geschäftsführer Günter Valjak und dem Intermezzo von Hallenchefin Kristina Wulf den dritten Wechsel an der Spitze in zwei Jahren erleben. " Neuen Schub für die Stadthalle" erwartet Finanzchef Horst Baier von der Neuen. " In zwei Jahren wird die Osnabrückhalle anders aussehen", erwidert Sandra Gagliardi.
Dabei will sie sich mit Versprechungen eigentlich zurückhalten. " Ich mache keine Ankündigungen und verspreche nichts, was nicht gesichert ist", sagt sie. Das betrifft auch die Modernisierung der Halle. In der mittelfristigen Finanzplanung der Stadt sind 6, 3 Millionen Euro zum Aufmöbeln der Osnabrückhalle eingeplant. Finanzchef Baier ist zuversichtlich, dass der Stadtrat diese Investitionen freigeben wird.
Sandra Gagliardis erster Eindruck von der Halle? " Modernisierungsbedürftig" aber trotzdem " absolut positiv". Denn: " Hier spürt man den Geist der Zeit, in der sie entstanden ist." Und dass die Stadthalle wirklich als " Halle für die Stadt" akzeptiert werde, auch wenn sie jetzt ein wenig in die Jahre gekommen sei. Die Diskussion um den etwaigen Bau einer Veranstaltungsarena mit mindestens 7500 Zuschauerplätzen in Osnabrück lähmte die Entwicklung der Stadthalle in den vergangenen zwei Jahren. Sie stand sogar zum Verkauf, doch das Land, das die Halle den Hochschulen zuschlagen sollte, winkte schließlich aus finanziellen Gründen ab. Damit war das Arena-Projekt gescheitert und die Zukunft der Stadthalle vorerst gesichert.
In dem Modernisierungsauftrag sieht Sandra Gagliardi den großen Reiz der neuen Aufgabe. Die Chefin bringt entsprechende Erfahrungen aus Duisburg mit, wo sie den Neubau der Mercatorhalle von 2005 bis 2007 begleitete: " Als ich in Duisburg anfing, war die Halle noch nicht einmal ein Rohbau." Ihr Vorstellungen von der Innenausstattung, Bestuhlung, Farbgebung und die besonderen Ansprüche eines Hallenbetreibers habe sie in den Bau einbringen können. Als " Leiterin Hallenmanagement" oblag ihr später die Vermarktung und Personalverantwortung.
Ihr besonderer Auftrag damals: Duisburg und die neue Mercatorhalle als Tagungs- und Kongressstandort im Markt zu etablieren. Genau das wird auch ein Arbeitsschwerpunkt in Osnabrück sein. " Der Kongressmarkt hat die größten Wachstumspotenziale", sagt die 42-Jährige. Osnabrück verfüge mit dem Tagungs- und Kongressbüro über ein effektives Marketinginstrument. Das Büro, das unter dem Dach der Osnabrück Marketing und Tourismus GmbH (OMT) arbeitet, wirbt bundesweit für alle Tagungsstätten in Osnabrück. Die Stadthalle ist aber nur ein Teil des Ganzen. Sandra Gagliardi schwebt vor, die Osnabrückhalle stärker " eigenständig im Markt zu positionieren", natürlich mithilfe des Kongressbüros. Kann die Stadthalle ohne angegliedertes Hotel langfristig auf dem Kongressmarkt bestehen? Sandra Gagliardi (" Es heißt übrigens Osnabrückhalle") sieht das durchaus optimistisch: " Die Hotellandschaft ist in Osnabrück besser als in Duisburg." Es komme darauf an, welchen Markt die Halle bedienen wolle, sagt die neue Geschäftsführerin: " Wenn wir verstärkt auf mehrtägige Kongresse setzen wollen, brauchen wir mehr Hotelkapazitäten." Ein Neubau am Standort des ehemaligen Gewerkschaftshauses wäre deshalb " absolut wünschenswert". Pläne für dieses Hotel liegen seit Jahren in der Schublage allein, es fehlt ein Betreiber.
Als Geschäftsführerin der Osnabrücker Veranstaltungs- und Kongressgesellschaft (OVK) ist sie nicht allein Herrin im Hause. Das letzte Wort spricht immer die Politik durch den Aufsichtsrat. Das betrifft auch die 6, 3 Millionen Euro, die für die Modernisierung gebraucht werden. " Ich bin ja nicht naiv", betont Gagliardi, dem Spiel der politischen Kräfte sei sie auch in Duisburg ausgesetzt gewesen. " Ich bin sicher, dass wir eine gemeinsam gute Abstimmung finden und die Halle zum Erfolg führen werden."
Ihr Vater stammt aus Italien, ihre Mutter aus dem Ruhrgebiet. Geboren ist sie in Wattenscheid, wo sie jetzt noch wohnt. Täglich pendelt sie mit der Bahn nach Osnabrück. Doch das soll bald ein Ende haben: " Ich suche eine Wohnung, drei Zimmer, in guter Lage. Wissen Sie nicht was . . .?"
Bildtext: Sandra Gagliardi (42), seit dieser Woche neue Chefin der Osnabrückhalle. Foto: Egmont Seiler
Autor:
Wilfried Hinrichs


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