User Online: 1 | Timeout: 14:36Uhr ⟳ | Ihre Anmerkungen | NUSO | Info | Auswahl | Ende | AAA  Mobil →
NUSO-Archiv - Umweltgeschichtliches Zeitungsarchiv für Osnabrück
Umweltgeschichtliches Zeitungsarchiv für Osnabrück
Datensätze des Ergebnis
Suche: Auswahl zeigen
Treffer:1
Sortierungen:
Anfang der Liste Ende der Liste
1. 
(Korrektur)Anmerkung zu einem Zeitungsartikel per email Dieses Objekt in Ihre Merkliste aufnehmen (Cookies erlauben!)
Erscheinungsdatum:
aus Zeitung:
Inhalt:
Überschrift:
Städtepartnerschaft in Gefahr
Zwischenüberschrift:
Der Rat in Derby will im März darüber entscheiden, ob Geld für Botschafter gestrichen wird
Artikel:
Kleinbild
Originaltext:
Derby/ Osnabrück. Die Bürger der englischen Stadt Derby sind zurzeit in Aufruhr. Grund dafür ist die Befürchtung, dass die Städtepartnerschaft zwischen Derby und Osnabrück gefährdet ist. Denn der dortige Stadtrat wird im März darüber entscheiden, ob künftig die 39 000 Pfund eingespart werden sollen, die für die Finanzierung der Städtebotschafter aus Osnabrück ausgegeben werden. Das wäre ein herber Rückschlag für die 34-jährige Städtepartnerschaft und das Netzwerk der Städtebotschafter.
" Es wäre total schrecklich, wenn es das hier nicht mehr geben würde", sagt Laura Schulz, derzeitige Osnabrücker Botschafterin in Derby. Seit September vergangenen Jahres arbeitet die 23-Jährige in der britischen Stadt und setzt sich dort für die Völkerverständigung ein. Sie besucht unter anderem Schulen, Büchereien und andere Institutionen, um den Engländern ihre Heimatstadt ein wenig näherzubringen. Außerdem schiebt sie Projekte an, vermittelt Praktikanten aus Deutschland und organisiert die geplante jährliche Fahrt einer Gruppe aus Derby zur Maiwoche nach Osnabrück. " Wenn niemand mehr hierherkommt, wird es schwierig, diese ganzen Dinge zu organisieren und Osnabrück zu repräsentieren", ergänzt Schulz, die insgesamt ein Jahr in Derby verbringt. Diese Zeit sei außerdem eine tolle Erfahrung für junge Menschen. " Wenn die wirklich Ernst machen, dann würde ich eine Unterschriftenaktion starten", so die Städtebotschafterin.
Auch Osnabrücks Oberbürgermeister Boris Pistorius ist besorgt: " Überall in Europa muss nach Einsparmöglichkeiten gesucht werden, aber ich würde es sehr bedauern, wenn deshalb die Partnerschaft gefährdet wäre." So etwas müsse mit allen Beteiligten an einem Tisch besprochen werden. " Ich werde den Amtskollegen in Derby anschreiben. Schließlich besteht ein großes Interesse, die Gegenseitigkeit fortzuführen", erklärt Pistorius weiter. Das Netzwerk der Städtebotschafter sei ja eine einzigartige Verbindung. " Es wäre schade, wenn der Wegfall von Derby einen Rückschlag für dieses Netzwerk bedeuten würde. Einseitigkeit ist sinnlos", so der OB weiter. Außerdem sei dieser Weg ein schlechtes Zeichen für andere Städte, die dann vielleicht nachziehen könnten.
Auch Derbys Bürgermeister Sean Marshall sieht den Vorschlag, Geld auf Kosten der Partnerschaft zu kürzen, kritisch: " Die Städtebotschafter machen einen sehr guten Job. Erst kürzlich wurde eine Gruppe von 50 Personen aus Osnabrück hier herumgeführt und betreut. Das sind 50 Leute, die hier auch Geld ausgeben. Man muss das im Gesamtzusammenhang sehen. Wir bekommen ja auch viel für unser Geld zurück", sagte Marshall in einem Radiointerview mit der BBC-Derby zum Thema.
Seit 1976 sind 60 Städtebotschafter aus Derby und Osnabrück im Einsatz gewesen. Ob diese Tradition weitergeführt wird, entscheidet der Stadtrat von Derby im März.
Infos im Internet:
www.derby.gov.uk/ CommunityLiving/ Twinning/ »
www.osnabrueck.de »

Bildtext: Zwei Frauen, ein Auftrag: Die derzeitigen Städtebotschafterinnen Laura Schulz aus Osnabrück (links) und Grace Panti-Amoa aus Derby repräsentieren ihre Städte im Partnerland. Laura Schulz verbringt zurzeit ein Jahr im britischen Derby (siehe Bild). Fotos: Archiv/ privat

Reaktionen aus Derby: Bürger diskutieren
Dies sind (übersetzte) Reaktionen von Lesern des Derby Telegraph″, die in einem Forum auf der Internetseite veröffentlicht wurden:

David : Laura, die derzeitige Städtebotschafterin, und ihre Vorgängerin Lea haben beide exzellente Arbeit geleistet. Sie haben sich in den örtlichen Schulen und den Komitees engagiert, um die Freundschaft und den kulturellen Austausch zu fördern. Derby, du schießt dir damit selbst in den Fuß!
Chris : Ich war bereits mehrfach in Osnabrück. Die Besuche und diese Beziehung hat sich für beide Seiten ausgezahlt. Wir profitieren von dem kulturellen Austausch und den vielen Freundschaften, die durch die Städtepartnerschaft entstanden sind. Außerdem besuchen auch viele Touristen und Gruppen die beiden Städte. Diese Beziehung zu beenden wäre ein trauriger Verlust und würde uns letztendlich mehr kosten, als wir einsparen könnten. Ich hoffe, die Entscheidung, die Partnerschaft zu beenden, wird fallen gelassen.″
John : Es ist doch keine Rede davon, dass die Partnerschaft zwischen den beiden Städten aufgelöst werden soll. Es handelt sich doch vielmehr um die Möglichkeit, Geld einzusparen, indem keine Städtebotschafter aus Derby mehr nach Osnabrück geschickt werden.″
Chris : Die Städtebotschafter sind oft Studenten, die daran interessiert sind, die Sprache zu lernen. Sie lernen dabei viel fürs Leben und ihre Zukunft. Eine Städtebotschafterin aus Osnabrück ist nach ihrer Amtszeit sogar in Derby geblieben.″
David : Das ist typisch! Der Rat will 200 000 Pfund für eine Busspur aus dem Fenster werfen, aber hier soll plötzlich eingespart werden!
Autor:
Kristina Schwarte


Anfang der Liste Ende der Liste