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NUSO-Archiv - Umweltgeschichtliches Zeitungsarchiv für Osnabrück
Umweltgeschichtliches Zeitungsarchiv für Osnabrück
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Erscheinungsdatum:
aus Zeitung:
Inhalt:
Überschrift:
Punktlandung am Piesberg
Zwischenüberschrift:
36 Meter lange Brücke montiert – Abkürzung auf dem Weg zur Felsrippe
Artikel:
Kleinbild
Originaltext:
Osnabrück. Die beiden Schwertransporter kamen von Westen aus Rheine, während ein Schneesturm aus Nordosten angekündigt war. Die Stadt streute ihre letzten Salzkörner den Piesberg hinauf, damit die wertvolle Fracht nicht kurz vor dem Ziel an der Steigung scheitern würde. Es ist gelungen. Seit gestern steht die neue Brücke. Sie ist 36 Meter lang und Teil des geplanten Südstiegs zur Felsrippe.
Drei Meter breit ist die 30 Tonnen schwere Brücke für eine Schmalspurbahn und Fußgänger. Am Freitag kam sie in zwei Teilen an. Die Stahlbauer aus Rheine montierten die je 18 Meter langen Teile zusammen. Und am Samstag kurz nach Mittag dauerte es keine Stunde, bis die Brücke in den Verankerungen der etwa sechseinhalb Meter hohen Säulen eingepasst war millimetergenau.
Detlef Gerdts, Leiter des städtischen Fachbereichs Umwelt, atmete auf. " Unsere größte Sorge war, dass die Lastwagen es nicht schaffen würden." Für ihn und die Mitarbeiter vom Rheiner Stahlbau war klar: Die letzten paar Hundert Meter der Reise würden die schwierigsten sein. Der Weg führte vom Fürstenauer Weg hoch zum Deponiegelände und dann links in den Steinbruch.
Der Steinbruch das ist schon ein Teil der Antwort auf die Frage: Weshalb gerade jetzt? Die neue Brücke überspannt ein Firmengelände. Detlef Gerdts erläuterte es so: " Immerhin arbeitet hier die Steinindustrie. Da kam für uns nur das Wochenende infrage." Am heutigen Montag können die Lastwagen der Steinbrecher ungehindert arbeiten und die Brücke unterqueren.
Wofür das Ganze? Die neue Brücke ist Teil des Südstiegs vom Industriemuseum am Fürstenauer Weg bis zur Felsrippe. Und damit das größte Projekt zur Erschließung des Kultur- und Landschaftsparks am Piesberg. Planer ist Landschaftsarchitekt Klaus Wiebold. Er entwarf in Zusammenarbeit mit der Stadt seit 2006 ein Konzept für Natur- und Umweltpädagogik, in das sich die ganze Bandbreite des Piesbergs einfügt: Museum, Steinbruch, Deponie und Windkraft.
Anfang Mai soll der Südstieg fertig sein etwa gleichzeitig mit den neuen Windrädern. Die neue Feldbahn, die auch über die Brücke führt, knüpft gleichzeitig an die Geschichte des Piesbergs an. Sogar eine Lok, die hier früher im Steinbruch gearbeitet hat und sich inzwischen in Bayern befindet, soll wieder zurückkommen, um die Besucher zu transportieren.
Als Nächstes soll der noch fehlende Teil der Treppe zur Felsrippe montiert werden. Der direkte Weg dorthin beträgt künftig nur noch rund 1000 Meter. Doch wer will, kann auch künftig die üblichen Wege und damit fast dreimal so lange gehen.
Der Südstieg kostet rund 900 000 Euro. Die Hälfte davon zahlt die Europäische Union, die Deutsche Bundesstiftung Umwelt gibt 150 000 Euro dazu, der Naturpark Terra Vita weitere 125 000. Für die Stadt Osnabrück bleibt mit 175 000 Euro ein Eigenanteil von 20 Prozent zu zahlen.
Die Brückenbauer sind erleichtert. Sie schafften alles wie vorhergesagt, der Schneesturm dagegen nicht. Er verfehlte Osnabrück.

Bildtext: Millimeterarbeit im Schnee: Stahlarbeiter bauten die neue Brücke im Steinbruch des Piesbergs, während es schneite. Ab Mai fährt hier eine Feldbahn, und Fußgänger können eine Abkürzung zur Felsrippe nehmen. Foto: Elvira Parton
Autor:
Jann Weber


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