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NUSO-Archiv - Umweltgeschichtliches Zeitungsarchiv für Osnabrück
Umweltgeschichtliches Zeitungsarchiv für Osnabrück
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Erscheinungsdatum:
aus Zeitung:
Inhalt:
Überschrift:
Das Ende der Gemütlichkeit naht
Zwischenüberschrift:
Holzöfen sind nicht ohne: Bald schärfere Grenzwerte
Artikel:
Kleinbild
Originaltext:
Osnabrück. Holz verbrennt zwar klimaneutral, aber die Feinstaubbelastung ist enorm. In Osnabrück stoßen die Holzöfen zehnmal mehr gesundheitsschädliche Partikel aus als alle Öl- und Gasheizungen zusammen. Kein Wunder, dass im Bundesumweltministerium an Grenzwerten gearbeitet wird. Für neue Öfen sollen sie ab 2014 gelten, für ältere ist spätestens 2024 das Ende der Gemütlichkeit erreicht.
Das Umweltbundesamt hat ermittelt, dass die Holzfeuerungen bundesweit mehr Feinstaub in die Luft blasen als sämtliche Autos, Lastwagen und Motorräder. Mit den steigenden Energiepreisen sind vor allem die Kaminöfen immer beliebter geworden. Mittlerweile steht so eine kleine Feuerstelle in jedem zweiten Einfamilienhaus.
Ulrich Greiten vom Fachbereich Umwelt der Stadt Osnabrück schätzt ihre Zahl im Stadtgebiet auf 20 000. Aufs ganze Jahr bezogen, lässt sich der Feinstaub dieser Öfen auf zwei Prozent herunterrechnen. Problematisch wird es aber, weil sich der Anteil während der Heizperiode vervielfacht. Ein paar ungünstige Faktoren genügen, und die Belastung steigt auf ein Niveau, das Menschen mit Atemwegserkrankungen nicht zugemutet werden darf.
Auch in Osnabrück lässt sich das ablesen. Ulrich Greiten zeigt auf, dass die sogenannten Überschreitungstage mit den höchsten Feinstaubwerten vor allem in die Zeit zwischen November und März fallen in die Zeit also, wenn es aus allen Schornsteinen raucht.
Manche Umweltpolitiker würden das Heizen mit Holz an diesen extremen Tagen am liebsten ganz verbieten. Detlef Gerdts, der Leiter des Fachbereichs Umwelt, setzt hingegen auf wirksame Verbrennungstechnik. Wichtig sei es, Öfen mit Zertifikat zu kaufen. Nur sie dürften noch betrieben werden, wenn sich die Auflagen in den kommenden Jahren verschärfen. Billigöfen aus dem Baumarkt seien hingegen nicht zukunftssicher, vermerkt Gerdts.
Clevere Ingenieure haben schon Filtersysteme entwickelt, mit denen die Feinstaubpartikel zurückgehalten werden können. Doch die neuen Grenzwerte lassen sich auch ohne eine solche Filter-Nachrüstung einhalten. Darauf weist Entwicklungsleiter Dr. Volker Schmatloch von der Firma Spartherm in Melle hin, die zu den größten europäischen Anbietern für Kamine und Öfen gehört.
Spartherm bietet für 1400 Euro einen elektrostatischen Partikelfilter an, den Nichtfachleute auch " Elektrofilter" nennen dürfen. Er wird am Ofenrohr installiert und fällt in seinem Gehäuse kaum auf. Das Gerät sei ein Mittel, um über die Möglichkeiten der Verbrennungstechnik hinauszugehen, sagt Schmatloch. Er räumt allerdings ein, dass sich nur wenige Menschen für diese Investition entscheiden. Dafür hat er durchaus Verständnis. Denn wer einen guten Ofen mit optimierter Verbrennungstechnik besitze, komme ohne den Elektrofilter aus.
Der Experte rät, beim Neukauf auf das europäische EFA-Siegel zu achten. Für einen Ofen mit diesem Etikett sei der Bestandsschutz auch über das Jahr 2024 hinaus garantiert.

Bildtext: Der Blick unter die Haube: Bei Spartherm in Melle wird mit Elektrofiltern experimentiert, die den Feinstaub aus dem Abgas holen. Foto: Spartherm

Die Luftzufuhr ist das A und O

Eine gute Luftzufuhr ist das A und O für eine saubere Verbrennung. Bei einer kräftig lodernden Flamme entsteht weniger Feinstaub als bei gedrosselter Luftzufuhr. Fachleute raten, beim Anzünden des Feuers kein Zeitungspapier zu verwenden, sondern geeignete Anzünder oder feine Holzspäne.
Tabu für den Ofen sind Zeitschriften und Kartons, feuchtes Holz (mehr als 20 Prozent Feuchtegehalt), Spanplatten und mit Farbe oder Holzschutzmitteln behandeltes Material.
Die Broschüre Heizen mit Holz″ gibt es im Fachbereich Umwelt (Stadthaus 1) oder bei der Bürgerberatung in der Bierstraße. Sie informiert unter anderem, woran schadstoffarme Kaminöfen zu erkennen sind. Neben dem europäischen EFA-Siegel gibt es nämlich auch weitere Logos, die für saubere Verbrennung bürgen, unter anderem den Nordischen Schwan″ und das Schweizer Qualitätssiegel.
Auskunft erteilt
Ulrich Greiten vom Fachbereich Umwelt
der Stadt Osnabrück
(Tel. 05 41/ 323-31 64).

Weitere Informationen im Internet unter www.osnabrueck.de/ kaminoefen
Autor:
rll


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