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NUSO-Archiv - Umweltgeschichtliches Zeitungsarchiv für Osnabrück
Umweltgeschichtliches Zeitungsarchiv für Osnabrück
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Erscheinungsdatum:
aus Zeitung:
Inhalt:
Überschrift:
Für den Filter gibt′s vom Staat 330 Euro dazu
Zwischenüberschrift:
So dürfen auch alte Autos in die Umweltzone – Mit spitzem Bleistift rechnen
Artikel:
Kleinbild
Originaltext:
Osnabrück. Die Nachrüstung des Dieselautos mit einem Partikelfilter dürfte sich für die meisten Fahrzeughalter lohnen. Die staatliche Förderung von 330 Euro wird ins nächste Jahr hinein verlängert, außerdem ergeben sich Steuervorteile.
Wer noch keine Umweltplakette hat, sollte zunächst einmal prüfen, ob sein Fahrzeug technisch dafür ausgerüstet ist. Im Internet gibt es dazu zahlreiche Datenbanken (beispielsweise unter www.feinstaubplakette.de » oder www.dekra.de) ». Mit der Fahrzeugschlüsselnummer aus dem Kfz-Schein kann überprüft werden, ob und welche Plakette ans Auto geklebt werden darf. Fachwerkstätten können hierzu ebenfalls Auskunft geben. Die Plaketten gibt es bei den Kfz-Zulassungsstellen, Technischen Prüfstellen und amtlich anerkannten Überwachungsorganisationen wie TÜV oder Dekra sowie bei allen Werkstätten.
Als Faustregel gilt: Fahrzeuge, die der Abgasnorm Euro 1 entsprechen alte Dieselmodelle oder Benziner ohne geregelten Katalysator bekommen keine Umweltplakette. Je sauberer ein Fahrzeug ist, desto besser erfolgt die entsprechende Einstufung in Rot, Gelb oder Grün.
Bis zum 31. Dezember fördert noch das Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle (Bafa) den nachträglichen Einbau eines Dieselpartikelfilters mit 330 Euro. Kurz vor Ende des Jahres hat die Bundesregierung ein neues Förderprogramm beschlossen, das voraussichtlich ab April zum Tragen kommt. Ulrich Greiten vom Fachbereich Umwelt der Stadt Osnabrück empfiehlt nachrüstwilligen Autofahrern, bis zur endgültigen Freigabe der Fördermittel im April mit dem Nachrüsten abzuwarten zumindest, sofern denn bereits eine rote oder gelbe Plakette am Fahrzeug klebt. Auskunft gibt die Bafa unter der Hotline 030/ 3 46 46 54 80.
Bundesweit wurden die bislang zur Verfügung gestellten Fördermittel zwar bei Weitem nicht abgerufen nicht einmal 30 Prozent der 66 Millionen Euro doch in und um Osnabrück sieht die Lage deutlich anders aus.
Alfons Mohsell, Serviceleiter beim Ford-Autohaus Heiter, registrierte ein " deutlich gestiegenes Interesse an Nachrüstpartikelfiltern". Bei Ford gibt es für fast alle Modelle entsprechende Nachrüstlösungen, sodass bei Heiter auch die Umweltplaketten in großen Stückzahlen nachgeordert wurden. " Die Nachfrage wird auch zu Beginn des Jahres 2010 hoch bleiben", ist Mohsell sicher. Für das eine oder andere Modell kann es zu Lieferengpässen kommen, da mancher Filter-Hersteller von der hohen Nachfrageüberrannt wurde.
Auch beim Autohaus Schiermeier, das Service für Opel, Fiat, Alfa Romeo, Lancia und Chevrolet anbietet, konnte Serviceleiter Max Horst Seim eine deutlich gestiegene Nachfrage registrieren. " Unsere Lieferanten waren auf den Ansturm vorbereitet, wir können für nahezu alle Modelle Nachrüstlösungen anbieten", so Seim. Lediglich Fahrer von Autos mit sehr hoher Kilometerlaufleistung schauen in die Röhre: Für ihre Fahrzeuge lohne es sich finanziell oftmals nicht, Katalysator oder Partikelfilter nachträglich einbauen zu lassen, so Seim.
Ulrich Greiten rät übrigens Autofahrern, die bei einer Vertragswerkstatt nicht fündig geworden sind, bei einer freien Werkstatt nach einer Filterlösung zu fragen, da im freien Handel das Angebot noch größer sei.
Viele Hersteller haben im Zuge der Filterförderung ihre Preise gesenkt, sodass durch die Förderung in Höhe von 330 Euro nur noch eine geringe Zuzahlung nötig ist. Manche Nachrüstlösung wird allerdings zu deutlich höheren Preisen angeboten. Hier muss mit spitzem Bleistift rechnen, wer nicht nur allein aus Umweltgründen nachrüsten will.
Wer beispielsweise sein Dieselmodell mit einem Partikelfilter nachrüstet, spart sich die Strafsteuer in Höhe von 1, 20 Euro je 100 Kubikzentimeter Hubraum. Für einen Zwei-Liter-Diesel sind das 24 Euro im Jahr. Bei Kosten von 600 Euro oder mehr für die Nachrüstung wird da mancher ganz genau abwägen, ob das grüne Gewissen bereit ist, so viel zu zahlen. Oder ob die Umweltzone in Osnabrück unbedingt mit dem eigenen Auto angefahren werden muss.
Für plakettenlose Benziner gibt es die Möglichkeit, mittels eines sogenannten Oxikat zur grünen Plakette zu gelangen.
Die Stadt Osnabrück geht jedenfalls mit gutem Beispiel voran: Ihre gesamte Fahrzeugflotte ist mit entsprechenden Plaketten ausgerüstet selbst die Müllfahrzeuge, die normalerweise von der Regelung ausgenommen sind. Eine Ausnahme gilt ebenfalls für Oldtimer: Wessen Fahrzeug ein " H"- oder " 07"- Kennzeichen besitzt, braucht keine Plakette.

Bildtext: Der Einbau eines Partikelfilters erfolgt unkompliziert und schnell wie hier im Autohaus Heiter. Foto: Hausfeld
Autor:
Lothar Hausfeld


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