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NUSO-Archiv - Umweltgeschichtliches Zeitungsarchiv für Osnabrück
Umweltgeschichtliches Zeitungsarchiv für Osnabrück
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Erscheinungsdatum:
aus Zeitung:
Inhalt:
Überschrift:
Altstadthäuser mussten weichen
Zwischenüberschrift:
Die Lortzingstraße gehört erst seit Ende des 19. Jahrhunderts zum Stadtbild
Artikel:
Kleinbild
Originaltext:
Osnabrück. Schuppen, Hinterhöfe und Wohnhäuser prägten Ende des 19. Jahrhunderts das Gebiet um St. Marien. Es war ein kleinteiliges Szenario. Doch die Stadt befand sich im Wandel. So wurden einige Häuser abgerissen, um Platz für die Lortzingstraße zu schaffen, die seit 1893/ 94 den Domhof mit der Dielingerstraße verbindet.
Der Bau dieser Straße war einer der ersten Eingriffe in den Bestand der Altstadtbebauung im Sinne einer damals modernen Verkehrsentwicklung. Für diese Verbindung wurde die Domdechanei abgerissen, die damals am Domhof 5 gestanden hat.
Dieses Gebäude wurde auch " Von Hakesche Kurie" genannt, nach dem letzten Domdechanten vor der Säkularisation. Nach 1814 wurde das Haus zum Amtsgebäude des neu gegründeten Amtes Osnabrück. Später befanden sich hier das Amtsgericht, ein Schwurgerichtssaal, von 1878 bis 1884 wurde das Haus als Museum genutzt.
Mit dem Bau der Lortzingstraße wurde das repräsentative Haus der Buchhandlung Schöningh auf der Ecke von Domhof und Lortzingstraße errichtet. Es stand gegenüber dem Gebäude, in dem sich heute die Buchhandlung Jonscher befindet. Um das Haus Schöningh entbrannte Mitte der 1970er-Jahre ein heftiger Streit. Denn es sollte abgerissen werden, um die Lortzingstraße ausbauen zu können.
Damals sollte eine Art Stadtautobahn geschaffen werden, die sich von der Lotter Straße über die Dielingerstraße, den Herrenteichswall bis hin zum Nonnenpfad erstrecken sollte. So stand es in den schlimmsten Plänen. Selbst die " Frankfurter Allgemeine Zeitung" griff damals die Debatte auf und schrieb am 17. Mai 1975 " Die zweite Zerstörung von Osnabrück" in Anlehnung an die heftigen Zerstörungen der Stadt während des Zweiten Weltkriegs.
Im Mittelpunkt der beiden Aufnahmen zeigt sich St. Marien mit seinem schlanken Turmhelm. Am rechten Rand des aktuellen Fotos ist das weiß-grüne Stadtpalais zu sehen, das seit Juli 1997 gestalterische Akzente an der Lortzingstraße setzt.
Benannt ist die Straße nach dem Sänger und Komponisten Gustav Albert Lortzing (1801–1851). Sie führt zwar zum Theater am Domhof, Lortzing ist aber nur im damaligen Stadttheater an der Großen Gildewart aufgetreten. Es befand sich dort, wo heute das Haus der Jugend steht.

Bildtext: Viele Häuser, keine Lortzingstraße: Dieses Bild wurde Ende des 19. Jahrhunderts aufgenommen. Damals gab es den Durchstich zwischen Dielingerstraße und Domhof noch nicht. Die Ansichtskarte ist aus der Sammlung von Helmut Riecken, Osnabrück, entnommen

St. Marien im winterlichen Abendlicht. Das Foto ist von einem Fenster des Prelle-Shops aus aufgenommen. Foto: Jörn Martens
Autor:
Marie-Luise Braun


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