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NUSO-Archiv - Umweltgeschichtliches Zeitungsarchiv für Osnabrück
Umweltgeschichtliches Zeitungsarchiv für Osnabrück
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Erscheinungsdatum:
aus Zeitung:
Inhalt:
Überschrift:
Dauereinsatz in Doppelschichten
 
"Ein Gefühl für die Straße bekommen"
 
Wohin mit dem Schnee?
 
Hilfe, Hilfe, es schneit!
 
Jeder kehrt vor der eigenen Tür
Zwischenüberschrift:
Streu- und Räumdienstmitarbeiter in der Region haben alle Hände voll zu tun
 
Fahrtipps bei Winterwetter vom ADAC
 
Winterpflichten: Was Hauseigentümer und Mieter wissen sollten
Artikel:
Kleinbild
 
Kleinbild
Originaltext:
Osnabrücker Land. Seit dem 18. Dezember sind die Streu- und Räumdienste in Stadt und Landkreis abgesehen von einer kurzen Pause im Dauereinsatz. Und das praktisch rund um die Uhr: Allein in Osnabrück habe jeder einzelne Mitarbeiter in den knapp zwei Wochen schon rund 70 Überstunden geleistet, schätzt Kurt Santjer vom Stadtservice für Straßenreinigung und - unterhaltung.
In Zehn-Stunden-Schichten, mit Rufbereitschaft sogar in Doppelschichten, arbeiten nach seiner Auskunft allein im Stadtgebiet 25 Leute mit sechs großen Fahrzeugen daran, die Hauptstraßen von Eis und Schnee zu befreien. Dazu kommen zehn Leute im Wechsel mit zwei Schmalspurfahrzeugen für die Radwege, acht Mitarbeiter für die Fußgängerzone sowie " mindestens 100 für Gehwege und Knotenpunkte".
Dieses Jahr werden in der Stadt laut Santjer 35 Kilometer Fahrradwege geräumt und abgesplittet, allerdings nur dort, wo es sich um " reine Radwege auf Hochbord", keine kombinierten Rad-Geh-Wege, und dazu wichtige Schulwege handelt. So etwa die Achse Katharinenstraße/ Ernst-Sievers-Straße, Hansastraße/ Bramstraße/ Knollstraße, Natruper Straße/ Sedanstraße, vor dem Kino am Remarque-Ring oder auch Belmer Straße/ Heiligenweg, nicht aber Iburger Straße: " So weit kommen wir nicht raus." Splitt für Geh- und Radwege ist laut Santjer genug da, nur beim Streusalz für die wichtigsten Kreuzungen und Zugänge zu öffentlichen Gebäuden gebe es " schon erste Engpässe".
Und wie sieht es auf Kreis-, Landes- und Bundesstraßen sowie den Kommunen im Landkreis aus? Dr. Frank Engelmann, stellvertretender Leiter der Niedersächsischen Landesbehörde für Straßenbau und Verkehr in Osnabrück und zuständig für die Autobahnmeistereien Bissendorf und Holdorf sowie die Straßenmeistereien Bad Iburg, Fürstenau und Bohmte, sagt, das bisher nur die Fürstenauer gemeldet hätten, " dass es knapp wird". Alle anderen Silos seien noch voll. Auch in Wallenhorst und in Dissen ist noch genug Streusalz da: " Ich habe am 20. Dezember vier Züge, also 100 Tonnen, bestellt und heute noch mal zwei Züge", sagt Christine Flottmann vom für Dissen tätigen Lohnunternehmen. Und Anke Rehling, Pressesprecherin der Gemeinde Wallenhorst, berichtet, dass unmittelbar nach Weihnachten nachbestellt worden sei, weil hier schon 45 Tonnen für Wege und 80 für Fahrbahnen verbraucht wurden.

Bildtext: Die Berge von Schnee im Osnabrücker Land sorgen für Berge von Überstunden bei den Mitarbeitern der Räumdienste in Stadt und Landkreis Osnabrück. Beim Streusalz gibt es schon erste Engpässe. Fotos: Michael Hehmann (4) und Gert Westdörp

Am meisten Wärme verliert der Mensch über den Kopf, heißt es. Wenn das stimmt, haben diese beiden keine Schwierigkeiten mit den frostigen Temperaturen.

Osnabrück. Wer sich bei diesen Witterungsbedingungen unsicher hinter dem Steuer fühlt, der sollte denÖffentlichen Personennahverkehr nutzen″, empfiehltADAC-Sprecher Nils Linge. Wenn das nicht möglich sei, dann gelte: Vorausschauend fahren und die Geschwindigkeit anpassen.″ Das bedeute bei Schnee und Eis, den Vordermann im Auge zu behalten und die längeren Bremswege einzuplanen.
Vor Fahrtantritt müsse das Auto von Eis und Schnee befreit werden. Auf keinen Fall nur ein Guckloch freikratzen″, warnt Linge und verweist darauf, dass das Eisfreimachen des Pkw vorgeschrieben ist. Notfalls müsse der Fahrer früher aufstehen und für freie Sicht sorgen.
Es hilft immer mehr, einen Enteiser für die Schlösser griffbereit zu haben″, so Linge. Wenn es dann auf die Straße gehen kann, empfiehlt der ADAC-Mann, eine Probebremsung durchzuführen. Man muss bei diesem Wetter ein Gefühl für den Zustand der Straße bekommen.″

Osnabrück. Die Menge macht Probleme, vor allem in der Innenstadt. Denn anders als auf Landstraßen, wo der Schnee in den Graben geschoben werden kann, ist es in dicht bebauten Bereichen nicht möglich, ihn so von der Fahrbahn zu räumen, dass er nicht auch auf Parkstreifen oder Gehwegen landet sehr zum Ärger der Anwohner. Wir können das Problem nicht lösen″, bedauert Kurt Santjer. Denn der Abtransport mit Radladern und Lkw, vor 20 Jahren bereits ausprobiert, sei zu teuer: Für einen Nachteinsatz sind 50 000 Euro weg.″ Das Räumen der Hauptverkehrsstraßen mit dem Schild sei in der Stadt ohnehin schwieriger als im Landkreis: Wir können nicht so scharf fahren, denn sonst fliegt der Schnee bis an die Haustür. Da bleibt immer ein Rest liegen!

Klar, es liegt Schnee auf der Straße. Aber kann die Dame im Auto voraus nicht doch etwas schneller als Schritttempo fahren? Solche Fragen stellt sich unser Volontär Benjamin Kraus, der als gebürtiger Franke Erfahrung mit den Tücken des Winters hat.

Das Gespür des norddeutschen Fräuleins für Schnee hatte wohl seine Grenzen: Sie blinkt rechts, betätigt gleichzeitig den Scheibenwischer und biegt dann ruckelnd links ab. Wie bei ihr bemerke ich in diesen Tagen eine gewisse Hilflosigkeit der Niedersachsen im richtigen″ Winter. Zug fällt aus, Weiche eingefroren″, sagt der Bahn-Mitarbeiter. Gut, denkt der Süddeutsche da, kam ja auch völlig überraschend, der Frost.
Ich hätte Winterreifen aufziehen sollen″, so der Kollege, der mit seinem Auto dafür sorgte, dass er den Gartenzaun jetzt im Kachelofen verwenden kann. Recht hat er. Ich habe mich dagegen gefreut, dass der Winterdienst hier mit dem Räumen der Straßen kaum nachkommt. Aber als ich meiner Freundin voller Elan zeigen will, wie man beim Kurvenfahren im Schnee die Handbremse richtig einsetzt, passiert es: Aus der geplanten 90-Grad-Drehung werden 210 Grad. Sie kreischt, ich erschrecke, und mir fällt es ein: Wie es damals war, das erste Mal Wintereinbruch im Auto, der folgende Unfall. Schnell stelle ich den Wagen ab und will mich mit der Freundin im Bett verkriechen. Aber der Mitbewohner, 30 Jahre alt, hält uns auf: Schaut, ich habe einen Schneemann gebaut! Mit Karottennase, Plätzchenaugen, Weihnachtsmütze. So schön. Darauf den letzten Glühwein.

Was tun, wenn' s friert?
Wie kriegt man sein Auto morgens möglichst schnell frei von Eis und Schnee? Einige kleine Hausmittelchen sind unserer Redaktion eingefallen:
Einen Kübel voll Holzkohle ins Auto stellen. Das zieht die Feuchtigkeit aus dem Wagen und verhindert, dass die Scheiben von innen frieren.
Abends eine Wärmflasche mit heißem Wasser aufs Armaturenbrett legen dann ist die Frontscheibe am nächsten Morgen so gut wie frei.
Den Rahmen der Autotür mit einem Labello einschmieren dann lässt sie sich am Morgen leicht öffnen und klemmt nicht.
Eher abzuraten ist von einem Tipp, der jedes Jahr aufs Neue auftaucht: Heißes Wasser auf die Scheibe gießen. Es besteht die Gefahr, dass die Autoscheibe zerspringt.
Welche Tricks wenden Sie an, um ihr Auto möglichst schnell abfahrbereit zu machen? Schreiben Sie uns auf der Internetseite unter www.neue-oz.de .

Osnabrück. Kampf den weißen Massen! Wer muss wann, wie und wo Schnee räumen? Hier die wichtigsten Fragen und Antworten:

Wer muss Schnee schippen?
Bei öffentlichen Gehwegen hat zunächst die Gemeinde die sogenannte Verkehrssicherungspflicht. Doch die Gemeinden nutzen meist die gesetzliche Möglichkeit, diese Pflicht auf die Straßenanlieger also die Hauseigentümer abzuwälzen. Vermieter können aber ihrerseits die Räum- und Streupflichten dem Mieter aufs Auge drücken. Der Vermieter hat aber noch eine Überwachungsverpflichtung.

Wann und wie oft muss geräumt werden?
Die Gehwege und der Hauseingang sollten von rund 7 Uhr bis 20 Uhr frei sein. An Sonn- und Feiertagen von etwa 8.30 bis 20 Uhr. Es gilt allerdings der Grundsatz der Verhältnismäßigkeit″: Wenn es also den ganzen Tag schneit, muss auch nicht den ganzen Tag geräumt werden. Eine einheitliche Rechtsprechung kann man von dieser Verhältnismäßigkeit jedoch nicht ableiten.

Reicht es, wenn ich einmal mit der Kehrschaufel einen schmalen Streifen frei schippe?
Nein der Streifen sollte etwa einen Meter breit sein.

Und was ist, wenn man gerade nicht zu Hause ist?
Ich konnte nicht räumen, ich war verreist.″ Diese Ausrede gilt nicht. Wer nicht räumen kann, der muss sich eine Vertretung suchen.

Wohin mit dem Schnee?
Der Schnee darf nicht einfach vom Gehsteig auf die Straße gekippt werden. Auch hier gilt die Verhältnismäßigkeit: Wenn der freigeschaufelte Streifen breit genug ist, darf der Schnee auf die Seite des Bürgersteigs geschaufelt werden.

Womit darf gestreut werden?
In der Stadt ist Salz auf den Gehwegen tabu auch wenn Streusalz in allen möglichen Super- und Baumärkten angeboten wird. Auch wenn diese Chemikalie die Bürgersteige so schön frei macht der Schaden, den sie an der Umwelt anrichtet, ist enorm. Wer in Osnabrück gegen die Straßenreinigungsverordnung verstößt, dem drohen Geldbußen bis zu 5 000 Euro. In einigen Gemeinden ist Salz jedoch erlaubt ein Blick in die jeweilige Satzung hilft weiter. Ansonsten lieber auf Split, Sand oder Asche zurückgreifen.

Wer haftet, wenn jemand stürzt und sich verletzt?
Stürzt eine Person auf dem schnee- und eisglatten Gehweg, können Ansprüche Schmerzensgeld geltend gemacht werden. Anspruchsgegner ist der Hauseigentümer. Wurden jedoch per Mietvertrag dem Mieter die Winterpflichten auferlegt, so haftet dieser. Wenn der Vermieter jedoch nie kontrolliert, ob seine Mieter ihrer Streupflicht nachkommen, kann auch er belangt werden.
Autor:
Angelika Hitzke, lauf, hin, df


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