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NUSO-Archiv - Umweltgeschichtliches Zeitungsarchiv für Osnabrück
Umweltgeschichtliches Zeitungsarchiv für Osnabrück
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Erscheinungsdatum:
aus Zeitung:
Inhalt:
Überschrift:
Feinstaub ist ein Dreck dagegen
Zwischenüberschrift:
Umweltzone soll Stickstoffdioxid eindämmen – Vor allem Diesel sind schuld
Artikel:
Kleinbild
Originaltext:
Osnabrück. In der Diskussion um die Umweltzone steht oft der Feinstaub im Mittelpunkt. Viel wirkungsvoller ist die Zone aber bei der Verminderung der Stickoxide.
Durch die Verbannung alter Dieselfahrzeuge aus dem Stadtkern kann zum Beispiel das gesundheitsschädliche Stickstoffdioxid (NO2 ) wirksam reduziert werden. Von Freitag an darf bei diesem Gas ein Jahresmittelwert von 40 Mikrogramm pro Kubikmeter Luft nicht mehr überschritten werden. In Osnabrück liegt der Wert derzeit bei 52 Mikrogramm, Tendenz sinkend. Aber eben immer noch 25 Prozent über dem, was Brüssel und Berlin erlauben.
In Osnabrück wird die Luftqualität an zwei Stellen gemessen: am Ziegenbrink und am Schlosswall. Die Messungen am Ziegenbrink sollen Aufschluss geben über die sogenannte Hintergrundbelastung, also grob das, was aus der Region und von weiter her kommt. Am Schlosswall wird gezielt die Belastung durch den Straßenverkehr ermittelt. Die aktuellen Ergebnisse zeigen: Feinstaub kommt zu 70 Prozent aus der Region, beim NO2 ist es umgekehrt: Mit 81 Prozent sind die Autos, hier besonders alte Dieselfahrzeuge, der Hauptverursacher. Andere Emittenten wie Industrie oder Hausbrand fallen bei diesem Schadstoff deutlich weniger ins Gewicht. Entsprechend hoch belastet sind deshalb die großen Einfallstraßen und Straßen mit viel Busverkehr. An diesen Straßen leben rund 17 000 Osnabrücker.
Die Verkehrsbetriebe der Stadtwerke Osnabrück reagierten deshalb bereits. Neufahrzeuge werden nur mit der neuesten Motorentechnik beschafft. Mercedes setzt eine Harnstofflösung zur Senkung des NO2 - Ausstoßes ein, bekannt als Adblue. MAN und Neoplan arbeiten mit der sogenannten Abgasrückführung. Für sechs Millionen Euro werden 22 Busse schon vor Erreichen der Altersgrenze durch neue ersetzt. 2012, so André Kränzke, Chef der Verkehrsbetriebe, hätten alle Fahrzeuge der Flotte die grüne Plakette. Dazu komme, dass die Busse für weniger Individualverkehr sorgten, was ebenfalls der Luftqualität nutze.
Warum müssen die Stickoxide in der Luft reduziert werden? Mit Wasser bilden sie Säure, schädigen das Blattwerk von Pflanzen und tragen zur Versauerung von Böden bei. Aus Stickstoffdioxid entsteht bodennahes Ozon; es ist damit an der Entstehung von Sommersmog beteiligt. Vor allem aber wirkt NO2 als Reizgas auf Atemwege und Augen. Kurzzeitig hohe NO2 - Konzentrationen können die Lungenfunktion verschlechtern oder allergische Atemwegsentzündungen auslösen. Lange Belastung kann nach Auskunft des hessischen Landesamtes für Umwelt und Geologie bei Kindern die Entwicklung der Lungenfunktion beeinträchtigen. Besonders empfindlich gegenüber Stickstoffdioxid reagierten Asthmatiker und Herzkranke.
Das NO2 - Problem wird abnehmen, je mehr moderne Fahrzeuge in der Stadt unterwegs sind. Ein Beispiel: Die 1200 noch in Osnabrück und Umgebung zugelassenen Dieselfahrzeuge mit Euro-0- oder Euro-1-Standard stoßen so viel NO2 aus wie 43 000 neue Dieselautos. Ein Euro-6-Lkw pustet 86 Prozent weniger NO2 in die Atmosphäre als ein Euro-0-Laster.
Bildtext: Eine Harnstofflösung, als sogenanntes Adblue dem Diesel beigemischt, reduziert den Ausstoß von Stickstoffdioxid. Die Stadtwerke betanken damit die Mercedes-Busse. Foto: Klaus Lindemann
Autor:
swa


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