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NUSO-Archiv - Umweltgeschichtliches Zeitungsarchiv für Osnabrück
Umweltgeschichtliches Zeitungsarchiv für Osnabrück
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Überschrift:
Umweltzone: Gestern noch kein Bußgeld
Zwischenüberschrift:
Ab sofort gilt die Plakettenpflicht
Artikel:
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Originaltext:
Osnabrück. Gestern ging es noch glimpflich aus, für die Autofahrer, die bislang keine Umweltplakette an ihrem Fahrzeug befestigt haben. Das OS-Team klemmte keine Strafmandate, sondern Info-Zettel unter die Scheibenwischer. Schon bald kostet es 40 Euro und einen Punkt in Flensburg, wenn die rote, gelbe oder grüne Plakette an der Windschutzscheibe fehlt.
Seit Montag hat Osnabrück eine Umweltzone, in der nur noch Fahrzeuge der Schadstoffklassen 2 bis 4 zugelassen sind. Für Autos, die ungebremst Feinstaub und Stickoxide in die Luft blasen, sind weite Teile des Stadtgebiets tabu. Von der Weststadt bis nach Widukindland reicht die Zone, von Eversburg bis nach Nahne.
Irritationen gab es vereinzelt mit der Beschilderung. So waren die Hinweise an einigen Stellen noch mit dicken Balken überklebt, zum Beispiel an der Pagenstecherstraße und am Kurt-Schumacher-Damm. An den Autobahnen hatte die Straßenmeisterei die weißen Tafeln schon vor einigen Tagen freigegeben.
Viele Autofahrer besorgten sich die Plakette in letzter Minute. Bei der Zulassungsstelle der Stadt stellten sich gestern 164 Spätberufene in die Schlange, beim TÜV rund 300. " Anscheinend werden die jetzt erst wach", meinte eine TÜV-Sprecherin. Für diese Annahme spricht auch, dass sich in den vergangenen Tagen fast 500 Anrufer beim Fachbereich Umwelt der Stadt meldeten. Und fast jedes Mal, so berichtet Fachbereichsleiter Detlef Gerdts, ging es um die alles entscheidende Frage: " Kriegt mein Auto die Plakette?" Und wenn ja: " Wo gibt es die Plakette denn?"
Eine unliebsame Überraschung erleben in diesen Tagen manche Besitzer eines Wohnmobils mit Dieselmotor. Für solche Gefährte, die teilweise nur in Kleinserien hergestellt werden, gibt es oft keine Nachrüstsätze und das, obwohl sie erst wenige Jahre alt sind, wie Uwe Griese von der Zulassungsstelle im Stadthaus bemerkt. Wer ein neueres Exemplar besitzt, kann zwar mit einer gelben Plakette rechnen, aber damit hört der Spaß in zwei Jahren auf.
Für Handwerker und Gewerbetreibende lässt die Stadt für eine Übergangszeit Ausnahmen zu. 250 Ausnahmeanträge wurden bislang gestellt, in 100 Fällen hat die Stadt nach Auskunft von Fachbereichsleiter Gerdts eine Genehmigung erteilt, der Rest muss noch abgearbeitet werden.
Bleibt die Frage, wann es statt der Infozettel Bußgelder für Plakettensünder gibt. Norbert Obermeyer vom Fachdienst Straßenverkehr legt sich nicht fest: " Das sagen wir nicht!", lautet seine Antwort. Niemand könne auf die Schonfrist bauen. Wer noch keine Plakette habe, solle sie sich so schnell wie möglich besorgen.

Bildtext: 40 Euro Bußgeld und ein Punkt in Flensburg: So teuer ist es, wenn die Umweltplakette fehlt. Gestern verteilte das OS-Team nur Infozettel und noch keine Knöllchen. Foto: Gert Westdörp

Ziel: Weniger Stickstoffdioxid
Mit der Umweltzone will die Stadt Osnabrück nicht nur den Feinstaubanteil in der Luft senken. Erklärtes Ziel ist auch die Verminderung des Stickstoffdioxids (NO2 ).
NO2 ist ein giftiges Gas, das stechend chlorähnlich riecht und konzentriert an seiner rotbraunen Farbe erkennbar ist.
Seit dem 1. Januar 2010 gilt ein Grenzwert von 40 Mikrogramm pro Kubikmeter Luft. Wir liegen aktuell 30 Prozent über diesem Grenzwert″, erklärte gestern Detlef Gerdts, der Leiter des Fachbereichs Umwelt. In Osnabrück sind noch 1200 Benzin-Pkw ohne geregelten Katalysator angemeldet. Sie stoßen gegenüber modernen Benzinern die zehnfache Menge NO2 aus. Als problematisch gelten Dieselmotoren. Auch solche moderner Bauart lassen deutlich mehr Stickstoffdioxid aus dem Auspuff als Benziner.
Autor:
Rainer Lahmann-Lammert


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