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NUSO-Archiv - Umweltgeschichtliches Zeitungsarchiv für Osnabrück
Umweltgeschichtliches Zeitungsarchiv für Osnabrück
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Erscheinungsdatum:
aus Zeitung:
Inhalt:
Überschrift:
Krisen, Kriege, Klimawandel
Zwischenüberschrift:
Neue Jobs für Friedensforscher
Artikel:
Kleinbild
Originaltext:
Osnabrück. Der Klimawandel stellt Friedensforscher vor zusätzliche Herausforderungen. Aber auch in anderen Themenfeldern orientieren sie sich neu.
Die Meeresspiegel steigen, Inseln und Küstenregionen werden überflutet, Unwetter häufen sich, Dürren breiten sich aus, Nahrungsmittel werden knapp: All diese schon spürbaren oder absehbaren Folgen des Klimawandels werden von der Wissenschaft bereits eingehend untersucht. Wenig erforscht ist dagegen bislang, wie sich der Klimawandel auf gesellschaftliche und militärische Konflikte auswirkt. Auch die Deutsche Stiftung Friedensforschung (DSF) in Osnabrück sieht darin eine immer wichtigere Fragestellung, so Geschäftsführer Thomas Held.
Die DSF, die 2010 zehn Jahre alt wird, überprüft zurzeit, inwieweit sie ihre aus der Gründungsphase stammenden Leitlinien der aktuellen Entwicklung anpassen muss. " In den vergangenen Jahren haben sich die friedenspolitischen Rahmenbedingungen ebenso verändert wie die Wissensbestände und die Fragestellungen", sagt Volker Rittberger, der Vorsitzende der Stiftung. Geschäftsführer Held ergänzt mit Blick auf das DSF-Gründungsjahr 2000: " Damals war unsere Arbeit geprägt von den Balkankriegen der 1990er-Jahre." Heute liege der Fokus auf Konfliktherden wie Afghanistan, Sudan, Kongo und Liberia.
" Militärisch sind Konflikte wie der in Afghanistan nicht zu lösen", meint Held. Politik und Wissenschaft stünden vor der Aufgabe, nach Alternativen zu suchen. " Die Frage ist: Mit welchen Partnern kann man verlässliche zivile Strukturen aufbauen?" Es müssten Friedensallianzen geschmiedet werden.
Afghanistan dürfte auch eine wichtige Rolle bei einem zentralen Projekt der DSF im kommenden Jahr spielen. Mehrere Hundert Experten werden im Oktober in Osnabrück " das Konfliktlösungspotenzial von Religionsgemeinschaften" ausloten. Bei einem weiteren großen Symposium, das die DSF für das Frühjahr 2011 plant, geht es um " Neue Herausforderungen an die Friedensforschung". Held verspricht: " Alles, was in diesem Bereich in Deutschland Rang und Namen hat, wird dabei sein."
Risiko Kleinstwaffen
Wichtige Erkenntnisse werden zudem von einer Stiftungsprofessur an der Technischen Universität Darmstadt erwartet. Ihr Titel: " Wissenschaft und Technik für Frieden und Sicherheit". Beworben haben sich drei Biologen. Im Bereich der naturwissenschaftlichen Friedensforschung geht es laut Held etwa darum, welche Risiken die Bio- und die Nano-Technologie bergen etwa durch die Entwicklung von Kleinstrobotern und - waffen.
250 000 Euro trägt die DSF über fünf Jahre zur Finanzierung der Professur in Darmstadt bei. Gerne würde die Stiftung mehr Projekte fördern allein, ihr fehlt das Geld. Etwa eine Million Euro jährlich konnten bislang für Friedensforschung bereitgestellt werden. Doch ist die aktuelle Situation schwierig. " Die wirtschaftliche Lage der Stiftung hat sich durch die Finanzmarktkrise deutlich verschlechtert", so Rittberger.
Er appelliert deshalb an den Bund, das Stiftungskapital auf das ursprünglich geplante Niveau von 50 Millionen Euro anzuheben. Aktuell sind es 27, 06 Millionen Euro. Für die Forschungsförderung und die Verwaltung stehen aber nur die Kapitalerträge zur Verfügung, die angesichts der niedrigen Zinsen stark gesunken sind. Die Folge sind tiefe Löcher im Budget.Held: " Der aktuelle Zustand ist nicht akzeptabel."
Autor:
Uwe Westdörp


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