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NUSO-Archiv - Umweltgeschichtliches Zeitungsarchiv für Osnabrück
Umweltgeschichtliches Zeitungsarchiv für Osnabrück
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Erscheinungsdatum:
aus Zeitung:
Inhalt:
Überschrift:
Zerbröseln die Kraftwerkspläne?
Zwischenüberschrift:
Krise verteuert den Ersatzbrennstoff aus Müll
Artikel:
Kleinbild
Originaltext:
Osnabrück. Der Bau des etwa 120 Millionen Euro teuren Kraftwerks für die Papierfabrik Ahlstrom steht auf der Kippe. Der Grund: Der aus Müll produzierte Ersatzbrennstoff (EBS) ist in diesem Jahr so teuer geworden, dass das Projekt unwirtschaftlich zu werden droht.
Nach dem ursprünglichen Zeitplan wollten die drei Partner die Papierfabrik Ahlstrom, die Stadtwerke Osnabrück und die Gütersloher Firma Maxxcon bis Ende dieses Jahres die Weichen stellen. Dazu wird es nicht mehr kommen. Die Entscheidung über eine der größten Investitionen in Osnabrück der letzten Jahrzehnte wurde auf Februar vertagt. Alle drei Partner beteuern, an dem Projekt " Hase-Kraftwerk" festhalten zu wollen. Sie seien nach wie vor " von den Vorteilen insbesondere hinsichtlich der Energieeffizienz und Klimabilanz überzeugt", teilte Stadtwerke-Sprecher Marco Hörmeyer mit. " Aber die Anlage soll allen Partnern nur tragbare Risiken und positive Erträge bringen."
Der Ersatzbrennstoff ist auf dem Markt zwar in ausreichender Menge verfügbar, aber teurer geworden. Ein Preistreiber ist nach Angaben von Peter Horenburg, Sprecher des Anlagenbauers Maxxcon, die Wirtschaftskrise. In der Krise sei die Menge an Gewerbemüll, das zu brennbarem Trockenstabilat verarbeitet werden kann, um bis zu 30 Prozent gesunken. Damit ist auch die Zuzahlung pro Tonne zurückgegangen. Zur Erklärung: Die Kraftwerksbetreiber (also die Stadtwerke und Maxxcon) würden vom Müllverarbeiter Geld für das Abnehmen des Trockenstabilats erhalten. Sie zahlen also nicht für den Brennstoff, sondern bekommen Geld dafür, dass sie EBS verbrennen und damit Strom und Prozesswärme erzeugen sowie CO2 sparen. Die Höhe der Zuzahlung schwankt je nach Qualität und Heizwert des Trockenstabilats erheblich. Peter Horenburg peilt über den Daumen: Die Zuzahlung pro Tonne EBS lag vor der Krise bei rund 100 Euro. Beim Beginn der Planungen für das Ahlstrom-Kraftwerk Anfang des Jahres lag der Preis bei 65 Euro. Aktuell ist er auf etwa 50 Euro gefallen und berührt damit offenbar die Schmerzgrenze. " Die Frage der Wirtschaftlichkeit löst ein gewisses Stirnrunzeln aus", sagt Horenburg. Die Frage sei, ob die " unterschiedlichen Ertragserwartungen der Partner" auf einen Nenner zu bringen sein werden. Im Moment könne keiner voraussagen, wo der Preis für EBS in zwei Jahren stehe.
Die Chancen für das EBS-Kraftwerk schätzt Horenburg dennoch als " hoch" ein. Die " lupenreine Kraft-Wärme-Kopplung" biete eine optimale Voraussetzung, wie es sie in Deutschland kein zweites Mal gebe. Und Osnabrück könne die CO2 - Bilanz erheblich verbessern. In der Tat: Das Kraftwerk würde den CO2 - Ausstoß in Osnabrück um 60 000 Tonnen reduzieren. Das klingt wenig im Vergleich zum Gesamtausstoß von 1, 6 Millionen Tonnen im Jahr. Trotzdem wäre es der effektivste Weg, denn alle anderen Maßnahmen zusammen erbringen nur eine Ersparnis von 10 000 Tonnen.
Weiter zuversichtlich
Auch Bastian Thiebach von Ahlstrom sieht die Chancen weiter " positiv". Ahlstrom habe einen Preis für Strom und Dampf kalkuliert, der die internationale Wettbewerbsfähigkeit des Unternehmens sichere. Thiebach: " Nach wie vor sind alle Partner zuversichtlich, dass dieses erreicht werden kann." Maxxcon arbeitet zurzeit an der technischen Optimierung der Anlage, um sie den Bedürfnissen von Ahlstrom exakt anzupassen. Im Februar soll die Grundsatzentscheidung fallen. Beim Ja soll noch 2010 die Genehmigung beantragt und 2011 mit dem Bau begonnen werden. Ab 2013 könnte das Hase-Kraftwerk 160 Millionen Kilowattstunden Strom erzeugen. Das entspräche 75 Prozent des Jahresverbrauchs aller 89 000 Osnabrücker Haushalte. Die 330 Kilowattstunden Wärme, die Ahlstrom komplett nutzen will, würden genügen, um 16 500 Haushalte im Jahr mit Wärme zu versorgen.

Bildtext: Kostbarer Brennstoff: Das Trockenstabilat, das auch die Firma Herhof aus dem Osnabrücker Hausmüll herstellt, ist teurer geworden. Die Preisentwicklung beeinflusst erheblich die Wirtschaftlichkeitsberechnungen für das geplante EBS-Kraftwerk bei Ahlstrom. Foto: Jörn Martens
Autor:
hin


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