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NUSO-Archiv - Umweltgeschichtliches Zeitungsarchiv für Osnabrück
Umweltgeschichtliches Zeitungsarchiv für Osnabrück
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aus Zeitung:
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Überschrift:
"Die Kluft ist größer als geahnt"
Zwischenüberschrift:
Podiumsdiskussion über junge Muslime in Deutschland zeigt Distanz in der Jugendarbeit auf
Artikel:
Kleinbild
Originaltext:
Osnabrück. Muslimische Jugendliche in Deutschland leben in zwei Welten zwischen Tradition und westlicher Moderne. Die Podiumsdiskussion " Junge Muslime in Deutschland" ist den Fragen nachgegangen, wie integriert die Jugendlichen sind und was in der Jugendarbeit besser werden muss.
Jedes dritte Kind in Deutschland hat einen Migrationshintergrund, rund 78 Prozent der mulismischen Jugendlichen aus Zuwandererfamilien bezeichnen sich laut Umfragen als religiös. Unter den Deutschen sind es weniger als 30 Prozent.
Der Rostocker Erziehungswissenschaftler Prof. Dr. Hans-Jürgen von Wensierski stellte zu Beginn der vom Institut für Migrationsforschung und interkulturelle Studien der Uni Osnabrück organisierten Veranstaltung Ergebnisse aus Forschungen vor. Die beschäftigten sich mit muslimischen Jugendlichen im Spannungsfeld zwischen ihren eigenen religiösen Wertvorstellungen und den Wünschen einer nicht-religiösen deutschen Gesellschaft.
Demnach stehen sie zwischen traditionellen Familienstrukturen und einer westlichen Jugend, die sich von der Familie verselbstständigen will. Verbote stoßen auf freie Sexualität, strenger Glaube auf eine liberale Auslegung dessen.
Allerdings zeigte er auch Gemeinsamkeiten wie den Bildungsaufstieg. Das zeigten nicht zuletzt erfolgreiche Kopftuchträgerinnen, die sich selbst verwirklichen. Doch so sehr die Gemeinsamkeiten zunähmen, so sehr trennten sie noch Unterschiede.
Das spiegelt sich in der Osnabrücker Jugendarbeit wider. Fast erschrocken zeigten sich einige Diskutanten über eine Umfrage des Integrationsreferats der Stadt. Demnach bieten von 44 befragten Migrationsselbsthilfegruppen 22 Kinder- und Jugendarbeit an, nur zwei von ihnen stehen im Kontakt mit der städtischen Jugendarbeit.
Hüseyin Avsar von der Türkisch-Islamischen Union der Anstalt für Religion gab eine Erklärung: " Unsere Vorstände stammen noch aus der ersten Generation. Sie haben oft weder Kenntnisse der deutschen Sprache noch zu Angeboten und Förderungsmöglichkeiten." Selbst er habe bis vor Kurzem nicht gewusst, was der Stadtjugendring macht.
Mit dieser Distanz setzt sich seit Kurzem auch die Stadt auseinander: " Wir knacken daran", sagte Stadtjugendpfleger Hans-Georg Weisleder. " Aber die Kluft ist größer als geahnt." Kaum eine muslimische Jugendorganisation stelle Förderanträge für die rund 100 000 Euro, die die Stadt im Jahr zur Verfügung stellt.
Man müsse die Integration als wechselseitigen Prozess stärker in den Mittelpunkt rücken, sagte Prof. Dr. Rauf Ceylan von der Uni Osnabrück: " Migrationsselbsthilfeorganisationen waren bis vor einigen Jahren kaum bekannt." Die Muslime organisierten sich in vielen dezentralen Gruppen, seien selten professionell organisiert und meist weniger gebildet. Beide Seiten müssten stärker den Dialog suchen.
Das so eine Erkenntnis aus der Diskussion beginnt nun offensichtlich. Immer mehr in Deutschland geborene Muslime sind gut ausgebildet, besuchen Universitäten, und kommen ins Gespräch. So war die Veranstaltung zwei Tage vor dem heutigen Internationalen Tag der Migranten vielleicht ein Anfang, muslimische und deutsche Jugendgruppen näher zusammenzubringen.
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