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NUSO-Archiv - Umweltgeschichtliches Zeitungsarchiv für Osnabrück
Umweltgeschichtliches Zeitungsarchiv für Osnabrück
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aus Zeitung:
Inhalt:
Überschrift:
Erfolgreiche Bildungsarbeit gefährdet
Artikel:
Kleinbild
Originaltext:
" Ausgerechnet beim Aktionszentrum 3. Welt will die Stadtverwaltung den Rotstift ansetzen und die Mittel für entwicklungspolitische Bildungsarbeit streichen. Die Stadt muss sparen eine Folge der Finanz- und Wirtschaftskrise, letztlich also der Zockerei auf den Finanzmärkten. Und der Friedensstadt Osnabrück fällt in dieser Situation nichts Besseres ein, als eine der solidesten und engagiertesten Institutionen zu gefährden, die hier Bildungsarbeit machen?! Dabei gibt es in einer Welt, die Antworten auf Klima-, Hunger- und Wirtschaftskrise sucht, kaum einen wertvolleren Beitrag für den Frieden als Arbeit für die Nord-Süd-Gerechtigkeit. [. . .] Soll in Osnabrück der Titel Friedensstadt′ auch in Zukunft nicht nur für Folklore stehen, sondern weiterhin für ernsthafte Arbeit an wichtigen Themen der Zeit, müssen jetzt viele Bürger und Institutionen laut protestieren gegen die Gefährdung des Aktionszentrums."
Dr. med. Eberhard Heise
Bohmter Straße 1
Osnabrück

" Mit Sorge haben wir vom Vorschlag der Osnabrücker Kulturdezernentin erfahren, sämtliche Zuschüsse der Stadt an das Aktionszentrum Dritte Welt (A3W) zu streichen. Kann es sein, dass Frau Rzyski sich der weitreichenden negativen Folgen ihres Vorschlags nicht wirklich bewusst ist? Das A3W ist für unsere südafrikanische Einrichtung HOKISA, die ein Kinderhaus für Aids-Waisen in einer der ärmsten Townships bei Kapstadt aufgebaut hat, einer unserer wichtigsten Partner in Europa. Durch die sachkundige und engagierte Arbeit des A3W-Mitarbeiters Reinhard Stolle auch hier bei uns vor Ort konnten in den letzten Jahren ein Vertrauen und eine funktionierende Zusammenarbeit aufgebaut werden, die weit über übliche Spendenaktionen hinausgehen. Mehrere Schulen in Osnabrück haben sich für das Kinderhaus engagiert, Projekttage zu Südafrika und Aids durchgeführt und [. . .] auch selbst mit ihren Schülerinnen und Schülern dabei viel gelernt. Es gab auch Gegenbesuche von Osnabrücker Schulen bei uns in Südafrika, und mehrere meiner südafrikanischen Mitarbeiter/- innen haben ebenfalls Schulen in Osnabrück besucht. Dies stellt eine neue und mehr als wünschenswerte Partnerschaft in gegenseitiger Achtung dar, die beispielhaft für neue Formen der Entwicklungszusammenarbeit ist."
Dr. Lutz van Dijk
Vorstandsmitglied von HOKISA
(Homes for Kids in South Africa)
Kapstadt

" Mit Erstaunen las ich, dass der Zuschuss für die Bildungsarbeit des Aktionszentrums 3. Welt gestrichen werden soll. Als regelmäßige Kundin des Weltladens beobachte ich dort häufiger Schülergruppen, denen die Bedeutung des fairen Handels mit den Ländern der sogenannten Dritten Welt erläutert wird. Ein Bildungsreferent, der sich täglich mit dieser Arbeit beschäftigt, kann die Zusammenhänge sicherlich besser erläutern als jede noch so gute Lehrkraft. Soweit mir bekannt, unterhält der Bildungsreferent auch Kontakte zu betroffenen Ländern und kann bei seinen Vorträgen aus eigenen Erfahrungen berichten. Es wäre schade, wenn diese Arbeit entfiele, denn für die Jugendlichen ist es wichtig, über die Bedeutung des fairen Handels informiert zu werden und zu erfahren, dass sie durch den Kauf der Produkte des Weltladens Nachhaltigkeit fördern können und auch einen Beitrag zum Frieden weltweit leisten können. [. . .]"
Antje Rauch-Paul
Libellenweg 2
Osnabrück

" Dass die Stadt an jeder Ecke sparen muss, versteht jeder, der das kommunale Wohl im Auge hat. Jetzt liegt die Strategie der kommunalen Kulturförderung′ der Kulturdezernentin Rzyski vor, die in Wirklichkeit ein Streichkonzert ist. Die Giftliste′ sieht vor, die städtische Förderung in Höhe von 34 000 Euro jährlich für das Aktionszentrum 3. Welt (A3W) zu tilgen. Diese Mittel werden seit Jahren dafür eingesetzt, eine Dreiviertelstelle des Bildungsreferenten im A3W und die damit verbundene‚Kommunale Entwicklungszusammenarbeit′ zu unterstützen. Die Vorschläge der Kulturdezernentin machen alle Vereinsmitglieder, Ehrenamtlichen und langjährigen Unterstützer des A3W ratlos und wütend. Gelten die Aussagen von Ratspolitikern und zuletzt des OB Pistorius noch, der noch im Mai bei einem Besuch des A3W deren Arbeit in höchsten Tönen als eine wichtige friedenspolitische, kommunale, bürgerorientierte und förderungswürdige Initiative gewürdigt hat? Dass Frau Rzyski das A3W nicht genau kennt, kann man ihr als junger′ Dezernentin nicht verübeln. Äußerungen wie Die Unterstützung könnte ja von anderen nicht kommunalen Trägern (zum Beispiel Kirchen) übernommen werden′, zeigen aber, dass die Tätigkeiten des A3W nicht überall bei Entscheidungsträgern der Stadt angekommen sind. Das A3W ist partei- und verbandspolitisch unabhängig und kann nur hieraus erfolgreiche kommunale Friedensarbeit leisten. Es hat in seiner entwicklungspolitischen Arbeit zwei Standbeine, die nur zusammen gedacht werden können. Auch der 3.-Welt-Laden, der zwar wirtschaftlich arbeiten muss, ist bildungspolitisch ausgerichtet. [. . .] Die Mediothek mit circa 5000 Büchern, 50 Zeitschriften und Unterrichtsmaterialien, die Praktikanten- und FÖJ-Stellen ergänzen die Bildungsarbeit. Sollte der Rat den Streichungsvorschlägen zustimmen, ist die gesamte Existenz des A3W infrage gestellt. Eine Reduzierung der Arbeit auf den 3.-Welt-Laden widerspricht und zerstört die inhaltliche Konzeption. [. . .]"
Franz Wirtz
Sprecher des Vorstandes A3W
Hofbreede 117
Osnabrück
Autor:
Dr. med. Eberhard Heise
 
Dr. Lutz van Dijk
 
Antje Rauch-Paul
 
Franz Wirtz


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