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NUSO-Archiv - Umweltgeschichtliches Zeitungsarchiv für Osnabrück
Umweltgeschichtliches Zeitungsarchiv für Osnabrück
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Erscheinungsdatum:
aus Zeitung:
Inhalt:
Überschrift:
Der Anfang lag im Weltkrieg
Zwischenüberschrift:
50 Jahre serbische Gemeinde
Artikel:
Kleinbild
Originaltext:
Osnabrück. Die 1964 erbaute serbisch-orthodoxe Kirche Osnabrück in Eversburg ist die älteste ihrer Art in Deutschland. Heute werden Hunderte Gläubige das 50-jährige Bestehen ihrer Kirchengemeinde in Osnabrück feiern und der durch einen britischen Bombenangriff 1944 getöteten serbischen Offiziere gedenken, die hier in einem Gefangenenlager untergebracht waren.
Fast alle Priester aus den 37 deutschen serbisch-orthodoxen Gemeinden werden dem Osnabrücker Gottesdienst beiwohnen. " Osnabrück spielt eine große Rolle und ist eine Art Wallfahrtsort für die Gläubigen. Sie kommen regelmäßig aus ganz Deutschland, um die älteste unserer Kirchen zu sehen", sagt Todor Todorovic vom Vorstand der serbisch-orthodoxen Kirche Osnabrück. Dabei sei sie nicht nur die älteste, sondern auch die schönste.
Nach traditioneller byzantinischer Bauweise errichtet, ist das Gotteshaus in Osnabrück eine Kopie des serbischen Klosters Kalenic, das im Mittelalter eine bedeutende Rolle in der serbisch-orthodoxen Glaubensgemeinschaft eingenommen hatte. Bis zum Zweiten Weltkrieg hatten die Serben keine eigenen Kirchen und Gemeinden in Deutschland, sie nahmen stattdessen an griechischen und russischen Gottesdiensten teil. Mit der Verschleppung serbischer Kriegsgefangener in deutsche Internierungslageränderte sich das.
So kann man das 1941 errichtete Gefangenenlager für Offiziere " Oflag IV." als die erste serbische Ansiedlung in Osnabrück betrachten. Am 6. Mai 1941 hielt Priester Milan Jovanovic hier die erste heilige Liturgie das war der Grundstein für die heutige Serbisch-Orthodoxe Kirche in Deutschland.
Im April 1947 wurde die erste serbisch-orthodoxe Kirchengemeinde in München gegründet. Die zweite entstand 1959 in Osnabrück, wo 1964 die erste Kirche errichtet wurde. Die Gedächtniskirche erinnert an den verheerenden britischen Bombenangriff auf das Lager, durch den viele Gefangene den Tod fanden. 35 Generäle sind in der Krypta unter der Osnabrücker Kirche beerdigt.
Heute hat die serbisch-orthodoxe Kirche Osnabrück etwa 500 Mitglieder. " Osnabrück ist etwas ganz Besonderes. Viele deutsche Katholiken kommen hierher. Die Zusammenarbeit und Liebe untereinander sind schön. Diese Stadt trägt zu Recht den Namen Friedensstadt", sagt Priester Sinisa Vujasinovic. Der Osnabrücker Gemeindepfarrer kam 2002 nach Deutschland und war, bevor er in die Hasestadt fand, Priester der serbisch-orthodoxen Gemeinde Dortmund.
Die Serbisch-Orthodoxe Kirche in Deutschland ist eine Diasporakirche der Serbisch-Orthodoxen Kirche, die sich mit einem Patriarchat in Belgrad als eine eigenständige Form für alle, unabhängig von Volk oder Nationalität, orthodoxen Christen versteht. Oberhaupt der Diözese Deutschland, die aus 37 Gemeinden, über 40 Gottesdienststätten und 17 Kirchen besteht und ihren Hauptsitz im Hildesheimer Stadtteil Himmelsthür hat, ist Bischof Konstantin Dokic, gleichzeitig auch Bischof der serbisch-orthodoxen Kirchen für Mitteleuropa.

Bildtext: Nach dem Vorbild einer Klosterkirche wurde 1964 das Gotteshaus der serbisch-orthodoxen Gemeinde in Eversburg errichtet. Foto: Gert Westdörp
Autor:
Christian Hardinghaus


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