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NUSO-Archiv - Umweltgeschichtliches Zeitungsarchiv für Osnabrück
Umweltgeschichtliches Zeitungsarchiv für Osnabrück
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Erscheinungsdatum:
aus Zeitung:
Inhalt:
Überschrift:
Betroffenheit dient als Triebfeder
Zwischenüberschrift:
Behinderte sparen jetzt Energie
Artikel:
Kleinbild
Originaltext:
Osnabrück/ Hilter/ Bad Rothenfelde. Die Jahresrechnung für den Energieverbrauch lieferte die Initialzündung. " Haben wir hier ein Leck, oder warum verbrauchen wir so viel Wasser?", wunderte sich Wolfgang Adamek. Er ist Leiter eines Wohnheims der Heilpädagogischen Hilfe Osnabrück (HHO) für Behinderte in Bad Rothenfelde. Die HHO und der Energieversorger RWE Westfalen-Weser-Ems initiierten gemeinsam ein Projekt, um die Bewohner einer Wohneinheit für den effizienten Umgang mit Energie zu sensibilisieren und so Kosten zu sparen.
Nach knapp zwei Jahren ist das Energie-Projekt nun erfolgreich abgeschlossen worden. Bei einem Frühstück mit Teilnehmern und Verantwortlichen wurden am Montag bei RWE die Ergebnisse der bundesweit beachteten Aktion vorgestellt. Zwar steht die aktuelle Energierechnung noch aus, doch " es müssen Effekte da sein", ist sich RWE-Mitarbeiter Thomas Rösner sicher. Denn seit einigen Monaten achteten die zwölf Bewohner genau darauf, etwa beim Lüften die Heizung abzustellen und beim Kochen den Deckel auf den Topf zu setzen.
" Wir wollten bei den Bewohnern Betroffenheit erzeugen, die dann als Triebfeder diente. Dabei mussten wir eine bestimmte Sprache finden", berichtet Adamek. Es wurde also weniger auf Texte gesetzt als vielmehr auf anschauliche Beispiele. Die Bewohner wurden ein Jahr lang über den richtigen Umgang mit Wärme, Strom und Wasser aufgeklärt.
Dabei lernten die Teilnehmer mit allen Sinnen. Sie sägten zunächst selber Holz, um zu erkennen, wie hoch der Aufwand ist, um Wärme zu produzieren. Sie machten Feuer, spürten die Strahlungswärme und bemerkten beim Kochen, wie viel Energie der Deckel auf dem Topf einspart.
" Es ist uns gelungen, bei diesem wichtigen Thema die Menschen mitzunehmen, die sonst in der Gesellschaft eher vergessen werden. Die Teilnehmer waren begeistert bei der Sache", meint Walter Roppes, Leiter des RWE-Regionalzentrums Osnabrück. RWE unterstützte das Projekt mit 10 000 Euro und begleitete das Thema fachlich, die HHO sorgte für die pädagogische Betreuung. Rösner schaute sich die Zimmer in Bad Rothenfelde an und gab Tipps zum Energiesparen. Er bemerkte, dass in einigen Räumen Temperaturen von 28 Grad herrschten. " Die Bewohner haben erkannt, dass 22 Grad reichen. Nun sitzen sie vielleicht nicht im T-Shirt, sondern im dünnen Pullover in ihrer Wohnung", berichtet Rösner.
Merkzettel mit bildhaft dargestellten wichtigen Regeln wurden angefertigt, diese hängen nun an strategisch entscheidenden Stellen wie Fenstern. Das ressourcenschonende Verhalten der Wohngruppe werde irgendwann wohl etwas nachlassen, dennoch sei das Projekt nachhaltig: " Die Bewohner sind Multiplikatoren geworden", so Adamek. Sie klärten nun ihre Kollegen, Eltern und Freunde auf. Wenn an ihrem Arbeitsplatz in den Werkstätten jetzt jemand das Fenster auflasse, während die Heizung bollere, gebe es einen deutlichen Hinweis.
Die Projektergebnisse werden in einem leicht verständlichen Handbuch zusammengetragen, das künftig auch von anderen Einrichtungen genutzt werden kann.

Bildtext: Die ersten Effekte sind spürbar, freuen sich die Organisatoren des Projekts, das die Bewohner der HHO fürs Energiesparen sensibilisieren soll. Foto: Elvira Parton
Autor:
hedi


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