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NUSO-Archiv - Umweltgeschichtliches Zeitungsarchiv für Osnabrück
Umweltgeschichtliches Zeitungsarchiv für Osnabrück
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Erscheinungsdatum:
aus Zeitung:
Inhalt:
Überschrift:
Mit Kohle im Gesicht nach Mettingen
Zwischenüberschrift:
Felix Jarecki schaut Lokführer einer historischen Dampflok über die Schulter
Artikel:
Kleinbild
Originaltext:
Osnabrück. Einmal, zweimal ertönt die Pfeife. Stampfend passiert der Stahlkoloss den unbeschrankten Bahnübergang. Die wartenden Autofahrer winken. Felix Jarecki grüßt vom Führerhaus der Dampflok zurück auch wenn er sich dafür auf die Zehenspitzen stellen muss.
Denn das Innere des 100-Tonnen-Ungetüms ist nicht auf die Körpergröße eines Achtjährigen ausgelegt. Der Junge aus Vehrte hatte sich bei der Adventstürchen-Aktion unserer Zeitung beworben; er wollte den Führerstand einer Dampflok in Augenschein nehmen. Da traf es sich gut, dass am Wochenende der Eisenbahn-Förderverein aus Lengerich mit der Dampflok 78 468 im Osnabrücker Hauptbahnhof Station machte.
Mit großen Augen steht Felix vor den Hebeln und Stellrädern. Ein wenig zuckt er zusammen, als Lokführer Stephan Jeggle die Klappe zum Feuerraum öffnet. Drinnen lodert es. Die Dampflok, Baujahr 1923, ist Abfahrbereit. Es ruckelt, dann geht es los. Felix steckt den Kopf aus dem Fenster und sieht, wie der Dampf aus dem Schornstein über den historischen Waggons davonzieht.
Während Felix sich aufs Gucken konzentriert, stellt Vater Johannes Fragen. Er hatte die Gelegenheit genutzt und war mit auf die Lok aufgesprungen. Wofür ist der Hebel gut? Was bedeutet diese Anzeige? Bereitwillig gibt die Besatzung um Lokführer Jeggle Auskunft über das Innenleben der 1140 PS starken Maschine. " Dann fliegt der Kessel auseinander", sagt Paul Kamrad, der die Kohle in den Schlund des historischen Gefährts schleudert.
Drei Tonnen werden an diesem Tag verfeuert, das entspricht dreimal der Strecke Osnabrück Mettingen und zurück. Auch Felix darf unterwegs nachschaufeln. Mit Schwung befördert er den schwarzen Brennstoff in den Feuerraum ganz schön anstrengend. Er wischt sich erst einmal durch das Gesicht und sieht danach aus wie ein echter Heizer.
Draußen zieht derweil die Landschaft vorbei. Inzwischen befindet sich der historische Zug auf dem Nebengleis in Richtung Mettingen. Normalerweise fahren hier kaum Züge, berichtet Lokführer Jeggle. Dementsprechend ist auch die Reaktion am Wegesrand. Menschen, Hunde, Pferde und Kühe bleiben stehen und gucken, wie die Lok vorbeistampft.
Nach 45 Minuten und etwa 22 zurückgelegten Kilometern rollt der Zug in Mettingen ein. An Bord der achtjährige Felix um eine Erfahrung reicher und mit Kohlenstaub im Gesicht.

Bildtext: Eine Zugfahrt, die ist . . . Felix Jarecki im Führerhaus der 100 Tonnen schweren Dampflok. Auf dem Kopf trägt der Achtjährige aus Vehrte die Mütze des Lokführers. Foto: Michael Hehmann
Autor:
df


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