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NUSO-Archiv - Umweltgeschichtliches Zeitungsarchiv für Osnabrück
Umweltgeschichtliches Zeitungsarchiv für Osnabrück
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Erscheinungsdatum:
aus Zeitung:
Inhalt:
Überschrift:
Kino, Kneipe, Kabarett
Zwischenüberschrift:
Der Rosenhof im Wandel der Zeit
Artikel:
Kleinbild
Originaltext:
Osnabrück. Kabarettabende, Konzerte oder doch lieber Fußball auf der Leinwand und anschließend in die Kneipe? Heute haben die Gäste des Rosenhofs die Wahl. In den 50er-Jahren wurde das Haus am Rosenplatz als Kino errichtet.
Doch seine Geschichte geht noch ein paar Jahre weiter zurück. " Wo die Lerche singt": Mit diesem Film " voll Witz, Humor und herrlicher Musik", wie es auf dem Plakat hieß, eröffnete Josef Struchtrup am 8. April 1937 die ersten Rosenhof-Lichtspiele an der Johannisstraße. Mit diesem neuen Haus profitierte der vormalige Kabarett-Lizenzbesitzer von der Kinokultur, die damals in Deutschland blühte.
Nur fünf Jahre konnte das Kino mit seinen 400 Plätzen die Osnabrücker unterhalten und mit einem Programm, das manchen Richtlinien der braunen Machthaber trotzte. Im Juni 1942 wurde es zerbombt.
An seinem heutigen Standort, Rosenplatz 23, wurde das Haus mit stolzen 780 Plätzen am 1. Oktober 1953 wieder eröffnet. Struchtrup schaffte es ein ums andere Mal, Leinwandgrößen an die Hase zu holen und sie effektvoll für das Publikum zu inszenieren. 1972 zog sich Struchtrup aus dem Kinogeschäft zurück. Es folgten verschiedene Pächter, bis Anfang der 1980er-Jahre die Ufa-Filmgesellschaft das Haus übernahm und aus dem großen Parkett-Theater fünf kleine Säle machte. " Schachteln" sagten die Osnabrücker zu der Film-Abspielstelle ohne Flair und Vorführgenuss.
Zehn Jahre später investierten die Filmtheaterbetriebe Hans-Joachim Flebbe eine Million Mark, um den Rosenhof wieder zu einem Lichtspieltheater werden zu lassen. 1992 konnten Filmfreunde aus 420 roten Kinosesseln bei leichtem Raumgefälle auf die Leinwand schauen. Während sie im Foyer einen Hauch Nostalgie atmen konnten, bot im Saal modernste Technik Kinogenuss.
Weitere zehn Jahre später schien es, als würden im Rosenhof, nun betrieben als Ufa-Arthouse, endgültig die Lichter ausgehen. Im Oktober 2002 hatte die Betreibergesellschaft in Hamburg Insolvenz angemeldet. Kurz zuvor war im Rosenhof der letzte Vorhang gefallen, der letzte Film: " Acht Frauen".
Heute ist das Haus ein Kulturzentrum, das im Oktober 2004 nach Renovierung von Rüdiger Scholz und Martin Wüst eröffnet worden ist.
Das Motiv aus den 50er-Jahren ist dem neuen Tischkalender mit Bildern von Georg Bosselmann entnommen, den das Museum Industriekultur für 2010 herausgegeben hat. Der Kalender ist für 10 Euro im Museum und im Buchhandel der Stadt erhältlich.

Bildtext: Als Kino wurde der Rosenhof in den 50er-Jahren erbaut. Das unbebaute Nachbargrundstück, ein Relikt des Krieges, wurde für Werbung genutzt. Foto: Georg Bosselmann/ Museum Industriekultur

Weiß und rot angemalt, fällt die Fassade des Rosenhofs am Rosenplatz 23 auch heute ins Auge. Foto: Michael Hehmann
Autor:
Marie-Luise Braun


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