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NUSO-Archiv - Umweltgeschichtliches Zeitungsarchiv für Osnabrück
Umweltgeschichtliches Zeitungsarchiv für Osnabrück
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Erscheinungsdatum:
aus Zeitung:
Inhalt:
Überschrift:
Nazis verfolgten sie bis nach Amsterdam
Zwischenüberschrift:
Jüdische Familie wurde Opfer des Rassenwahns
Artikel:
Kleinbild
Originaltext:
Osnabrück. Dass Gefahr drohte, haben sie offensichtlich schon früh gewusst. Rosalie Oberschützky, ihre Tochter und ihre bereits erwachsenen Enkel verließen Osnabrück in verschiedene Richtungen einige von ihnen schon bald nach der Machtergreifung der Nationalsozialisten. Doch die verfolgten sie weiter. Nur ein Familienmitglied konnte sich retten, alle anderen wurden ermordet. Jetzt erinnern Stolpersteine an die jüdische Familie aus der Johannisstraße 67/ 69.
Dort lebte die Witwe Rosalie Oberschützky. Ihr Mann, der Prediger Samuel Oberschützky, war bereits 1931 gestorben. Ihre ebenfalls verwitwete Tochter Frieda und deren Kinder Sophie, Hans-Günther und Käthe Isenberg lebten mit im Haus. Doch dann brach die Familie auseinander.
Bereits 1933 emigrierte Frieda Isenberg mit ihrer Tochter Käthe in die Niederlande nach Amsterdam 1935 folgte Sophie den beiden. Im selben Jahr verließen auch Hans-Günther und seine Großmutter Rosalie Osnabrück: Er zog nach Frankfurt an den Main, sie nach Essen. Möglicherweise glaubten sie, dass die Anonymität dieser großen Städte sie schützen würde.
Doch das war nicht der Fall. Rosalie Oberschützky musste ins Lager Holbeckshof in Essen-Steele. Von dort aus wurde sie 1942 nach Theresienstadt deportiert und ermordet. Sie wurde 80 Jahre alt. Wo und wann ihr Enkel Hans-Günther starb, ist nicht bekannt. Er wurde einfach für tot erklärt.
Amsterdam bot den anderen Familienmitgliedern nur in einem Fall Schutz. 1940 besetzten die Nationalsozialisten die Niederlande und verfolgten auch dort Juden. Sophie Isenberg wurde 1942 ins Frauenkonzentrationslager nach Ravensbrück deportiert und schließlich nach Auschwitz. Dort ermordeten Nationalsozialisten sie in der Gaskammer. Sie wurde 27 Jahre alt. Ihre Mutter Frieda wurde 1943 ins Konzentrationslager Sobibor deportiert und im Alter von 48 Jahren ermordet. Nur ihre Tochter Käthe entging den Verfolgern, überlebte den Krieg und blieb bis zu ihrem Tod 1992 in den Niederlanden.
Viel mehr als diese Daten ist nicht über diese Familie bekannt. Werner Mönkediek, der Pate für den Stolperstein, der an Hans-Günther Isenberg erinnert, legte einen kleinen Stein auf den gerade eingelassenen Stolperstein. Damit knüpfte er an eine Tradition auf jüdischen Friedhöfen an: " Als Zeichen dafür, dass der Tote nicht vergessen ist."

Bildtext: Bevor sie Osnabrück verließen, lebten Mitglieder der Familie Oberschützky-Isenberg in diesem Haus an der Johannisstraße 67/ 69. Doch die Nationalsozialisten fanden und ermordeten die Angehörigen bis auf eine, die in Amsterdam überlebte. Fotos: Moritz Münch
Autor:
jweb


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