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NUSO-Archiv - Umweltgeschichtliches Zeitungsarchiv für Osnabrück
Umweltgeschichtliches Zeitungsarchiv für Osnabrück
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Erscheinungsdatum:
aus Zeitung:
Inhalt:
Überschrift:
Unheimlich heimliche Plagegeister
Zwischenüberschrift:
Konrad Brockmann ist wieder auf Siebenschläfer-Fang
Artikel:
Kleinbild
Originaltext:
Putzig sehen die kleinen Nagetiere aus. Doch wer sie als ungebetene Gäste im Haus hat, weiß ein Lied von diesen Plagegeistern zu singen. Zurzeit sind die Tiere besonders aktiv. Fotos: Michael Hehmann
Etliche Siebenschläfer hat Conrad Brockmann in diesem Jahr schon gefangen.
hedi Osnabrück. Osnabrück gilt weltweit als Siebenschläfer-Hauptstadt. Im Moment nerven die Kleinsäuger besonders, denn die stetig wachsende Schar verweigert den Winterschlaf und hält die menschlichen Hausbewohner durch Kratz- und Klopfgeräusche auf Trab. " Die Siebenschläfer beginnen dieses Jahr sehr spät mit ihren Vorbereitungen für den Winterschlaf", erläutert Siebenschläfer-Fänger Konrad Brockmann das rege Treiben.
Was hilft gegen die Plage? Die Tiere vertreiben oder fangen. Oder sinkende Temperaturen. Denn wenn die Nächte kalt werden, treten die Nagetiere ihren Winterschlaf an, allerdings eben gerne in Häusern. Das alarmiert viele Betroffene. Sie rufen Brockmann an, der ausrückt und Fallen stellt.
Siebenschläfer sind vor allem in den Osnabrücker Außenbereichen zu finden. Es gibt nur ein Gebäude, das sie meiden: eine Kirche. Die durch die Glocken verursachte Vibration lässt sie keine Ruhe finden, weiß Brockmann.
Die Stadtteile Nahne, Sutthausen und Voxtrup sind in diesem Jahr wieder besonders betroffen. Brockmann ist schon zu Einfamilienhäusern gerufen worden, in denen sich bis zu 60 Kleinsäuger eingenistet hatten. Allerdings bekommt man sie selten zu Gesicht. " In Voxtrup gibt es kaum ein Haus, das frei von Siebenschläfern ist. Die Bewohner wissen es nur nicht", sagt der Experte. " Im Augenblick fange ich jeden Tag wenigstens einen Siebenschläfer", berichtet er. Pro Jahr sind es in der Regel 100 bis 150.
Die hat der bundesweit einzige amtlich zugelassene Siebenschläfer-Fänger aus Voxtrup in den Vorjahren dann im Osnabrücker Landkreis wieder ausgesetzt. Doch da die Umlandgemeinden inzwischen selbst reichlich versorgt sind mit Exemplaren der in anderen Teilen Deutschlands bedrohten Tierart, fährt Brockmann nun bis in den Raum Münster, um sie auszusetzen. Gerade hat er elf Tiere, den Fang einer Woche, dorthin transportiert. Doch da er wegen der Kälte jetzt nur noch die robusten Tiere in die Natur entlassen kann, überwintern die übrigen in einem Käfig auf Brockmanns Hof.
Weinessig hilft
Siebenschläfer halten von Oktober bis Mai Winterschlaf. Eigentlich leben sie in Wäldern oder Gärten, aber wenn sie sich in einem Haus so richtig wohlfühlen, sind sie nur schwer zu vertreiben. Brockmann empfiehlt etwas Weinessig zu versprühen, da sich die nachtaktiven Nager mit den Knopfaugen nach Duftstoffen richten. Weinessig überlagert die gewohnten Düfte, die Siebenschläfer verlieren die Orientierung und verlassen das Territorium. Wenn das nichts bringt, stellt Brockmann Fallen auf, um die " unheimlich heimlich" lebenden scheuen Tiere zu erwischen.
Autor:
hedi


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